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Ausgabe 10/2009

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«Auf Flugshows kann man leicht verzichten; es besteht schlicht keine Notwendigkeit dazu.» Dieser Meinung kann man durchaus sein. Die Grüne Nationalrätin Franziska Teuscher ist es jedenfalls und doppelt nach: «In einer Zeit, in der uns der Klimawandel vor eine riesengrosse Herausforderung stellt, dürfenwir nicht einfach alles machen, was irgendwie ein Bedürfnis in der Bevölkerung darstellt.» Was nun natürlich eine nicht ganz unproblematische Aussage istmit Interpretationsspielraum so weit wie der Himmel, an welchem künftig keine Airshowsmehr hätten stattfinden sollen. Das Ansinnen ihrer Partei, ein Moratorium für Flugshows inder Schweiz auszuarbeiten, wurde im Rahmen der Herbstsession jedoch von Verkehrsminister Moritz Leuenberger neutralisiert und vomNationalrat abgelehnt. Das Problem bei den Flugshows sei die Anfahrt der Zuschauer, konfrontierte er Teuscher mit einer Tatsache, der sie zuvor bereits selber in die abgasgerötetenAugen geschaut hatte. Fakt ist: an- und abfahrende Autos produzieren sehr viel mehr CO2-Emissionen als die Flüge selber. In Zahlen ausgedrückt hiess das etwa beim RedBull Air Race 2007, dass die Flüge insgesamt 51 Tonnen CO2 ausgestossen haben, der An- und Abreiseverkehr dagegen 853 Tonnen. Der Abwesenheit der Motions-Logik half Leuenberger mit dem Hinweis auf die Sprünge, dass die Konsequenz ein Verbot für alle Grossveranstaltungen sein müsste, um eine Rechtsungleichheit zu vermeiden.

Dass nun die Cover Story indieser Ausgabe den Airshows gewidmet ist, darf durchaus nicht als ketzerisch gewertet werden. Vielmehr ist es ein Tribut an jene Dinge des Lebens, die zwar nicht unbedingt existentiell und auch nicht klimaneutral, jedoch im Kontext einer global schwierigen Epoche ein Quäntchen mehr an Lebensfreude und ein kleines Stück gelebte Träume bedeuten können.

Dass die aktuelle AeroRevue beinahe den doppeltenUmfang aufweist, ist ineinem denkwürdigen Jubiläum begründet. Die Fliegerische Vorschulung–heute SPHAIR – feiert ihren 50. Geburtstag; ein halbes Jahrhundert erfolgreiche Piloten-, Fallschirmaufklärer- und Persönlichkeitsschmiede. In Zusammenarbeit mit SPHAIR ist eine Sonderausgabe entstanden, integriert indiese Ausgabe, welche ein Manifest gegenüber der Luftfahrt darstellt, der Vergangenheit Respekt zollt und der Zukunft ein Versprechen abgibt: der fliegerische Nachwuchs wird auch in den nächsten Jahren gesichert sein–dank SPHAIR auf dem höchstmöglichen Niveau.

Patricia Andrighetto
Redaktorin
AeroRevue


Technologiekonzern mit Zukunft

Bern Zehn Jahre Technologiekonzern RUAG

Der Technologiekonzern RUAG feierte am 3. September 2009 das zehnjährige Firmenbestehen. Bei dieser Gelegenheit zeigte CEO Lukas Braunschweiler, dass die RUAG den Wandel vom staatlichen Rüstungsunternehmen des Bundes zum internationalen Technologiekonzern erfolgreich vollzogen hat. Die eine Hälfte des Geschäftsvolumens betrifft heute zivile, die andere militärische Anwendungen.

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Kein Moratorium für Flugshows

Der Nationalrat hat kürzlich in Übereinstimmung mit Verkehrsminister Moritz Leuenberger ein Moratorium für Flugshows in der Schweiz mit 118 zu 57Stimmen abgelehnt. Die Motion war von den Grünen eingereicht worden. Es sei höchste Zeit, dass man auch im Bereich der Fliegerei Massnahmen ergreife, um den Klimawandel abzubremsen, versuchte die Berner Grüne Franziska Teuscher zu überzeugen. «Wir müssen im Zusammenhang mit dem Klimaschutz alle Dinge überdenken, die nicht unbedingt notwendig sind. Auf Flugshows kann man leicht verzichten; es besteht schlicht keine Notwendigkeit dazu», äusserte sich Teuscher.

