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Ausgabe 11 /2010

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Deutsche Headhunter suchen derzeit den «Mister Luftfahrt». Keine Casting-Show, sondern eine ernsthafte Angelegenheit. «Laut, umweltschädlich und dabei hoch profitabel»: Das öffentliche Urteil unserer nördlichen Nachbarn über die Luftverkehrswirtschaft ist vernichtend. Neidisch blicken die Aviatiker auf die Autobauer, denen es unter CDU-Mann Matthias Wissmann gelungen ist, ihr Image grundlegend aufzupolieren. In nur drei Jahren als Präsident des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie hat der ehemalige Bundesverkehrsminister die Branche von ihrem Image als «Umweltverpester » befreit, ihr fünf Milliarden Euro über die Abwrackprämie gesichert und dem Land suggeriert, deutsche Autos führen schon bald mit Elektromotoren der klimaneutralen Zukunft entgegen, wie das «Handelsblatt» bilanziert. Und nun suchen Headhunter den «Wissmann der Lüfte». Und wie präsentiert sich das Bild hierzulande? Auf höchster politischer Ebene fristete die Luftfahrt in den letzten 15 Jahren nicht eben ein populäres Dasein. Sie hatte in der Vergangenheit vor allem dafür zu kämpfen, dass sie ihren Sorgen und Nöten genügend Luft verschaffen konnte und diese überhaupt ernst genommen wurden. Entsprechend intensive Anstrengungen auf politischer Ebene von Seiten Aviatikverbände waren deshalb unerlässlich. Hier hat gerade auch der AeCS in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit geleistet – jüngst mit der erfolgreichen und imagefördernden Aktion «100 Jahre Luftfahrt in der Schweiz». Doch die Luftfahrt braucht auch auf höchster Ebene endlich jene Anerkennung, die ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung entspricht. Nach dem vormaligen Verkehrsminister, dessen aviatische Affinitäten sich auf philosophische Höhen- und politische Tiefflüge beschränkten, lastet nun die Hoffnung des Fliegervolkes auf den Schultern seiner Nachfolgerin. Die Epoche des naserümpfend an den «schweren aviatischen Themen» Herumzüpfelns ist vorbei. Gefragt ist eine Persönlichkeit, die Prozesse und Probleme mit Sachverstand, zumindest einem beruflichen Interesse gegenüber der Luftfahrtpolitik, mit Scharfsinn und einer weitsichtigen Betrachtungsweise anzupacken in der Lage ist. Gelingt dies Doris Leuthard, kann sie anstelle von jurassischen Stallstiefeln in Zukunft das Krönchen der «Miss Luftfahrt» zu Hause an die Garderobe hängen.

Patricia Andrighetto
Redaktorin
AeroRevue


Differenzbereinigung mit Makel

Luftfahrtgesetz-Teilrevision 1 Nationalrat bereinigt Differenzen

Anlässlich der Herbstsession hat der Nationalrat am 21. September 2010 die Differenzen zwischen den beiden Räten zur Luftfahrtgesetz-Teilrevision 1 bereinigt. Der Nationalrat ist dabei dem Antrag der Mehrheit der Kommission gefolgt und hat dem Beschluss des Ständerates zugestimmt. Abgelehnt wurde ein bedeutungsvoller Minderheitsantrag zum Art. 108a. Dieser hätte festhalten wollen, dass der Bundesrat bei Regulierungen «über internationale Standards nur in begründeten Ausnahmefällen hinausgehen kann, wobei er den Stand der Technik sowie die wirtschaftliche Tragbarkeit zu berücksichtigen hat.» Dafür eingesetzt haben sich insbesondere Gabi Huber und Markus Hutter von der FDP.

