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Ausgabe 2 /2011

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«Beim Kleinen beginnt alles, und je grösser und mächtiger etwas werden soll, desto langsamer und scheinbar mühsamer wächst es», hält Jeremias Gotthelf das oft ungestüme und ungeduldige Streben der Menschen nach dem schnellen Erfolg im Zaum. Oder mit den Worten von Remo Frattini: «Alles ist ein Lernprozess. » Der passionierte Modellflugpilot weiss, wovon er spricht. Er hat sein Leben einem unaufhörlichen Lernprozess unterworfen. Der 36-jährige Jurist hat es damit weit gebracht: Er ist amtierender Weltmeister der FAI-Kategorie F5B (Elektrosegelflug), amtierender FAI-Europameister und amtierender FAIWorld- Cup-Sieger. Vor 24 Jahren hat er das Modellfliegen für sich entdeckt – und seither unaufhörlich am Erfolg gearbeitet. Doch das ist nur die eine Seite seiner Medaillen. Frattini gibt sich nicht damit zufrieden, zufrieden zu sein. Sein abgeschlossenes Studium in Jurisprudenz ergänzt er durch ein Aviatikstudium, das Modellfliegen erweitert er durch das Erlernen der manntragenden Fliegerei – und dem ersten Versuch, den Gipfel des Aconcagua in Argentinien zu erklimmen, wird ein zweiter folgen. Lesen Sie seine Geschichte ab Seite 22 in dieser Ausgabe. Beim zweiten Porträt in dieser AeroRevue (ab Seite 18) kommt man schwerlich um Franz Kafka umhin, der da einmal bemerkte: «Solange du nicht zu steigen aufhörst, hören die Stufen nicht auf; unter deinen steigenden Füssen wachsen sie aufwärts.» Mark Denton ist der erste Schweizer, der als Captain den A380 fliegt. Doch auch seine Karriere hat einmal mit der ersten Stufe begonnen; in seinem Fall eine Piper Tomahawk. Als eindrücklichste Flugerlebnisse nennt er seinen allerersten Soloflug – und seinen ersten Flug als Captain auf dem Megaliner. Dazwischen liegen mehr als zwei Jahrzehnte harter Arbeit. Die Mystikerin Katharina von Siena hatte beileibe mit der Aviatik nichts an ihrem sakralen Hut. Sie lehrte gar ein Jahrhundert vor Leonardo Da Vinci. Aber für sie war klar: «Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten.» Ihre Worte mögen auch denjenigen, welche sich gegen die Regulierungsflut stemmen, Mut machen...

Patricia Andrighetto
Redaktorin
AeroRevue


Alouette III – nach 46 Jahren ausgemustert

Luftwaffe Verabschiedung der Alouette III im Dezember 2010 in Alpnach

Nach 46 Jahren und weit über 300000 Flugstunden standen am 10. Dezember 2010 letztmals Helikopter des Typs Sud Aviation Alouette III bei der Schweizer Luftwaffe im Einsatz. Ein Formationsflug über dem Militärflugplatz Alpnach setzte den Schlusspunkt hinter die Ära der einst 84 Alouette- III-Helikopter umfassenden Flotte. Die ersten neun von Sud Aviation in Marignane (F) gefertigten SE-3160 Alouette III stiessen 1964 zur Schweizer Armee. Der Helikopter überzeugte bald durch sein breites Einsatzspektrum und seine Fähigkeiten im Gebirge. So wurden 1966 weitere 15 Maschinen beschafft. 1972 folgte eine nächste Tranche von 60 Helikoptern, die im Teil- Lizenzbau von den Flugzeugwerken Emmen gefertigt wurden. Insgesamt betrieb die Schweizer Luftwaffe 84 Alouette III.

Seite 4


73 neue Vollzeitstellen im Jahr 2011

Flughafen Bern-Belp Neue Arbeitsplätze und Auszeichnung

Positive Aussichten für den Flughafen Bern- Belp: Die Fluggesellschaften, der Flughafen und die Zulieferer investieren 2011 kräftig in neue Arbeitsplätze. Insgesamt entstehen alleine bei den Fluggesellschaften und bei der Flughafen-Betriebsgesellschaft Alpar AG 73 neue Arbeitsplätze. Damit generiert der Flugplan 2011 nach Angaben der Flughafenbetreiberin eine zusätzliche Wertschöpfung aus Arbeitsstellen und Aufträgen von 20 bis 30 Millionen Franken für die Region Bern.