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Luftfahrtindustrie zu Gast auf der Freiburger Messe

Fribourg «Foire de Fribourg» vom2. bis 11. Oktober 2009

Die Freiburger Messe 2009, welche wie jedes Jahr in Granges-Paccot stattfindet, ist startklar. Sie wird am 2. Oktober ihre Tore öffnen und verspricht bereits heute eine spannende Entdeckungsreise. In diesem Jahr wird die Veranstaltung im Zeichen der Luftfahrt stehen. Ganz nach dem Motto: «2009 hebt die Freiburger Messe ab». Luftfahrt – Kronjuwel der Wirtschaft Auchwenn die Luftfahrt, die Ehrengast auf der Freiburger Messe 2009 ist, nicht von der Wirtschaftskrise verschont geblieben ist, muss ungeachtet dessen schon heute für Nachwuchs gesorgt werden. Es werden in dieser Branche auch künftig gut ausgebildete Fachkräfte gebraucht. Vor diesem Hintergrund hat Jean Overney, ehemaliger Direktor des Büros für Flugunfalluntersuchungen (BFU) und treibende Kraft der Luftfahrtkomponenteder Veranstaltung, ein interessantes und vielseitiges Programm ausgearbeitet. Dieses dürfte einerseits das Interesse für die Fachbereiche und Berufe der Luftfahrt wecken, andererseits auch dem Image der Aviatik, welches unter den Ereignissen zu Beginn dieses Jahrhunderts gelitten hat, zuträglich sein. Darüber hinaus soll die Bedeutung der Luftfahrt imBewusstsein der Öffentlichkeit und in Politikerkreisen hervorgehoben werden.

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Trainingskampagne über der Nordsee

Schweizer Luftwaffe Zu Gast beim Jagdgeschwader 71

Ab dem 20. Juli trainierte die Schweizer Luftwaffe während sechs Wochen mit acht F/A-18 über der Nordsee den Luftkampf und das Schiessen mit Luft-Luft-Lenkwaffen AIM-9P auf Schleppziele. Nach einem Zwischenfall mit einer Lenkwaffe in der zweiten Woche, der ohne Folgen blieb, wurde auf das weitere Lenkwaffenschiessen verzichtet. Die Schweizer Delegation stand unter dem Kommando von Major i Gst Jérôme D’Hooghe und war Gast beim traditionsreichen Jagdgeschwader 71 «Richthofen» auf dem nahe der Nordseeküste gelegenen Fliegerhorst bei Wittmund. Das JG 71 ist der letzte Verband, der mit dem F-4F Phantom II Waffensystem ausgerüstet ist. Bei den Übungen spielten die deutschen Phantoms sowohl Gegner wie Verbündete. Auch die Bodenmannschaften wurden in die Übungen einbezogen. Auf diese Weise lernten die deutschen Übungsteilnehmer das Waffensystem F/A-18 besser kennen. Dies ist insofern von Bedeutung, als auchSpanienals NATO-Mitglied über Hornets verfügt. Alle Einsätze (normalerweise drei pro Tag) wurden minutiös vorbereitet und anschliessend detailliert ausgewertet. Dazu standen modernste Übermittlungseinrichtungen zur Verfügung, die alle wichtigen Daten jedes Einsatzes festhielten. Briefing und Debriefing auf dem Stützpunkt erforderten wesentlich mehr Zeit als die eigentlichen Einsätze.

