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Ausgabe 9 /2010

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«Jeder Mensch lebt nur eine bestimmte Zahl von Herzschlägen lang. Ich habe nicht die Absicht, auch nur ein paar davon zu verschenken, um wie ein Blöder herumzurennen ...», sagt einer, dessen Schritte in die Geschichte eingegangen sind: Neil Armstrong. Wernher von Braun, der bei der Raumfahrtbehörde NASA für die Entwicklung der Saturn-V-Rakete verantwortlich war, bezeichnete damals die Mondlandung als «Triumph des menschlichen Geistes». Seither sind mehr als vier Jahrzehnte vergangen. Das Streben nach «weiter», «höher», «grösser», «schneller» ist ungebrochen. Die Frage der Grenzen stellt sich oft erst im Zusammenhang mit dem Versuch, sie zu überwinden. So hat etwa nach Meinung von Fachleuten der konventionelle Flugzeugbau mit dem Airbus A380 seine Grenzen erreicht. Für diesen Typ ist schon jetzt die Flügelfläche eines halben Eishockeyfelds (rund 850 Quadratmeter) notwendig, um die 560 Tonnen Startgewicht zum Abheben zu bringen. Viel mehr geht nicht. Ein Porträt des Megaliners, der wohl als Schnittstelle zwischen Grenzen und neuen Möglichkeiten betrachtet werden kann, ab Seite 32. Demgegenüber der ultimative Kontrast: Zwei Westschweizer umrunden in 51 Tagen den Globus – mit zwei 750 kg leichten Ecolight- Flugzeugen (ab Seite 24). Ein Ausloten der Möglichkeiten in komplett unterschiedlichen Dimensionen. Gefragt nach seiner nächsten grossen Herausforderung antwortete einer der Piloten pragmatisch: «Eine Familie gründen.» Und Kerstin Felser, eine der weltweit ersten weiblichen A380-Piloten, hat unlängst die Strecke München–Venedig zurückgelegt – zu Fuss. Um zur Erkenntnis zu gelangen, dass das Leben nur ein paar Herzschläge lang dauert und es am Ende entscheidend ist, sich auf das Wesentliche zu besinnen, bedarf es nicht vorgängig einer Mondlandung. Dazu reicht vielleicht auch ein Blick auf Seite 38 in dieser Ausgabe. Das Herz einer geachteten und geschätzten Aeronautikerin, einer Grande Dame der Lüfte, Regula Hug-Messner, hat nach einem bewegten Leben zu schlagen aufgehört. Zahlreichen Schülern hat sie das Ballonfahren sorgfältig beigebracht – und dabei stets besonderen Wert auf die Sicherheit gelegt. Möglicherweise ist es auch ein Triumph des menschlichen Geistes, das Streben nach Höhenflügen mit einem grenzenorientierten Verantwortungsbewusstsein zu verbinden – eine Kombination, die in der Luftfahrt landläufig auch als «Safety» bekannt ist. Mehr dazu ab Seite 14.

Patricia Andrighetto
Redaktorin
AeroRevue


Wird UL-Verbot aufgehoben?

BAZL Umfrage zum Thema UL-Fliegerei

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) lässt seit dem Jahr 2005 sogenannte Ecolight-Flugzeuge in der Schweiz zu. Dabei handelt es sich ausschliesslich um dreiachsig gesteuerte Leichtflugzeuge, von denen mittlerweile verschiedene Typen in der Schweiz fliegen. Die übrigen ultraleichten Luftfahrzeuge, wie beispielsweise gewichtskraftgesteuerte Trikes, ultraleichte Helikopter oder Tragschrauber (Gyrocopter) sind nach wie vor nicht zugelassen. Ebenfalls sind alle ultraleichten Flugzeuge mit einer Flächenbelastung von weniger als 20 kg/m2 gemäss Artikel 2b der Luftfahrtverordnung (LFV, SR 748.01) immer noch verboten.

Seite 4


Weltpremiere für Yves Rossy

Buochs Erster Formationsflug des «Jetman»

In Buochs hat Yves «Jetman» Rossy seinen ersten Formationsflug durchgeführt. Nach dem Absprung aus einem Pilatus PC-6 auf 3500 Metern erreichte er die beiden Boeing Stearman Breitling Wingwalkers, welche auf einer Höhe von 1000 Metern auf ihn «warteten». Die beiden Flugzeuge und der erste mit Düsenantrieb fliegende Mensch boten während sechs Minuten eine atemberaubende Show.