Seite 6


Ein Star geht in Rente

Grossbritannien Abschied vom Harrier

Der Stolz der britischen Luftwaffe, der Harrier, wird in Pension geschickt. Der Abschiedsflug fand am 15. Dezember 2010 auf der Royal-Air-Force-Basis Cottesmore statt. Offiziell wird die letzte Harrier-Staffel der Royal Air Force im Januar 2011 ausser Dienst gestellt und die letzte Basis, Cottesmore, Ende März 2011 geschlossen. Die Senkrechtstarter mussten dem Rotstift weichen und werden nach 41 Jahren Dienstzeit ausgemustert. Die letzte Einheit, bestehend aus sechzehn Jets, verabschiedete sich mit einem engen Formationsflug.

Seite 6


Bestimmungen für Anflüge präzisiert

Flugplatz Samedan Mitteilung des BAZL schaffte Verwirrung

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hat nach Intervention des Motorflug-Verbandes der Schweiz (MFVS) seine Mitteilung vom 22. Dezember 2010 über die neuen Pflichten für den Anflug auf den Flugplatz Samedan präzisiert. Demnach besteht die eingeführte Pflicht zur vorgängigen Absolvierung eines Briefings inklusive Online- Test nur für Jet- und Multi-Engine-Piloten. Die neu einzuführende Pflicht zur vorgängigen Absolvierung eines Einweisungsfluges besteht derzeit indes noch nicht. Die meteorologischen Mindestwerte sind für die Anflugkategorie B (ab 91 bis 120 kt) und höher mit sofortiger Wirkung gültig.

Seite 7


«PiperSport» nicht mehr bei Piper

Yves Rossy Erste Kunstflugfigur geglückt

Unterschiedliche Geschäftsphilosophien führen zur Beendigung der Zusammenarbeit von Piper Aircraft und Czech Sport Aircraft. «PiperSport» wird wieder zum «SportCruiser». An der letztjährigen Aero in Friedrichshafen stand das von Czech Sport Aircraft entwickelte und gebaute Leichtflugzeug noch am Stand von Piper – und stiess auf lebhaftes Interesse. Nun haben Piper und das tschechische Unternehmen die Zusammenarbeit wieder beendet – aufgrund unterschiedlicher Geschäftsphilosphien. Der amerikanische Flugzeughersteller baute mit dem Light Sport Aircraft unter der Marke «PiperSport» ein eigenes Vertriebsnetz auf.

Seite 8


26000 Flugzeuge in den nächsten 20 Jahren

Airbus Globale Marktprognose

Die jüngste globale Marktprognose (Global Market Forecast, GMF) von Airbus kommt zu dem Ergebnis, dass zur Deckung der Nachfrage im Zeitraum von 2010 bis 2029 fast 26000 neue Passagier- und Frachtflugzeuge im Wert von 3,2 Billionen US-Dollar benötigt werden. Wichtige Treiber der Nachfrage sind der notwendige Ersatz von Flugzeugen durch neuere, ökoeffizientere Modelle auf gesättigten Märkten und das dynamische Wachstum aufstrebender junger Märkte. Aber auch das Engagement von Billigfluggesellschaften, die weitere Marktliberalisierung und der notwendige Aufbau von Kapazitäten auf schon bestehenden Routen zeigen signifikanten Einfluss.

Seite 9


Unterwegs im «Ferrari der Lüfte»

Eigenbau Lancair IV-P von Stefan Honegger

Schon als junger Modellflugpilot hat Stefan Honegger Flugzeuge entworfen. Heute ist der CEO der national tätigen Gebäudereinigungsfirma Honegger AG mit Sitz in Bern stolzer Besitzer einer Lancair IV-P. «Ein kleiner Ferrari der Lüfte», wie er die in den USA erworbene, seit kurzem in Bern-Belp stationierte Eigenbaumaschine (Cruise Speed auf 24000 ft: 536 km/h) charakterisiert. Traum vomoptimierten Flugzeug 1982 begann der damals 16-jährige Stefan Honegger mit dem Segelfliegen in Bern-Belp und nahm später erfolgreich an Wettbewerben teil. 1994 erlangte er das Motorflugbrevet und finanzierte sich sein Hobby mit Schleppflügen. «Mit der Zeit stellte ich fest, dass die herkömmlichen Kleinflugzeuge meiner Meinung nach im Hinblick auf ihr Gewicht und ihre Motorisierung Verbesserungspotenzial aufweisen», so Honegger. «Ich träumte von einem leichten, hinsichtlich der Effizienz optimierten Flugzeug.»