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Regionales Tor zur Welt

Vereinigung Pro Flugplatz St.Gallen-Altenrhein 25-jähriges Bestehen

Die Vereinigung Pro Flugplatz St.Gallen-Altenrhein blickt auf 25 Jahre des Bestehens zurück. Das runde Jubiläum wurde am 19./20. September gefeiert. 25 Jahre ist es her, als einige wenige Idealisten die Vereinigung gründeten, um das «Tor zur Welt» für die Region zu unterstützen und zu fördern. Seither setzt sich die VPFA in einer strategischen Partnerschaft mit dem Airport für die Förderung des Luftverkehrs in der Region Ostschweiz – Rheintal – Vorarlberg ein, unterstützt den Flugplatz bei der Organisation eines umweltgerechten Betriebs und koordiniert die Bestrebungen gleichgesinnter Organisationen.

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WM-Medaillen für Schweizer Modellflieger

Modellflug Ein erfolgreicher Sommer 2009

Schweizer Modellflieger gehören seit Jahren zu den Favoriten inmehreren internationalen Wettbewerbsklassen. Der Sommer 2009 brachte einmal mehr verschiedene Medaillen für Einzelpiloten und Teams.

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Stefan Zeberli ist Heissluftballon-Europameister

Aero RevueBallonsport 16. Heissluftballon-Europameisterschaft in Brissac (F)

Der 28-jährige Schweizer Ballon-Pilot Stefan Zeberli aus dem thurgauischen Heldswil ist Heissluftballon-Europameister 2009. Der zweifache Schweizer Meister setzte sich im französischen Brissac Quincé an der 16. FAI-Europameisterschaft gegen 82 weitere Teams aus 24 Staaten durch. Zeberli erreichte 15708 Punkte und verwies damit den amtierenden Weltmeister François Messines (Frankreich) mit 15335 Punkten und Richard Parry (England) mit 15284 Punkten auf die Ehrenplätze. Die Schweiz war mit insgesamt drei Teams vertreten, wovon die beiden anderen Mannschaften die Plätze 58 beziehungsweise 78 belegten.

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WM-Silber für Schweizer Fallschirmspringer

Fallschirmsport Militärsport-Weltmeisterschaft (CISM) in Lucenec (Slowakei)

Der internationale Militärsportverband Conseil International du sport militaire (CISM) führte vom 14. bis 22. August 2009 auf dem Flugplatz von Lucenec in der Slowakei die militärische Weltmeisterschaft im Fallschirmspringen durch. Für die Schweiz war das Team «Rotondo» mit Oberleutnant Thomas Fritsche, Leutnant Pascal Müller, Soldat Jürg Hegner, Soldat Lukas Koller und dem Videomann Oberleutnant Reto Bösch (allesamt Fallschirmaufklärer der Kompanie 17 der Schweizer Luftwaffe) am Start. In der Disziplin Formationsspringen erreichte das Schweizer Team den zweiten Rang. Weltmeister wurde das belgische Team, auf Rang drei landete die Mannschaft aus Spanien.

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Kabel–die (un)sichtbareGefahr

Unfall eines Helikopters bei Eglisau (ZH)

Die Stimmung im Cockpit an jenem Morgen des 26. Juli 2007wurdevom Kameramann, der neben Pilot und Regisseur im Helikopter MDD 500N mitflog, als beinahe «andächtig» beschrieben. Es fielen zu diesem Zeitpunkt lediglich einige Ausdrücke der Begeisterung über die schönen Spiegelbilder der Brücke auf der wellenlosen Wasseroberfläche des Rheins. Der mit einer Spezialkamera ausgerüstete Helikopter war im Rahmen eines Fernsehprojektes eines privaten Produzenten unterwegs. Es sollten Filmaufnahmen der Landschaft Schweiz gedreht werden. Um 8.54 Uhr wurde die Idylle jäh unterbrochen. Der Helikopter kollidierte flussabwärts über dem Rhein – unmittelbar vor der Eisenbahnbrücke – auf einer Höhe von 18m/- GND südlich von Eglisau mit einer den Fluss überspannenden Starkstromleitung. Der Pilot konnte den beschädigten Helikopter auf einem Feld landen. Die Insassenwurdennicht verletzt.

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Plus 450 Meter Pistenlänge

Für die Wirtschaftsregion Jura Südfuss, für Flugsportkreise und die fliegerische Nachwuchsförderung ist der Flughafen Grenchen wichtig. Die Hartbelagpiste von bisher 1000 Metern soll um 450 Meter Richtung Osten verlängert werden.