Seite 4


Erfolgreiche Swiss investiert in Flotte und Personal

Swiss International Air Lines Starkes zweites Quartal

Im ersten Halbjahr 2010 erzielte Swiss International Air Lines (Konzern) einen operativen Gewinn von 61 Millionen Franken (Vorjahreshalbjahr: 65 Millionen Franken). Der Betriebsertrag stieg im gleichen Zeitraum um sechs Prozent auf 2245 Millionen Franken (Vorjahreshalbjahr: 2118 Millionen Franken). Das von Swiss WorldCargo betriebene Frachtgeschäft entwickelte sich im zweiten Quartal ausgesprochen positiv und leistete einen bedeutenden Beitrag zur Steigerung des operativen Gewinns.

Seite 5


Agiles Branchennetzwerk

Verkehrshaus Luzern «Swiss Aerospace Cluster» gegründet

Anfang Juli haben Vertreter der führenden Unternehmen aus der Aerospace-Branche den «Swiss Aerospace Cluster» gegründet und den Vorstand, den Fachbeirat sowie den Geschäftsführer bestimmt. An der Gründungsversammlung im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern haben rund 100 Gäste teilgenommen. Als Präsident wurde Dr. Andreas Wittmer, Geschäftsführer Center for Aviation Competence, Universität St. Gallen gewählt. «Swiss Aerospace Cluster» vernetzt die führenden Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrt und der Satellitennavigation sowie Hochschulen und Forschungsinstitutionen.

Seite 6


Showtime in Fairford

Auch in diesem Jahr wartete die grösste militärische Flugschau der Welt, das Royal International Air Tattoo auf der RAF-Basis Fairford, wieder mit besonderen Attraktionen auf – die Veranstalter feierten «70 Jahre Luftschlacht um England». 155000 Zuschauer liessen sich durch die atemberaubenden Vorführungen und die seltenen Jets aus aller Welt begeistern.

Seite 6


Erfolgreiche Schweizer Fallschirmspringer

Buochs CISM-Fallschirm-Weltmeisterschaft mit Gold und Bronze für die Schweiz

Für das Schweizer Team ging die CISM-Fallschirm- Weltmeisterschaft in Buochs erfolgreich zu Ende. Claudia Grätzer gewann im Zielspringen der Frauen die Goldmedaille. «Ich habe mir im Vorfeld schon Medaillenchancen ausgerechnet», sagte die strahlende Siegerin. Vor sechs Jahren hatte Claudia Grätzer Bronze geholt, vor drei Jahren war sie Vierte geworden. Der zweite Podestplatz für die Gastgeber nach dem 3. Rang im Formationsspringen der Männer kamkeiner grossen Überraschung gleich.

Zweiter Weltmeistertitel Mit der Goldmedaille machte Claudia Grätzer sich selber und dem Schweizer CISM-Fallschirm-Team das perfekte Abschiedsgeschenk. Denn mit der Heim-WMging ihre CISM-Karriere zu Ende. Die 49-Jährige aus dem Kanton Zürich nahm nicht weniger als 18-mal an CISMWeltmeisterschaften teil. 1988 wurde Claudia Grätzer schon einmal Weltmeisterin.

Seite 7


Würdige Schweizer Meister – würdig gefeiert

Flugplatz Grenchen Erste gemeinsame Meisterschaften mit würdiger Siegerehrung abgeschlossen

Die besten Luftsportler der Schweiz erkoren vom 18. bis 26. Juni 2010 an den erstmals gleichzeitig auf fünf Flugplätzen durchgeführten nationalen Meisterschaften ihre Champions. Die Wettkämpfe der Sparten Fallschirm, Präzisionsflug (beide Flugplatz Biel-Kappelen), Ballon, Helikopter, Modellflug (Flugplatz Grenchen), Motorkunstflug (Flugplatz Fricktal-Schupfart), Segelkunstflug (Flugplatz Langenthal) und Streckensegelflug (Flugplatz Yverdon) bewegten sich auf hohem Niveau und forderten von den besten Piloten, Fallschirmspringern und Ballonfahrern Höchstleistungen. Die Schweizer Meisterschaften im Luftsport wurden im Rahmen von «100 Jahre Luftfahrt in der Schweiz» erstmals gleichzeitig durchgeführt, mit hohem Engagement organisiert von den Veranstaltern auf den einzelnen Flugplätzen. Diese nutzten die Gelegenheit und machten die Anlässe, teilweise verbunden mit attraktiven Flugtagen, zu einem Happening mit der regionalen Bevölkerung.