Seite 10


Robinson R66 im Anflug

Valair Vorbereitung für Einführung des R66 in der Schweiz

Die Vorbereitungen für das Eintreffen des ersten Robinson-R66-Turbinenhelikopters laufen weiter. Zwischenzeitlich ist die Maschine FAA-zertifiziert. Im Verlauf der Testflüge nahm Robinson Helicopter in Torrance (Kalifornien) die Möglichkeit wahr, zwei externe Piloten einzusetzen. Der Schweizer Pilot Hansruedi Amrhein, Geschäftsführer von Valair AG in Sitterdorf, wurde als Testpilot für das Function & Reliability Testing im RHC-Werk in Torrance ausgewählt und hatte damit die Möglichkeit, als erster Europäer den R66 fliegen und testen zu können. Amrhein überzeugte die FAA, möglichst viel in grosser Höhe fliegen zu dürfen und in den Bergen auch Aussenlandungen durchzuführen.

Seite 11


Segelflug – Fallschirmpflicht wird nicht eingeführt

Schlussbericht des BAZL zur Sicherheitsempfehlung 363: Mängel bei der Fallschirmwartung festgestellt

Per 1. Januar 1986 hatte das BAZL die Tragpflicht von Rettungsfallschirmen für Segelflugpiloten aufgehoben. Fallschirme wurden jedoch nach wie vor freiwillig als Rettungsgerät in Luftfahrzeugen mitgeführt und im gegebenen Fall auch für diesen Verwendungszweck eingesetzt (zum Beispiel in Segelflugzeugen und beim Kunstflug). Als Folge des Unfalls des Doppelsitzers DG-500/22 vom Juli 2003 verfasste das Büro für Flugunfalluntersuchungen (BFU) die Sicherheitsempfehlung Nr. 363. Der Auftrag an das BAZL lautete, zu überprüfen, ob die Fallschirmtragpflicht für Segelflieger wieder eingeführt werden sollte. Zum Unfallhergang Die beiden Segelflugzeuge DG-500/22 und ASW 20L (letzteres in Deutschland immatrikuliert) starteten am 29. Juli 2003 während eines Trainingslagers zu einem Alpensegelflug. Der Doppelsitzer mit zwei Piloten hob in Zweisimmen ab, der Einsitzer D-6805 ASW 20L begann seinen Flug in Saanen.

Seite 14


AmacAerospace wächst rasant

Amac entwickelte sich innerhalb von weniger als drei Jahren zu einem der weltweit grössten und modernsten Zentren für die Wartung und den Umbau von Flugzeugen. Nun hat das Unternehmen die Kapazitäten zum Unterhalt und zur Wartung von Geschäfts- und Privatflugzeugen am EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg weiter ausgebaut. Mit der Eröffnung eines neuen, grösseren Hangars und zusätzlichen Werkstätten ist Amac heute in der Lage, auch Grossraumflugzeuge zu warten und umzubauen.

Am 2. Dezember 2010 konnte Amac Aerospace auf dem EuroAirport Basel-Mulhouse ihren 8400 Quadratmeter umfassenden Hangar für Grossraumflugzeuge eröffnen. Damit kann das junge Unternehmen beispielsweise gleichzeitig an einer Boeing 747-8i, einem Airbus A330 und einer Boeing BBJ oder einem Airbus A320 arbeiten. Sogar ein Airbus A380 kann im Hangar untergebracht werden. Mit dem Neubau des Hangars wurden auch die Angebotspalette und die Kapazitäten für den Unterhalt, die Modernisierung sowie für kundenspezifische Anpassungen und den Ausbau von Geschäfts- und auch Privatflugzeugen deutlich erweitert. Heute stehen 350 bestens ausgebildete und erfahrene Mitarbeitende im Dienste des Wartungs- und Unterhaltsbetriebs, der sich zusätzlich auf das Management von Flugzeugen, Flugzeugflotten, Besatzungen und auf die entsprechende Vercharterung spezialisiert hat. Aus dem Optimismus dieses Unternehmens resultiert ein Wachstum, das sich positiv von der zögerlichen Entwicklung der Wirtschaft abhebt.