Grenchen Airport hat sich eine neue Strategie zurechtgelegt. «Sie beinhaltet die stärkere Fokussierung auf den Geschäftsreiseverkehr und basiert auf den drei Standbeinen Flugausbildung, Allgemeiner Luftsport, Businessaviation», wie Flughafendirektor Andreas Wegier bekräftigte. Linienflüge und Charterverkehr seien auch künftig kein Thema, ergänzte VR-Präsident Alfred Lüthi, selber ein erfahrener Pilot und beruflichCEO der FirmaMecaplex Grenchen.

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Airshows 2009

Dittinger Flugtage 2009

Rund 20000 Besucher belohnten am Wochenende vom 29. und 30. August mit ihrem Erscheinen das wiederkehrende Engagement der Organisatoren der Dittinger Flugtage. Vor einer idyllischen Kulisse und im Schweinwerferlicht einer ununterbrochen strahlenden Sonne jagten sich die Highlights und buhlten die Akteure aus aller Welt um die Aufmerksamkeit der Fliegerfans. Aviatische Präferenzen jeder Art wurden abgedeckt. Ob anmutiger Segelkunst- und Formationsflug, imposante Jet-Demos, atemberaubende Motorflug- Vorführungen oder die lautlosen Landungen der Fallschirmaufklärer: das ganze Spektrum der Luftfahrt gab sich über dem sympathischen Flugfeld im Grünen ein Stelldichein. Weder fehlte die Patrouille Suisse, die in diesem Jahr ihren 45. Geburtstag feiert, noch liessen sich das Super Puma Display, das Breitling Jet Team, das Pioneer Team oder die Royal Jordanian Falcons diesen Auftritt entgehen.

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Im Dienste der Luftfahrt

Am 1. Juli 2005 wurde an der Universität St. Gallen das erste Kompetenzzentrum für Luftfahrt in der Schweiz gegründet. Das HSG-Center für Aviation Competence (CFAC) dient als kompetente Anlaufstelle für Fragen im Zusammenhang mit der Luftfahrt. Ein Interview mit Dr. Andreas Wittmer, Leiter des CFAC-HSG.

Das Center for Aviation Competence (CFAC): die kompetente Anlaufstelle für Fragen im Zusammenhangmit der Luftfahrt. Zweck dieses Kompetenzzentrums ist die Unterstützung der Luftfahrt durch Forschungen und Dienstleistungen sowie durch Seminare und Konferenzen auf wissenschaftlicher Basis. Es bietet für Betriebe der Luftfahrt eine Aus- bzw. Weiterbildung auf dem Gebiet der Luftfahrt an. Das Kompetenzzentrum, welches im Jahr 2005 durch Prof. Dr. Roland Müller, ehemaliger Präsident des Aero-Club der Schweiz, initiiert wurde, konzentriert sich auf die drei Geschäftsfelder Forschung, Lehre und Dienstleistungen. Was ist im Detail unter den einzelnen Bereichen zu verstehen? Undwer profitiert von diesen Dienstleistungen? Andreas Wittmer, Leiter des CFAC, beantwortet im nachfolgenden Interview Fragen zur Gründungsgeschichteund zur Philosophie und informiert über Sinn und Zweck des CFAC.

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Der schnelle Drache von De Havilland

Vor 75 Jahren startete in England mit der De Havilland D.H. 89 Dragon Rapide ein Verkehrsflugzeug zu seinem Erstflug, das sich zu einem Klassiker entwickeln sollte. Erstaunlich dabei: Bevor das neue Flugzeug auf der britischen Insel öffentlich vorgestellt wurde, hatte die Ostschweizerische Aero Gesellschaft St. Gallen bereits den Prototyp übernommen und in Dienst gestellt.

