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Ausgabe 4/2009

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Was auf der Strasse gang und gäbe ist, hält nun auch auf dem Flugplatz Einzug: Das BAZL führt Flugzeug- und Ausweiskontrollen neu auch auf kleineren Flugplätzen durch. Entspricht der technische Zustand eines Flugzeuges den Vorschriften? Sind die Papiere aktuell und nachgeführt? Sind die Ausweise des Piloten gültig und auf Mann? Als Aufsichtsbehörde ist das BAZL nicht nur legitimiert dazu, sondern das Amt entspricht damit einer EASA-Verordnung. Mit andern Worten: Das BAZL erfüllt seine Pflicht.

Doch sind diese Kontrollen nötig? Die Gewährleistung der Rechte und Freiheiten erfolgt durch Spielregeln, durch Verhaltensnormen, welche zum Beispiel in Regeln, Geboten und Verboten, Gesetzen und Vorschriften festgehalten werden. Ihre Einhaltung heisst Disziplin. Kontrollen wiederum sind Massnahmen, die ergriffen werden, um unerwünschte Verhaltensweisen zu unterbinden. So hat eine Studie ergeben, dass das Wissen um die Möglichkeit unerwarteter Kontrollen die Zahl von Übertretungen vermindert. Wer sich beobachtet oder kontrolliert fühlt, benimmt sich demnach disziplinierter und wo Kontrollen fehlen oder vermindert werden, steigt die Zahl der Übertretungen an. Nicht so in der Luftfahrt. Deren Akteure, insbesondere Unterhaltspersonal und Piloten, zeichnen sich durch Verantwortungsgefühl, Disziplin, Selbstkontrolle und Eigenverantwortung aus. Darauf werden sie in der Ausbildung getrimmt. Im eigenen Interesse halten sie sich an Gesetze und Vorschriften, im Wissen, dass das Fliegen keine Disziplinlosigkeiten erträgt. Prüfintervalle von Flugzeugen wurden zudem bereits verkürzt. Mit den Rampkontrollen auf kleineren Flugplätzen aber geht die Bevormundung in der Leichtaviatik weiter – zu Lasten der Eigenverantwortung. Das ist eine ungute Entwicklung.

Jürg Wyss
Chefredaktor AeroRevue


Grundlagen für neue Überschall-Business-Jets

RUAG Aerospace Emmen Beteiligung am europäischen Forschungsprojekt HISAC

Die RUAG beteiligt sich mit numerischen Simulationen und Windkanalversuchen am Projekt HISAC (High Speed AirCraft), mit dem Grundlagen für die Entwicklung eines Überschall-Business-Jets erarbeitet werden sollen. HISAC ist ein von Dassault Aviation geführtes Projekt im Rahmen des europäischen Forschungsprogramms FP6. Im Projekt arbeitet nicht nur die europäische Flugzeugindustrie mit elf Unternehmen mit, sondern auch elf wissenschaftliche Institute und neun technische Universitäten. Mit Studien werden die drei Hauptaspekte Reichweite, Sonic Boom (Reduktion des Überschallknalleinflusses) und Emissionen (Lärm, Verbrauch) untersucht. Das HISAC-Projektziel ist nicht ein Demonstrator, sondern eine Machbarkeitsstudie für eine optimierte Business- Jet-Konfiguration. Die Projektdauer erstreckt sich von 2005 bis 2009.

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«Guten Tag, Ihre Papiere bitte!»

BAZL «Vorfeldkontrolle» auf Flugplätzen wird eingeführt

Diese neuste Massnahme kam überraschend: Das Bundesamt für Zivilluftfahrt führt auf Schweizer Flugplätzen Vorfeldkontrollen an «HB»-registrierten Luftfahrzeugen durch. Die sogenannten «Ramp Inspections» betreffen laut BAZL das gesamte Luftfahrzeug-Spektrum, vom Ballon über den Segelflieger bis hin zum Businessjet. Beginnend ab 9. März 2009 werden gemäss BAZL auf sämtlichen Flugplätzen der Schweiz solche Prüfungen durchgeführt. Die Auswahl der Luftfahrzeuge erfolge grundsätzlich zufällig, ein gezieltes Vorgehen (aufbauend auf früheren Erkenntnissen) sei jedoch nicht ausgeschlossen. Die Prüfungen erfolgen ohne Voranmeldung, wie das Amt mitteilt. Will ein Pilot für einen Rundflug, einen Segelflug oder eine Ballonfahrt sein Fluggerät besteigen, kann es also vorkommen, dass er von einem Inspektor des BAZL mit den Worten «Guten Tag, Ihre Papiere bitte» zur Kontrolle gebeten wird.