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Der Vogel hat sein Nest verlassen

Solar Impulse Landungen in Zürich und Genf

Nach verschiedenen Testflügen ab Payerne landete das Forschungsflugzeug von Solar Impulse erstmals auf zwei andern Flugplätzen. Zuerst wurde Genève-Cointrin beehrt, wenige Tage später folgte Zürich-Kloten. Lautlose Stippvisite Fast lautlos kam die HB-SIA über dem Zürcher Flughafengelände an und setzte am 22. September um 14.30 Uhr auf Piste 34 auf. Mit André Borschberg am Steuer war das Solarflugzeug um 8.09 Uhr in Payerne gestartet und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 48 km/h über das Schweizer Mittelland geflogen. Der Besuch auf dem Flughafen Zürich dauerte eine halbe Stunde, dann startete die filigrane Konstruktion um 15 Uhr – wiederum fast lautlos –, um zurück nachPayerne zu fliegen.AmBoden stand Bertrand Piccard in ständigem Telefonkontakt mit André Borschberg und liess die Anwesenden via Lautsprecher an den Gesprächen teilhaben.

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Swiss Civil Aviation 2009

Statistik des BAZL Bewegungen und Fluglizenzen

Interessantes zeigt die Statistik «Swiss Civil Aviation 2009» des BAZL bei den Flugbewegungen auf: Unter den Regionalflugplätzen führt der Flugplatz Birrfeld mit 78411 Bewegungen die «Rangliste» an, gefolgt von Grenchen (77267) und Bern Belp (57847). Insgesamt verzeichnen alle zehn Regionalflughäfen 408984 Bewegungen. Gut 103000 mehr wurden 2009 auf den drei Landesflughäfen gezählt (512163). Mit Abstand am meisten Flugbewegungen generieren indes die übrigen Flugplätze und Flugfelder: Zusammen kamen diese auf 556332 Bewegungen und dokumentieren damit erneut ihre Bedeutung für die Schweizer Zivilluftfahrt.

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Erste Schweizer Alouette III nach Pakistan transportiert

Luftwaffe Alouette III wird in Pakistan in Überschwemmungsgebieten eingesetzt

Die erste Schweizer Alouette III ist nach Pakistan geflogen! Natürlich nicht aus eigener Kraft: Eine Lockheed C-130E der pakistanischen Luftwaffe holte den Helikopter in Emmen ab. Rotorkopf, Rotorblätter und Heckrotor waren entfernt worden und wurden zusammen mit weiteren Bestandteilen in Kisten in das Transportflugzeug verladen. Die Maschine war aus Islamabad mit einer Zwischenlandung in Istanbul nach Emmen geflogen.

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Legenden der Lüfte in 3-D

Verkehrshaus der Schweiz Neuer Fliegerfilm

Wer das Verkehrshaus der Schweiz besucht, tut dies meistens, um Verkehrsmittel aus vergangenen Zeiten zu entdecken. Seit neuestem gilt auch das Gegenteil: Im Filmtheater ist ab sofort täglich der neueste Fliegerfilm in 3-D zu geniessen. Mitten im Geschehen Zwar kommen auch hier die Geschichtsinteressierten auf ihr Rechnung: Stearman, Super Constellation oder Harrier sind in Stephen Lows neuestem Film «Legends of Flight 3D» intensiv zu erleben. Doch es geht in erster Linie um das Entstehen der modernsten Airliner Airbus A380 und Boeing 787 Dreamliner. Dabei ist es beileibe nicht nur die Technik, die fasziniert.

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Neue Ausrichtung

St. Gallen-Altenrhein Aus VPFA wird IGOL

25 Jahre nach ihrer Gründung richtet sich die Vereinigung Pro Flugplatz St. Gallen-Altenrhein (VPFA) neu aus. Aufgrund der erfolgreichen Entwicklung der Luftfahrt setzt sich die VPFA zum Ziel, die Interessen der Luftfahrt in der Ostschweiz abzudecken. Dazu hat sie an ihrer 25. Mitgliederversammlung sowohl die Statuten als auch den Namen geändert.

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Schweizer Team gewinnt 54. Gordon Bennett Cup

Bristol (GB) Team Frieden/Witprächtiger legt die längste Distanz zurück

Die beiden Ostschweizer Ballonfahrer Kurt Frieden und Pascal Witprächtiger haben mit ihrem Gasballon MM Technics die härteste und traditionsreichste Ballonsportveranstaltung, den 54. Coupe Aéronautique Gordon Bennett, gewonnen. Die beiden Ballonfahrer starteten mit ihrem BallonMMTechnics (Volumen: von 1000 Kubikmeter Gas) am 25. September, kurz vor Mitternacht, in Bristol (GB) und landeten am Vormittag des 28. September nach einer fast sechzigstündigen Fahrt an der rumänischen Schwarzmeerküste, 2435 Kilometer vom Startort entfernt. Insgesamt legte das Team Frieden/Witprächtiger eine Strecke von rund 3300 Kilometern zurück, die durchschnittliche Geschwindigkeit betrug dabei 56 Stundenkilometer und mit 5100 Metern wurde die höchste Höhe über Meer erreicht.