Als eines der letzten Doppeldecker-Verkehrsflugzeuge wurde die Entwicklung der D.H. 89 von einem Ingenieur- Team unter der Leitung vonArthur E. Hagg im Jahre 1933 begonnen. Grundsätzlichwar das Flugzeug eine verkleinerte Version der viermotorigen D.H. 86, die aufgrund vonaustralischen Wünschen entwickeltwordenwar. Äusserlich wirkte das Flugzeug, anfangs als Dragon Six bezeichnet, wie eine verkleinerte Version seines Vorgängers. Es hatte aber einen komplett neuen, trapezförmigen Flügel, eine starkverbesserte Stromlinienformund stärkere Motoren. Ausgelegt wurde es für einen Piloten und sechs Passagiere.

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Fliegendes Hightech-Labor

Auf diesen Tag haben die Piloten und Wissenschaftler der 31 Forschungsinstitute, die sich für den 68 Millionen Euro teuren Jet stark gemacht haben, lange gewartet: Am 26. Januar 2009 hat der Zulassungsflug des neuen Forschungsflugzeuges HALO stattgefunden. RUAG (Oberpfaffenhofen) hat allein 60 000 Stunden in den Ausbau investiert. Ab Herbst 2009 finden die Flugerprobungen für die Basisausstattung und Aussenanbauten statt. Ab Frühjahr 2010 werden die Nutzerflüge beginnen.

HALO (High Altitude and Long Range Research Aircraft) ist das neue Mitglied der Forschungsflotte des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Das Flugzeug vom Typ Gulfstream G550 war von einem Businessjet zu einem modernen Forschungsflugzeug umgebaut worden. Seit im Jahr 2005 der Bau des insgesamt 62 Millionen teuren Jets besiegelt wurde, haben deutsche Umwelt- und Klimaforscher zahlreiche Missionsvorschläge erarbeitet, die nur mit HALO realisiert werden können. Die wissenschaftlichen Fragen, die mit HALO beantwortet werden sollen, sind vielfältig: Wie verändert sich die Selbstreinigungskapazität der Troposphäre? Wie werden Spurenstoffe von der Troposphäre in die Stratosphäre transportiert, und welchen Einfluss hat der Flugverkehr auf die Bildung von Zirruswolken? Die grosse Reichweite und die umfangreichen Modifikationen machen HALO ausserdem zu einem idealen Träger für Aufgaben aus dem Bereich der Erdfernerkundung.

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Nebel–die tückische«Bodenwolke»

Ein Flug erfordert in jedem Falle ein sorgfältiges Studium der Wetterlage. Damit die Flugwetterinformationen richtig interpretiert werden können, geht der nachstehende Beitrag auf einige Hintergründe ein. Es soll aufgezeigt werden, welche Informationen aus den verschiedenen Flugwetter-Produkten gewonnen werden können – aber auch, welche eben nicht.

Bei blauem Himmel fahren wir an einem Herbstmorgen zum Flugplatz St.Gallen-Altenrhein (LSZR). Kaum nähern wir uns dem tiefer liegenden Bodensee, stellen wir fest, dass eine dünne Nebelschicht über dem Flughafen liegt. Wie zäh und wie verbreitet ist dieser Nebel? Können wir unseren Flug nach Grenchen durchführen? Bei Konsultation der Flugwetterinformationen sehen wir bereits in der Flugwetterprognose, wie es um den Nebel steht: Im Mittelland einige Nebelfelder, Obergrenze 1800 bis 2500 ft/msl. Auflösung gegen Mittag. Sicht im Nebel unter 1 Kilometer. Sicht ausserhalb des Nebels in den Niederungen zunächst 5 bis 8 Kilometer, sonst meist über 8 Kilometer.

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Pioniergeist mit Potenzial

Aero RevueDie erste Swiss AeroExpo gehört der Vergangenheit an. Der Initialanlass zur ersten Schweizerischen Messe für die Allgemeine Luftfahrt hat zu Reden gegeben. In jeder Hinsicht. Doch wo sich Menschen engagieren, sind meist auch Kritiker nicht weit. Die Organisatoren haben ihre Lehren gezogen – und bereiten sich schon heute auf eine zweite Auflage der Messe vor. Diese soll sich wesentlich von der diesjährigen Ausstellung unterscheiden. Sowohl im Hinblick auf das Programm als auch auf den Standort.