 

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Gezielt und stressfrei für den Freifall trainieren

Fallschirmsport Training im Windtunnel

Das Training im Windtunnel eignet sich für alle, die für den Freifall dazulernen möchten; unabhängig davon, ob man sich auf Wettkämpfe vorbereitet oder ein so genannter «Funjumper» ist. Sinnvollerweise erfolgt eine Kombination von Freifall- und Windtunneltraining, zumal ein Fallschirmsprung nicht nur aus dem Freifall, sondern auch aus der Vorbereitung, dem Steigflug, dem Exit, der Separation, der Schirmöffnung und dem Schirmflug sowie schliesslich der Landung besteht.

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Kaiserwetter und leuchtende Farben

Während über dem Mittelland und sogar in vielen Alpentälern hartnäckiger Hochnebel lag, präsentierte sich das Wetter während der 31. Ballonwoche vom 24. Januar bis 1. Februar in Château-d’OEx mehrheitlich von der besten Seite. Am Eröffnungstag fiel etwas Schnee, dafür präsentierte sich der folgende Sonntag frisch «verzuckert» bei einem tief blauen Himmel – Postkartenmotive inklusive! Verständlich, dass unter den zu Tausenden angereisten Zuschauern viele begeisterte Gesichter ausgemachtwerden konnten. Neben den zahlreichen Fahrten mit den rund 100 Heissluftballonen aus 30 verschiedenen Nationen, boten die Organisatoren an den Wochenenden wiederum ein attraktives Rahmenprogramm. Der Mittwochnachmittag war mit einem speziellen Programm für die Kinder reserviert.

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Der erste Piper-Jet hat abgehoben

Das traditionsreiche Unternehmen hat seine Strategie geändert und 2006 zum ersten Mal mit der Entwicklung eines einmotorigen Jets begonnen. Der PiperJet hat Ende Juli 2008 seinen Erstflug absolviert und soll in zwei bis drei Jahren zertifiziert sein.

Im Jahre 1937, nur 34 Jahre nach dem Motorflug der Gebrüder Wright, hatte William T. Piper eine Vision. Der Unternehmer wollte die Freiheit des Fliegens allen zugänglich machen. Zur Umsetzung dieser Idee übernahmer die Taylor AircraftCompany. ImNovember desselben Jahres wechselte er den Namen der Firma und nannte sie Piper Aircraft Company. Als erstes Flugzeug wurde die Piper J-3 Cub produziert. Während des 2. Weltkriegs bestellte die amerikanische Luftwaffe das verbesserte Modell, die Piper L-4, zur Grundschulung ihrer Piloten. Dieser Grossauftrag war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu Pipers Ziel.

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Faszination Allgemeine Luftfahrt

Die AERO in Friedrichshafen (vom 2. bis 5. April 2009) setzt in der Luftfahrtbranche deutliche Signale: Mit 570 Ausstellern liegt der aktuelle Buchungsstand der internationalen Luftfahrt-Fachmesse sowohl bei der Zahl der Aussteller wie auch bei den Standflächen über dem Ergebnis von 2007. Elf statt bisher sieben Messehallen sind belegt.

Vom Fallschirmspringen und Drachenfliegen über Ultraleichtflugzeuge, Segelflugzeuge und Motorsegler, ein und zweimotorige Flugzeuge bis hin zu Businessjets ist in Friedrichshafen das ganze Spektrumder Allgemeinen Luftfahrt anzutreffen. Weitere neue Ausstellungsbereiche kommen in diesem Jahr hinzu: Mit der erstmaligen Eröffnung eines rund 4000 Quadratmeter umfassenden Helicopter-Hangars bietet die AERO 2009 eine angemessene Präsentationsplattform für Hubschrauber als unverzichtbare Arbeitsgeräte und sichere Transportmittel für besondere Aufgaben. Die «E-Flight-Expo» zeigt die neuesten Entwicklungen bei alternativen Antrieben. Und ebenfalls neu: Künftig geht die AERO im jährlichen Turnus an den Start – anstelle wie bisher nur alle zwei Jahre.

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Edmond Audemars– der höchste Jurassier

Er erwarb das siebte Schweizer Pilotenbrevet, tellte zahlreiche Rekorde auf, flog in Europa, Südamerika, den Vereinigten Staaten und gehörte zu den ersten Piloten der Schweizer Fliegertruppe. Doch den grössten Teil seines Lebens verbrachte der Jurassier Edmond Audemars in Frankreich.