Seite 16


«Ich fühle mich gut dort oben»

Der Waadtländer Mark Denton wird als erster Schweizer A380-Captain in die Geschichte eingehen. Seine Karriere hört sich exakt so an, wie sie sich in vielen Träumen junger Menschen abspielt. Eine Fliegerlaufbahn, die hinter dem Knüppel eines Piper Tomahawk begann und auf dem linken Sitz im Cockpit des Megaliners Fortsetzung findet, ist der Vereinigung von Liebe und Leidenschaft für das Fliegen, harter Arbeit und einem Quantum Glück zu verdanken. Lesen Sie das Interview mit einem, der ausgezogen ist und ein Märchen wie aus «1001 Nacht» erlebt.

AeroRevue: Mark Denton, seit einigen Wochen fliegen Sie als Captain bei den Emirates auf dem grössten Flugzeug der Welt, dem Airbus A380. Wie kam es dazu? Mark Denton: Vor einigen Jahren hatte Emirates Flight Operations seine Piloten gebeten, sich bei Interesse für einen Wechsel auf die A380-Flotte registrieren zu lassen. Es gab dann eine Anwärterliste, und ich hatte das Glück, dass auch meine Senioritätsnummer zum Zuge kam. AeroRevue: Was bedeutete dies für Sie? Wurde damit ein Traum zur Wirklichkeit? Mark Denton: Ja, ich kann wirklich sagen, dass ein Kindheitstraum in Erfüllung ging. Eine Boeing 747 zu flie- «Ich fühle mich gut dort oben» Der Waadtländer Mark Denton wird als erster Schweizer A380-Captain in die Geschichte eingehen. Seine Karriere hört sich exakt so an, wie sie sich in vielen Träumen junger Menschen abspielt. Eine Fliegerlaufbahn, die hinter dem Knüppel eines Piper Tomahawk begann und auf dem linken Sitz im Cockpit des Megaliners Fortsetzung findet, ist der Vereinigung von Liebe und Leidenschaft für das Fliegen, harter Arbeit und einem Quantum Glück zu verdanken. Lesen Sie das Interview mit einem, der ausgezogen ist und ein Märchen wie aus «1001 Nacht» erlebt. Interview: Jürg Wyss Der erste Schweizer A380-Captain | Cover Story gen war, wie bei vielen Piloten meiner Generation, damals der ultimative Traum. Als Airbus das A3XX-Projekt ankündigte, war ich First Officer bei Emirates. Nachdem die Fluggesellschaft grosses Interesse an der A380 zeigte, erahnte ich die Chance, dieses Flugzeug dereinst fliegen zu können. Dass dies gleich als Captain sein könnte, wagte ich mir indes nie vorzustellen.

Seite 19


«Alles ist ein Lernprozess»

Remo Frattini ist amtierender Weltmeister der FAI-Kategorie F5B (Elektrosegelflug), amtierender FAIEuropameister und amtierender FAI-World-Cup-Sieger. Der 36-jährige Jurist geht seit kurzem auch selber in die Luft – und befasst sich selbst beruflich mit der Aviatik. Das Portrait einer ungewöhnlichen Laufbahn.

24 Jahre ist es her, seit Remo Frattini seine Leidenschaft für den Modellflugsport entdeckt hat. Kurz nachdem er als 12-Jähriger mit einem sogenannten Zweckmodell die ersten Flugversuche unternommen hatte, meldete er sich auch schon für die ersten Plauschwettbewerbe an. Erfolgreich, wie zahlreiche Medaillen und Auszeichnungen aus jener Zeit belegen. Es folgte die Diversifizierung in Richtung Segel-, Helikopter- und Kunstflugmodelle – und weitere Teilnahmen an Wettbewerben. Matura und Studium der Rechtswissenschaften hinderten Remo Frattini aus zeitlichen Gründen daran, sich in den Folgejahren intensiv mit dem Modellflugsport zu befassen. «Mit 25 war mir jedoch klar, dass ich einen neuen.