Die Idee war durchschlagend, das Engagement lobenswert. Die Schweiz – laut Veranstalter mit der höchsten Pilotendichte Europas – sollte endlich eine eigene Messe für die Allgemeine Luftfahrt haben. Ruedi Stählin, seines Zeichens selber Privatpilot und Messeorganisator, beschloss, diese Vision in die Realität umzusetzen.Am20. August 2009 gipfelte die intensive Vorbereitungszeit in der Eröffnung der ersten Swiss AeroExpo auf dem Flugplatz Buochs, im Beisein zahlreicher geladener Gäste. «Im Zeichen der Wirtschaftskrise eine Messe wie die Swiss AeroExpo zu veranstalten, braucht Mut und Weitsicht», fand Hans-Peter Lüthi, Leiter Wirtschaftsförderung des Kantons Nidwalden, in seiner Eröffnungsrede anerkennende Worte. Es zeuge aber auch von Pioniergeist, welcher in der Aviatik schon immer vorhanden gewesen sei.

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Special sphair

Aero RevueDen Traum in der Hand

Die Brevetierung bildet für die angehenden Berufsmilitärpiloten der Luftwaffe den krönenden Abschluss einer langen, intensiven und anspruchsvollen Ausbildung. Am Anfang stand immer die Fliegerische Vorschulung. Sie feiert heuer das 50-jährige Bestehen.

Fliegen muss kein lebenslanger Traum bleiben. Ihn Realität werden zu lassen, bedarf zwar eines hohen persönlichen Engagements. Wenn anfangs auch die Realität fern schien: Tausende haben es geschafft. Ihr erster Schritt nach vorne, ins Cockpit eines Flugzeugs, begann mit dem Glauben an sich selbst und der persönlichen Überzeugung: Ich kann es schaffen. In den vergangenen 50 Jahren haben mehr als 6200 junge Frauen und Männer die Fliegerische Vorschulung mit Erfolg absolviert. Bei den Fallschirmaufklärernwaren es 1350. Viele von ihnen haben eine glanzvolle fliegerische Karriere hinter sich, andere haben sie noch vor sich. Allen Absolventen ist eines gemein: die Verbundenheit, die Liebe zur Fliegerei.

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Die Anfänge der Fliegerischen Vorschulung FVS

Am 3. Oktober 1958 übertrug der Bund mit einem Bundesbeschluss dem Aero-Club der Schweiz (AeCS) die administrative Leitung und die Durchführung der Fliegerischen Vorschulung. Ziel war es, junge Männer auf ihre charakterliche und fliegerische Eignung zu überprüfen und dafür zu sorgen, dass der Pilotennachwuchs gefördert und gesichert wurde. Zehn Jahre später kam die Vorschulung für die Fallschirmgrenadiere (heute Fallschirmaufklärer) dazu. Fast dreissig Jahre dauerte es, bis auch junge Frauen zu dieser Selektion zugelassen wurden: Erst 1987 gab es die ersten gemischten Kurse.

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Die FVS-Flugzeuge von gestern

Aero RevueDie Kurse für die Fliegerische Vorschulung FVS wurden auf verschiedenen Flugplätzen in der ganzen Schweiz durch zivile Flugschulen und Sektionen des Aero-Club der Schweiz durchgeführt. Durch diese dezentrale Organisation kamen entsprechend viele verschiedene Flugzeugtypen zum Einsatz, da der Maschinenpark keineswegs einheitlich war. Neben vereinzelten weiteren Typen wurden hauptsächlich die nachfolgend aufgeführten Flugzeugmuster verwendet.

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Die FVS als Startrampe zu einer erfolgreichen Karriere

Jürg Walser machte eine lange Karriere in der Schweizer Militärfliegerei, die ihn in verschiedene Führungspositionen brachte, ihm immer wieder Begegnungen mit jungen Piloten und Pilotenanwärtern ermöglichte und die schliesslich im Posten des stellvertretenden Verteidigungsattachés sowie des Verteidigungsattachés in Washington gipfelte. Begonnen hatte alles mit dem Kurs 1 der Fliegerischen Vorschulung FVS.