Um seinen Mannen die neu geschaffene Fliegerabteilung zu präsentieren, führte ein Oberst sein Regiment auf das Berner Beundenfeld. Er bat den diensttuenden Offizier, einen Aeroplan aufsteigen zu lassen. Ein unbeschäftigter Pilot erhielt den Befehl: «Turne diesen Erdenwürmern etwas vor.» Der Propeller wurde angeworfen und der Eindecker polterte über das Feld. Der Pilot schraubte sein Flugzeug auf eine Höhe von 400Metern hinauf und stellte die Leistungsfähigkeit von Mensch und Maschine unter Beweis. Zweieinhalbtausend Augenpaare blickten nach oben und verfolgten gespannt die kühne Darbietung. Während zehn Minuten zog der Pilot das ganze Register seines Könnens. Als er aber zu einem «Sturzflug» ansetzte, war es um die Ruhe des Obersten geschehen. Er brüllte: «Holt diesen verrückten Kerl herunter. Und zwar sofort. Ich befehle es!» Der verrückte Kerl war Edmond Audemars.

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Schützenswerte Köpfe

Macht das Tragen eines Helms im Helicockpit Sinn? Wenn ja, aus welchen Gründen, und was ist mit den Passagieren? Kontroverse Ansichten lösen zuweilen rote Köpfe aus – können selbige aber in gewissen Situationen vor teilweise gravierenden Verletzungen schützen.

Flüelapass, 5. März 2006, 12:38 Uhr: ein Helikopter AS365 N3 «Dauphin» kollidiert im Langsamflug mit dem schneebedeckten Gelände. Dies, weil der Flug fortgesetzt wurde, obwohl keine ausreichenden Sichtreferenzen mehr vorhanden waren. Die Besatzung – der 50- jährige Pilot mit einer Gesamtflugerfahrung von mehr als 10860 Stunden und ein 29-jähriger Flughelfer, der ebenfalls im Besitz einer Berufspilotenlizenz (CPL) war, jedoch ohne Berechtigung für das vorliegende Helimuster, und bis zu diesem Zeitpunkt rund 235 Stunden in der Luft verbracht hatte – war kurz nach Mittag auf dem Flughafen Samedan zu einem Leerflug nach Sichtflugregeln über den Flüelapass nach Davos gestartet. Von dort aus sollten Fluggäste nach dem Flughafen Zürich transportiert werden. Etwa um zehn Uhr informierte der Pilot die Einsatzleitstelle, dass die Wetterbedingungen schlechter seien als vorhergesagt und dass die Pässe Flüela, Albula und Julier für die Flugdurchführung problematisch sein könnten. Nach den Informationen, die der Pilot telefonisch in Davos eingeholt hatte,war überdemZielort eineWolkenschicht vorhanden, deren Untergrenze aber so hoch über dem Grund lag, dass dem Piloten der Flug möglich schien. Um 12:24 Uhr setzte die Besatzung die Triebwerke in Gang und meldete sich kurze Zeit später bei der Platzverkehrsleitstelle des Flughafens Samedan zum Start bereit.

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«Spirit of Narsarsuaq»

Seit Anfang dieses Jahres hat die Motorfluggruppe Basel eine direkt aus den USA importierte Piper Archer II mit geringen Gesamtstunden und einem neuen Motor im Einsatz. Unter welchen dramatischen Umständen diese ansprechende Maschine zu ihrem neuen Triebwerk und zu ihrem bedeutungsvollen Namen kam, ist nachfolgend geschildert.

Im vergangenen Frühjahr hatte die Motorfluggruppe Basel die Gelegenheit, ihre wenig ausgelastete weil komplexe Piper Turbo Arrow IV gut verkaufen zu können. Mit dem Erlös wurde in der Folge eine etwas einfachere Maschine aus der Piper-Familie gesucht. Der Blick richtete sich nach den USA: Im Frühsommer noch stand der Dollar zum Schweizerfranken auf Parität; zudem bot der US-Markt die grösste Auswahl an Piper-Occasionen. Auch war es nicht das erste Mal, dass die MFG Basel sich eine Maschine direkt aus den USA beschafft hatte.

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«Es muss einmal gesagt sein!»

Wenn Willy Fahrni etwas anpackt, dann macht er es richtig. Als Beispiel sei die Restauration seiner Moswey 4a, HB-522, genannt, welche er während mehr als 4000 Arbeitsstunden in den Zustand «besser als neu» versetzte. Als Anerkennung erhielt er den internationalen Preis für die beste Restauration eines Oldtimer-Segelflugzeuges.

Damit hätte Georg Müller, der Konstrukteur der Moswey-Segelflugzeuge, wohl kaum gerechnet: Nach über fünfzig Jahren seit der Fertigstellung der letzten Moswey fliegen weltweit immer noch zwölf von insgesamt 23 gebauten Exemplaren. Die älteste flugtüchtige Moswey wird dieses Jahr siebzig Jahre alt. Mosweys waren und sind aufgrund der eleganten Erscheinung, der hervorragenden Bauweise und der durchdachten Technik sehr beliebt. Entsprechend wurden sie von ihren Besitzern gut gepflegt. Jüngstes Beispiel ist die Moswey 4a, HB-522, von Willy und Andreas Fahrni.

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