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WM-Bronze für Stefan Zeberli

Debrecen (Ungarn) Heissluftballon-Weltmeisterschaft mit erfolgreichem Schweizer Team

Der 29-jährige Schweizer Ballonfahrer Stefan Zeberli gewinnt an den Heissluftballon- Weltmeisterschaften im ungarischen Debrecen mit dem Wettkampfballon Hot Air Racer MM Technics die Bronzemedaille. Damit hat der junge Thurgauer sein ballonfahrerisches Können erneut bestätigt: Bereits im letzten Jahr wurde der bislang dreifache Schweizer Meister mit dem Europameistertitel gekürt.

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Unterstützung der CISM-Springer wird verlängert

CISM Luftwaffe unterstützt den militärischen Fallschirmsport weiterhin

Die Schweizer Fallschirmspringer belegen bei militärischen Wettkämpfen immer wieder vorderste Plätze. Der Führungsrapport Luftwaffe hat an seiner Sitzung vom 15. Oktober 2010 entschieden, diese erfolgreichen Sportler weiterhin zu unterstützen. Befristete Unterstützung CISM (Conseil International du Sport Militaire) ist die internationale Dachorganisation der Militärsportler. In der Schweiz werden alle CISM-Tätigkeiten vom Heer koordiniert. Bei den Fallschirmspringern bestehen aber naturgemäss enge Verbindungen zur Luftwaffe. Die CISM-Fallschirmspringer springen bei ihren Trainings aus den Pilatus PC-6 Turbo Porter der Luftwaffe ab.

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SWANS – das freiwillige Meldewesen im Aufwind

Schweizer Zivilluftfahrt – Sicherheitsbericht 2009 (Teil 2)

Im Vergleich zu den EASA-Staaten steht die Schweiz 2009 mit einer Unfallrate von null bei den Flugzeugen über 2250 Kilogramm maximalem Startgewicht gut da. Die EASA weist für ihre Mitgliedstaaten 35 Unfälle und 245 Todesfälle aus. Aufgrund der unterschiedlichen Datensätze nicht möglich ist ein Vergleich für die Flugzeuge mit einem maximalen Startgewicht unter 2250 Kilogramm und die Helikopteroperationen. Risiko-Portfolio Um die Übersicht über die wesentlichen Risiken in der Schweizer Luftfahrt erhalten zu können, führt das BAZL ein Risiko-Portfolio. Dieses basiert auf ausgewerteten Daten und der Einschätzung durch Experten aus allen sicherheitstechnischen Bereichen des Amtes.

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Senkrechtstart

Don Vito Wyprächtiger: ein Name mit Potenzial. Der mehrfache Motorkunstflug-Schweizermeister und Chefmechaniker von «Red Bull Top Gun» Hannes Arch ist auf internationalem Eroberungsfeldzug. Als erster Schweizer überhaupt am Start des Reno Air Race (USA) sicherte sich der 29-Jährige bereits als Rookie (Anfänger) den zweiten Platz. Doch das Rennen hat erst richtig begonnen.

Miss Reno Rodeo im Arm, den Uhrenhersteller Oris im Rücken und für die Zeitschrift «Playboy» vor der Linse. Wie man das schafft? Zum Beispiel, indem man sich als erster Schweizer Rennpilot in der 47-jährigen Geschichte des Reno Air Race kompromisslos auf dem rechten Podestplatz positioniert und sich zu Hause gleichzeitig die Auszeichnung als «Rookie of the Year 2010» an die Wand pinnen kann. Aber das sind selbstredend nur die Schlagzeilen einer bemerkenswerten Biografie. Auch besagter Pilot, Don Vito Wyprächtiger, hat mal klein angefangen – auch wenn er vielleicht ein wenig schneller gross wurde als andere.