Ich ging einen unüblichen Weg, um zur Fliegerei zu kommen», schildert Jürg Walser seinen Einstieg ins Pilotenleben und fährt fort: «Damals gab es bereits die Sommer- und Wintergebirgskurse als militärischen Vorunterricht. Schon immer hatte mich die Fliegerei fasziniert, aber damals war gar nicht so bekannt, dass man eine bezahlte erste Ausbildung bekommen könnte.» Dass er eine lange fliegerische Karriere vor sich hatte, wusste er damals natürlich nicht.

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Vom Segelflieger zum Hornetpiloten

Nicolas Rossier entstammt einer Fliegerfamilie und wurde als Jugendlicher zuerst Segelflugpilot. Dann eröffnete ihm die Fliegerische Vorschulung FVS (heute SPHAIR) den Weg zum Militärpiloten. Er bestand die hohen Hürden der Selektion und erreichte nach langer und harter Ausbildungszeit sein Ziel. Heute fliegt er in der Fliegerstaffel 17 die F/A-18 Hornet.

Ein Vater kann das beste Vorbild sein. So war es sicherlich in der Familie Rossier. Als Sohn Nicolas 1983 geboren wurde, flog sein Vater regelmässig Einsätze als Militärberufspilot. Später wechselte er zur Swissair,wurde Captain und arbeitet heute für die Charterfluggesellschaft Privatair in Genf.

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Babyschuhe und Makila-Triebwerke

Aero RevueWer sich auf die SPHAIR-Homepage klickt, bleibt unweigerlich an ihrem freundlich lächelnden Gesicht hängen: Hauptmann Susanne Siegenthaler-Schürmann steht an der Front. Nicht nur auf der SPHAIR-Website, sondern auch im Leben. Sie hat erreicht, wovon andere träumen, weil sie in die Realität umgesetzt hat, wovon sie selber immer geträumt hat.

 

 

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Kurven fliegen ohne g-Belastung

Der Aargauer Urs Bruggisser hat sich für die Zivilluftfahrt entschieden. Als Pilot bei der Edelweiss Air fliegt er heute weltweit attraktive und anspruchsvolle Feriendestinationen an. Doch G-Anzüge, extreme Beschleunigungen, Sauerstoffmaske und Helm kennt er bestens. Vor dem Wechsel ins zivile Cockpit flog er jahrelang Kampfjets der Luftwaffe. Ein Leben als Pilot – für Bruggisser mehr Berufung denn Beruf.

Seine Welt sind die Cockpits. Vom engen, bescheiden instrumentierten Segelflugzeug, in dem er als junger Mann an der Fliegerischen Vorschulung sein Talent zu beweisen hatte, bis zu den anspruchsvollen Kanzeln von PC-7, Vampire Trainer, Hunter, Hawk und Mirage. In allen ist er gesessen. Motorloses Gleiten mit 80 km/h bis zum Luft- und Erdkampf sowie Tiefflug-Aufklärung im Grenzbereich des Schalls: Alle Facetten der Fliegerei hat er in seiner Militärlaufbahn erlebt.

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Hinter den feindlichen Linien

Aero RevueWer sich zur Truppengattung Fsch Aufkl zählen darf, hat Bemerkenswertes geleistet. Der Weg zum Fallschirmaufklärer ist lang, hart und jährlich nur wenigen Rekruten vorbehalten: den Besten. Der Ostschweizer Benjamin Gröli ist einer von ihnen.