Seite 8


«Human Factors» – Trainingspotenzial vorhanden

Jahresworkshop der Plattform«Menschen in komplexen Arbeitswelten»

Vom 5. bis 7. Mai 2010 hat in Aschheim (D) die jährliche Fachtagung des Vereins «Menschen in komplexen Arbeitswelten e. V.» stattgefunden. Führende deutsche Human-Factors-Experten hatten sich zu einer Konferenz über Sicherheit in komplexen Arbeitssituationen zusammengefunden. Seit etlichen Jahren verbreiten diese Fachleute Erkenntnisse auf dem Gebiet der Human Factors in verschiedenen Disziplinen, bei denen Sicherheit und Unfallfreiheit eine massgebliche Rolle spielen. Typische Einsatzgebiete sind die Notfallmedizin, die Kernkraftwerke, die Feuerwehren, die Polizei und natürlich auch die Luftfahrt.

Seite 14


Luft und Wasser

Wasserflugzeugtreffen in Hergiswil Zum Auftakt der diesjährigen Saison fand das erste von fünf in der Schweiz geplanten Wasserflugzeugtreffen am 12. und 13. Juni beim Hotel Pilatus in Hergiswil am Vierwaldstättersee statt. Neben den bereits bekannten «Grössen» wie Jean- Jacques Lörtscher mit seinem exotischen Flugboot UC-1 «Twin-Bee», Alex Kollep mit der gelben Piper und Ivan Aeberli (Präsident der 1999 gegründeten Seaplane Pilots Association Switzerland, SPAS) mit der De Havilland DH-1 «Beaver» gesellte sich erstmals der deutsche Kollege Frank Koinzer mit seiner blau-weissen Piper PA-18A zu dieser illusteren Runde. Trotz der misslichen Witterungsbedingungen – oder vielleicht gerade deswegen – setzten sich auch die Zuschauer an die reservierten Tische der «Wasserflieger». Bei dem schon fast familiären Anlass trugen so manche Anekdoten oder Geschichten aus dem Fliegerlatein zur ausgezeichneten Stimmung bei. Übrigens: Eine Mitgliedschaft bei SPAS, der mittlerweile über 150 Mitglieder angehören, kann jedermann beantragen – mit oder ohne Pilotenlizenz (www.seaplanes.ch)

Seite 16


100 Jahre Luftfahrt an einem Tag

Es war ein würdiger Höhepunkt des Jubiläumsjahres «100 Jahre Luftfahrt in der Schweiz»: Das Flugmeeting Emmen bot trotz teilweise garstigen Wetterbedingungen aviatische Leckerbissen, welche der jubilierenden Schweizer Luftfahrt vollauf gerecht wurden. Ein aviatisches Feuerwerk aus 100 Jahren – spektakulär, faszinierend, einzigartig und vor allem einmalig. Einzelne Darbietungen hervorzuheben, würde der Gesamtheit der Präsentationen nicht gerecht. Flugzeuge am Boden und in der Luft, alte Mechanik und modernste Technik, Langsamkeit und Schnelligkeit, lautlose Eleganz und kernige Bulligkeit: Am 24. Juli 2010 waren die Gegensätze und Gemeinsamkeiten noch einmal vereint auf und über dem Flugplatz von Emmen. Was für ein Erlebnis! Wir lassen die Bilder sprechen.

Seite 18


In 51 Tagen um die Welt

Den beiden Westschweizer Piloten Francisco Agullo und Yannick Bovier ist die erste Weltumrundung mit Ecolight-Flugzeugen gelungen. Diese Meisterleistung vollbrachten sie an Bord von zwei identischen Maschinen vom Typ Flight Design CTLS. Die beiden LSA erwiesen sich als zuverlässig und stellten damit die Effizienz einer neuen Generation von wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Flugzeugen unter Beweis.