Seite 22


Bunte Lerchen am Schweizer Himmel

Am 10. Dezember letzten Jahres verabschiedete die Schweizer Luftwaffe ihre Alouette-III-Helikopter (siehe auch Beitrag auf Seite 4 in dieser Ausgabe). Weit über 300000 Flugstunden hatten die Maschinen in 46 Jahren Einsatzzeit geleistet, wobei auch die Zivilbevölkerung oft auf die Hilfe der bewährten Helikopter zählen konnte. Und ein paar attraktive Sonderbemalungen liessen vergessen, dass es sich um Militärfluggeräte handelte.

Nachdem die Schweizer Luftwaffe ihre ersten Helikopter- Erfahrungen mit Hiller UH-12, Sud-Ouest S.O.1221S Djinn und Sud Aviation SE-3130 Alouette II gesammelt hatte, wurden mit einer ersten Botschaft vom 11. März 1963 vorerst einmal neun Sud Aviation SA- 319 Alouette III beschafft. 1966 erfolgte eine weitere Bestellung von 15 Maschinen. Schliesslich wurde 1972 mit der nunmehr zu Aérospatiale umorganisierten Herstellerfirma in Südfrankreich ein Lizenzvertrag abgeschlossen, der es dem damaligen Eidgenössischen Flugzeugwerk in Emmen erlaubte, 60 weitere Maschinen zu bauen, was der Schweizer Industrie wertvolles Know-how vermittelte. Die gesamte militärische Schweizer Alouette- III-Flotte umfasste damit 84 Maschinen.

Seite 24


Forschungsflüge über demDach der Welt

Nach den beiden 1999 und 2006 erfolgreich durchgeführten Flugexpeditionen in die südamerikanischen Anden bereitet sich das Team des Mountain Wave ProjectsMWPauf eine neue Herausforderung vor. Auf dem Dach der Welt, dem Hochplateau von Tibet, sollen wiederum mit dem Motorsegler Stemme S10-VT die auf der Leeseite des Himalayas entstehenden Wellen und Rotoren erforscht werden. Auch Messungen von Gasen wie Kohlendioxid und Ozon sowie von Aerosolen stehen auf dem Programm.

Die Luft ist dünn und kalt auf dem Dach der Welt. Eisige Winde lassen die unzähligen farbigen Gebetsfahnen flattern. Durchschnittlich 4500 Meter hoch ist dieser Teil der Autonomen Republik Tibet. Im Süden haben vor Millionen von Jahren die gewaltigsten tektonischen Kräfte den Transhimalaya in Höhen von über 8000 Metern gepresst. Alle 14 Achttausender der Erde erheben sich in diesem 2400 Kilometer langen Gebirgszug von Tibet bis Pakistan. Im Norden begrenzen riesige Wüsten wie Taklamakan und Gobi das Plateau. Trockene Steppen mit Grasland beherrschen die immense, schwach besiedelte Hochebene. Der jährliche Niederschlag ist gering und fällt meist in Form von Hagel und Schnee.

Seite 29


Von der Skipiste zur Startbahn

Zeit ist wertvoll – vor allem dann, wenn das Programmeng gestrickt und die Freizeit spärlich ist. Nicht nur Geschäftsleute wissen die Vorteile der Business Aviation zu schätzen: Auch Skistars lassen sich seit dieser Saison auf demLuftweg zu ihren Einsatzorten bringen.

Anfang Januar, kurz vor Mittag auf dem Engadin Airport. Es herrscht klirrende Kälte. Eine N-registrierte Gulfstream sticht elegant in den blauen Himmel und dreht Richtung Westen. Kurz darauf landet ein Eurocopter des Typs Ecureuil. Vor der malerischen Kulisse Samedans stehen einige ausländische Business- Jets – und zwei PC-12 von Swiss Jet. Eine davon wird in Kürze starten. Captain Alexander Tamagni und Copilot Mike van Berkel bereiten sich auf ihren nächsten Flug vor. Soeben wurde die Betankung abgeschlossen. Die Tanks sind bewusst nur zu 50 Prozent gefüllt, denn die Maschine soll möglichst leicht sein: Die Piste unserer Destination in Österreich ist nur 660 Meter lang.

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