Man nennt sie Fallschirmaufklärer und sie sind eine Spezialeinheit der Luftwaffe. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, im feindlichen oder besetzten Gebiet Nachrichten zu beschaffen. Die Schweizer Fallschirmaufklärer arbeiten autonom, verdeckt und ohne direkteUnterstützung der eigenen Truppen. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben steht ihnen eine Vielzahl von Spezialgeräten zur Verfügung. Je nach Einsatzart springen die Fallschirmaufklärer aus 200 Meter bis 8000 Meter Höhe (über Grund). Fallschirmaufklärer können unter Umständen auch für Humanitär- sowie für Versorgungseinsätze in unzugänglichen Gebieten eingesetzt werden.Umdieser anspruchsvollen Aufgabe gewachsen zu sein, werden Fallschirmaufklärer in der Ausbildung hart gefordert. Siewerden intensiv inKampf-, Survival- und Aufklärungstechnik trainiert. Die Ausbildung dauert minimal 43 Wochen, für Offiziere 59 Wochen. Lange, schwierige, zermürbende Wochen; etwas vom Härtesten, was es an Ausbildung in der Schweizer Armee gibt.

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Auf jeden Fall eine Lebensschule

Beat «Ari» am Rhyn hat als talentierter Pilot von der FVS bis zur Patrouille Suisse alle Stufen einer Militärpilotenkarriere durchlaufen. Heute sucht er als Geschäftsleiter von SPHAIR selber nach jungen, begabten Menschen und ermöglicht ihnen den Einstieg in die Aviatik. Imnachstehenden Interview erteilt er den heutigen Jugendlichen einen väterlichen Ratschlag: «Versucht es unbedingt.»

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Mit SPHAIR in die Aviatik

Für junge Menschen stellt SPHAIR eine ideale Plattform für den Start einer Karriere in der Luftfahrt dar. Anhand von Eignungstests erkennen Absolventen ihr Potenzial – und möglicherweise auch ihr Talent zum Piloten. Ein zweiwöchiger Flugkurs klärt die Eignung ab und vermittelt die ersten Grundlagen des Fliegens.

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Zur Eliteder Luftwaffe gehören

Aero RevueDie SPHAIR-Fallschirmausbildung hat die Aufgabe, der Luftwaffe den Nachwuchs für die Fallschirmaufklärer zu sichern – mit einer anspruchsvollen Abklärung.

Man bezeichnet sie als Eliteformation der Luftwaffe: Die Fallschirmaufklärer werden in einem breiten Spektrum hart gefordert und professionell ausgebildet. Ab 1972 gesellte sichdie Selektion für Fallschirm-Grenadiere, wie sie damals genannt wurden, zur Fliegerischen Vorschulung und ging 2005 in SPHAIR über. Der erste Kontakt findet ebenfalls via Internet statt und dies spätestens drei Jahre vor der Rekrutierung. Ist das «Feuer» für die Ausbildung zum Fallschirmaufklärer erst entfacht, trennen den Interessenten nur noch wenige Mausklicke von der Stufe «Anwärter» beziehungsweise dem Weg zu einer interessanten und herausfordernden militärischen Ausbildung der Schweizer Armee.

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Von Anfang an dabei

Die Zusammenarbeit zwischen dem Aero-Club der Schweiz und der Fliegerischen Vorschulung hat eine jahrzehntelange Tradition. Schon vor 50 Jahren wurden dem AeCS organisatorische und administrative Aufgaben übertragen – und erst diesen Frühling wurde die Zusammenarbeit mit SPHAIR vertraglich neu besiegelt.

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«Wie die tollkühnen Männer...»

Thomas Bucheli wollte unbedingt Militärpilot werden. Gereicht hat es nicht ganz, aber das Fliegen im Einklang mit den Elementen Wind und Wolken hat ihn so beeindruckt, dass er Meteorologe wurde. An die FVS erinnert er sich gerne zurück.

Er bewahrt alles in seinen Erinnerungen auf. Gute Erinnerungen seien es, sagt der bekannte TVMeteorologe Thomas Bucheli. «Ich wollte unbedingt Pilot werden», betont er. Eine Bildtafel einer DC-3 habe diesen starkenWunsch ausgelöst, damals in der ersten Klasse. «Die will ich einmal fliegen», sagte sich klein Thomas. Später pilgerte er, «angefressen» von der Fliegerei, fast wöchentlich auf den Flugplatz Beromünster, wo er den Flugzeugen zuschaute, oder in die Fliegerhallen des Verkehrshauses in Luzern. Und dort lagen die Unterlagen über die Fliegerische Vorschulung auf. Thomas meldete sich an.

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