Francisco Agullo und Yannick Bovier, beide Piloten bei PrivatAir, verliessen für einige Wochen das Steuerhorn ihrer Boeing 757 und 767, um die erste Weltumrundung in einem Ecolight-Flugzeug in Angriff zu nehmen – als Hommage an die schweizerischen Luftfahrtpioniere, deren einhundertjährige Geschichte in diesem Jahr gefeiert wird. Nachdem die beiden am 30. April 2010 in Sitten gestartet waren, kehrten die Westschweizer Flieger am 19. Juni dieses Jahres in die Schweiz zurück und hatten bei ihrer Weltumrundung in 51 Tagen 232 Flugstunden absolviert und 45000 Kilometer zurückgelegt. Eine bedeutende Premiere: Bis dato hatte noch keine Maschine dieser Kategorie eine solche Abenteuerreise geschafft. Die Reise begann mit Kurs Richtung Westen, wie die Bezeichnung des Abenteuers vermuten lässt: Azimut 270.

Seite 25


Boomder Schweizer Luftfahrt in den fünfziger Jahren

Die fünfziger Jahre begannen für die Schweizer Zivilluftfahrt mit einer Krise: Der Swissair drohte der Untergang, der nur dank staatlicher Hilfe abgewendet werden konnte. Doch dann ging es überall aufwärts. Die Luftwaffe erhielt neue Flugzeuge «am Laufmeter», die Swissair wurde zum Aushängeschild der Schweiz im Ausland, und die allgemeine Luftfahrt boomte.

An der Generalversammlung vom23. September 1949 beschlossen zwei Drittel der Swissair-Aktionäre, dass die Swissair den regelmässigen Langstreckenverkehr aufnehmen sollte. Fünf Tage zuvor war ein Ereignis eingetreten, dessen Auswirkungen auf ihr Unternehmen die Aktionäre kaumvoraussehen konnten: Das britische Pfund wurde massiv abgewertet, 24 weitere Staaten folgten. Die Konsequenz davon war, dass die Swissair in grosse Finanzprobleme geriet. Die DC-4 mussten ersetzt werden, denn sie konnten auf Langstrecken auf weitere Sicht nicht gewinnbringend eingesetzt werden. Lockheed Constellation und Douglas DC-6 standen zur Diskussion, und tatsächlich war der Kauf von Constellations von der KLM schon weit fortgeschritten. Doch die Finanzkrise machte alle Pläne zunichte. Die Swissair konnte sich nicht aus eigener Kraft erholen, der Bund musste einspringen. Im September 1950 beschlossen die eidgenössischen Räte, zusammen mit weiteren Massnahmen, zwei DC-6B als DC-4-Ersatz zu kaufen und der Swissair zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig trat Dr.Walter Berchtold als Direktionspräsident sein Amt an.

Seite 28


Superlativ aus vier Millionen Einzelteilen

Am 11. Juni 2010 ist der erste A380, das neue Flaggschiff der «Swiss-Mutter» Lufthansa, zum ersten Linienflug gestartet. Bis zum Herbst sollen insgesamt vier A380 an Lufthansa ausgeliefert werden. Die Maschine setzt Massstäbe bei Reisekomfort, Technik und Umwelteffizienz. Einige interessante Fakten, Zahlen und ein Blick hinter die Kulissen.

Er ist das Flugzeug der Superlative: der Airbus A380- 800. Die Entwicklung des grössten Passagierflugzeugs der Welt geht in die 1980er-Jahre zurück. Als «Vater des A380» gilt der deutsche Flugzeugingenieur Jürgen Thomas. Auch Lufthansa und Lufthansa Technik waren und sind in die Entwicklung des grössten Passagierflugzeugs eingebunden. Denn schon als das Projekt noch A3XX hiess, hatte Airbus sich die Unterstützung der technisch führenden Airlines gesichert, unter ihnen auch die der Lufthansa, die ihr umfassendes Know-how schon bei zahlreichen anderen Airbus-Programmen eingebracht hatte.

Seite 31

 
   
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