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Hart, aber herzlich

Die Frachtfliegerei ist ein raues Business. Hektik bestimmt den Alltag, Pünktlichkeit ist alles und der Teufel liegt im Detail. Ein Unternehmen aus der Schweiz hat in harten Zeiten das Timing fest im Griff.

Der Nachthimmel gehört den Kurierfliegern. Im europäischen Luftraum steuern sie aus allen Richtungen die riesigen Verteilzentren Frankfurt, Köln, Amsterdam, Leipzig oder Paris an, um ihr Stückgut auszutauschen. Um Mitternacht herrscht geschäftiges Treiben auf den Air Cargo Hubs: Aus den Frachtbäuchen werden Smart- PhonesundMedikamente entladen, mitAutoteilenundMikrochipswerden sie wieder gefüttert. In den frühen Morgenstunden schwärmen sie erneut aus, um exakt nach Tagesanbruch zu landen. Denn auf vielen Flughäfen läuft nachts gar nichts. In Zürich und Basel zum Beispiel gilt für Charterflüge als früheste Start- und Landezeit sechs Uhr. Dies bedingt eine akkurate Planung in einem Geschäft, wo die Minuten teuer sind. 2009 wurden von der Schweiz aus auf dem Luftweg über 300 Tausend Tonnen Fracht transportiert. Das klingt nach viel, doch im Vergleich zum Güterverkehr auf der Strasse mit 360 Millionen Tonnen macht es einen verschwindend kleinen Teil aus. Gegenüber dem Vorjahr ist der Luftfrachtumschlag gemäss Bundesamt für Statistik sogar um einen satten Viertel geschrumpft. Der grosse Brocken der europäischen Luftgüter wird in den Linienflügen der Passagiermaschinen als sogenannte «Bellyfracht» mitgeführt, was kostengünstig, aber wenig flexibel ist. Den Rest, die anspruchsvolleren Aufträge, besorgen spezialisierte Luftfrachttransport-Anbieter.

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Im Westen viel Neues

Verläuft weiterhin alles nach Plan, wird im Frühling 2011 der neue Flugplatz Bressaucourt eröffnet. Der moderne Flugplatz im Grünen wird den Flugplatz Porrentruy ersetzen und eine Randregion wirtschaftlich und touristisch aufwerten.

Die Wirtschaft lechzt nach Pionieren, Perspektiven, Vertrauen, Visionen. Derlei Signale werden aus dem Jura gesendet und tragen die Bezeichnung LSZQ. Dies der ICAO-Code für den neuen Regionalflugplatz im jurassischen Bressaucourt. Das Projekt, dessen Notwendigkeit sich bereits Anfang der 80er Jahre abgezeichnet hatte und das entsprechend initialisiert wurde und schliesslich im Mai 2005 auf eidgenössischer Ebene «grünes Licht» erhalten hatte, befindet sich zwischenzeitlich auf der Zielgeraden. Die offizielle Eröffnung des neuen Flugplatzes ist auf den Frühling 2011 datiert.

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Vom Steuerknüppel zum Sidestick

Mitte der achtziger Jahre begann eine Zeit des Umbruchs in der Zivilluftfahrt. Die ersten Verkehrsflugzeuge mit elektronischer Steuerung wurden ausgeliefert. In Europa etablierte sich unter kräftiger Mitwirkung der jungen Crossair von Moritz Suter der Regionalluftverkehr. Und einmal mehr begleiteten politische Ränkespiele die Beschaffung von neuen Militärflugzeugen.

Im achten Jahrzehnt begann auch in der Zivilluftfahrt, was in den vorangegangenen Jahren in der Raumfahrt erprobt wurde: Die Computertechnologie hielt Einzug. Die Swissair bewies Weitsicht und bestellte als erste Fluggesellschaft das zweite Airbus-Produkt, den A310, und konnte das damals modernste Flugzeug zusammen mit dem Zweitbesteller Lufthansa am 29. März 1983 übernehmen – nach 23 Jahren erstmals wieder ein europäisches Flugzeug. Mit dem A310 konnten 215 Passagiere 3500 Kilometer (in einer späteren Version 6300 Kilometer) weit transportiert werden, mit zwei Triebwerken und lediglich zwei Piloten im Cockpit. Nachdem bereits früher der Beruf des Navigators der technischen Entwicklungen wegen verschwand, machten neue Technologien nun auch den Bordtechniker überflüssig.Weltweit entbrannte ein Streit darüber, ob damit die kommerzielle Luftfahrt überhaupt nochsicher sei. Die neue Cockpittechnologie des A310 nahm den Piloten zahlreiche Routinearbeiten ab und der Informationsgehalt der Anzeigen erhöhte sich und wurde leichter erfassbar.

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Jumbo der 1930er Jahre

1927 begannen Professor Hugo Junkers und sein Konstrukteur Ernst Zindel mit der Entwicklung eines Wasserflugzeugs unter der Bezeichnung J 40, welches Transatlantikmissionen ermöglichen sollte. Allerdings wurde auch eine Landversion unter der Bezeichnung J 38 entwickelt. Von der G 38 wurden schliesslich nur zwei Exemplare gebaut. Die Maschine sollte jedoch ein wesentlicher Schritt in der Entwicklung zum wirtschaftlichen

Mit der Konstruktion und dem Bau der Junkers G 38 (der Buchstabe G steht für Grossraumflugzeug) gelang es dem Konstrukteur Ernst Zindel, eine Idee vonHugoJunkers in die Realität umzusetzen. Das Flugzeug galt damals als ein technisches Wunderwerk. Die letzte Version, die G 38ce, mit einer Spannweite von 44 Metern, einer Länge von 23,2 Metern und einer Höhe von 7,2 Metern sowie einer Tragfläche mit Ausmassen von 290 Quadratmetern lag das Flugzeug weit über den damals üblichen Proportionen. Vier Junkers-Motoren mit insgesamt 2352 kW (3198 PS) waren dafür verantwortlich, das die 24000 Kilogramm schwere Maschine (inklusive Nutzlast von 7200 Kilogramm) mit einer Reisegeschwindigkeit von 185 km/h Passagiere und Fracht sicher an ihr Ziel brachte.

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Champion der Leichtgewichtsklasse

Die P2006 T ist mit einem Standard-Leergewicht von nur 760 Kilogrammdie leichteste, vierplätzige Twin. Vor vier Jahren begann Tecnam mit der Entwicklung, ein Jahr später flog die Maschine zum ersten Mal und am 25. Mai 2009 erhielt sie die EASA-Zulassung. Schon nach dem ersten Flug hat die in Leichtbauweise aus Aluminiumlegierungen gefertigte Tecnam Twin P2600 T den Piloten souverän um den Finger gewickelt.

Andiamo, andiamo! Paolo Pascale zeigt sein Temperament. In typisch italienischer Manier schlürfe ich rasch den kleinen, dickflüssigen, heissen Caffè aus der winzigen Tasse und folge eilends dem Capo des italienischen Flugzeugherstellers Tecnam in Capua nahe Neapel zur grossen Montagehalle. Nach wenigen Schritten sehe ich die zweimotorige P2006 T. Paolo sieht mich lächelnd an. «Unsere neue Italienerin», meint er stolz. Tatsächlich, man sieht ihr die Herkunft an: Elegant, wohlproportioniert, mit sanften Rundungen, langen Flügeln und aufregenden Winglets. An wen nur erinnert mich dieses Flugzeug? Klar, da war doch die legendäre Partenavia P68! Die Ähnlichkeit erstaunt nicht, denn beide stammen vom selben Designer, dem berühmten Luigi Pascale. Allerdings wurde die P68 bereits Mitte der 80er Jahre entwickelt. In dieser Zeit gründete der «Professore», wie er respektvoll genannt wird, mit seinem Bruder Giovanni die Tecnam. Rund 2000 einmotorige Hoch- oder Tiefdecker der Kategorien Ultralight UL und Very Light Aircraft VLA konnte das italienische Unternehmen bis heute verkaufen. Doch Luigis Laufbahn begann viel früher. Bereits 1949 konstruierte der damals 26-Jährige, kurz nachdem er seine Pilotenlizenz erworben hatte, gemeinsam mit seinem Bruder und vier Studenten den Hochdecker P48B Astore. Dies war der Beginn seiner erfolgreichen Karriere als Flugzeugkonstrukteur.

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