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Ausgabe 3/2011

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Die Geschichte des Verbots der Ultraleichtflugzeuge in der Schweiz ist eine bewegte. Als diese neue, aufstrebende Kategorie vom Bundesrat verboten wurde, schrieb man das Jahr 1984. Viele kennen die Hintergründe dieses Verbotes nicht mehr – 27 Jahre kommen einer neuen Generation von Menschen gleich. Andere haben es miterlebt und erinnern sich daran, als ob es gestern gewesen wäre. Das UL-Verbot hat in Fliegerkreisen viele Emotionen geweckt und Unverständnis ausgelöst. Doch es war eine andere Zeit damals, eine Zeit, in der aktuelle Umweltthemen die politische Meinung prägten. Selbst überzeugende Fakten konnten jenem Zeitgeist – es war die Zeit der grossen Waldsterbedebatten – zu wenig entgegenhalten. Damals war wohl einfach der falsche Zeitpunkt für die Einführung einer neuen Flugzeugkategorie. Der Bundesrat entschied sich für ein Verbot der UL und verankerte dieses mittels eines Gesetzes in der Luftfahrtverordnung: Der Grenzwert für eine Mindestflächenbelastung für Motorflugzeuge von 20 kg pro Quadratmeter wurde geboren und sorgt noch heute dafür, dass die Schweiz in Sachen Ultraleichtfliegerei eine kleine Insel auf der grossen Weltkarte darstellt. Es war ein kleiner Kreis von Enthusiasten (unter der Führung des heutigen AeCS-Spartenverbandes «Swiss Microlight Flyers»), der sich über all die Jahre nicht entmutigen liess und sich mit unermüdlichem Engagement für die Zulassung dieser Flugzeugkategorie einsetzte – unterstützt vom Aero-Club der Schweiz. Ein Engagement, welches später mit der Zulassung der Kategorie «Ecolight» belohnt wurde. Wenn das BAZL derzeit im Rahmen einer Vorstudie die Möglichkeiten einer allfälligen Zulassung weiterer Kategorien ultraleichter Luftfahrzeuge sowie die vollständige oder teilweise Aufhebung des UL-Verbots prüft, so ist dies als überaus positives Zeichen zu werten. Und mögen noch einige Fragen offen sein: Der AeCS wird jegliche Bemühungen in diese Richtung zweifellos unterstützen.

Jürg Wyss
Chefredaktor
AeroRevue


Anpassungen im Schweizer Luftraum 2011

ICAO-Karte und VFR-Guide Änderungen gegenüber dem Vorjahr

Erstmals auf den Luftfahrtkarten publiziert: die Trainingsräume für die PC-21-Flugzeuge LS-R2 (Kartenausschnitt) und LS-R3. | Publiés pour la première fois sur les cartes aéronautiques, les espaces d’entraînement pour PC-21: LS-R2 (extrait de carte) et LS-R3.

Am 10. März 2011 erscheinen die neuen ICAO-, Segelflug- und TMA-Karten sowie der überarbeitete VFR-Guide. Gegenüber den Ausgaben 2010 fallen folgende Änderungen auf:

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Sion wird zum Mekka für Airshows

Breitling Sion Air Show Der Flugplatz Sion wird 2011 zum Schauplatz der grössten Airshow der Schweiz – künftig sogar alle vier Jahre. Ein Blick hinter die Kulissen der Organisatoren.

Grosse Flugshows haben im Wallis Tradition. Bereits in den Jahren 1982, 1986, 1989 und 1997 belebten die Flugzeuge den Himmel über Sion. Vor 14 Jahren mobilisierten die Organisatoren 100000 zahlende Zuschauer – und boten diesen eine spektakuläre Airshow.

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Die Luftfahrt – ein menschliches Abenteuer

www.pionnair-ge.com Die Geschichte der Luftfahrt in Genf

Kaum jemand erinnert sich heute noch an Robert Stierlin. Dieser Genfer Ingenieur war der erste Hobby-Konstrukteur eines Helikopters in der Schweiz und einer der bedeutendsten schweizerischen Helikopterpioniere, dem kleine Maschinen wie etwa der «Merlin» zu verdanken sind. Mit seinem Talent gelang es Stierlin, die Rotorblätter und ihre anspruchsvolle Technik Laien-Konstrukteuren und der Leichtaviatik zugänglich zu machen. Die Geschichte von Robert Stierlin ist auf der Website www.pionnair-ge.com nachzulesen. Hier findet sich zudem ein historischer Fundus im Zusammenhang mit der Geschichte der Luftfahrt in Genf ab 1783. Ihr Urheber ist Jean-Claude Cailliez, ein «wandelndes Lexikon» der Genfer Luftfahrt. Auf seine Initiative hin trägt auch eine Strasse in der Genfer Gemeinde Meyrin den Namen von Robert Stierlin.

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Flottenerweiterung bei Nomad Aviation

Bern-Belp Drei neue Business-Jets für Nomad Aviation AG

Das Schweizer Flugunternehmen Nomad Aviation AG hat im November 2010 ihren Embraer Legacy 600 VIP-Jet in Betrieb genommen. Das Langstreckenflugzeug mit dem Kennzeichen HB-JED wurde in das Luftverkehrsbetreiberzeugnis (Air Operator Certificate, AOC) für den weltweiten Einsatz aufgenommen. Standort des Flugzeugs ist Bern.

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846907 Besucher in einem Jahr

Verkehrshaus der Schweiz Ein Publikumsmagnet

Das Verkehrshaus der Schweiz war im Jahr 2010 Ausflugsziel für846907 Besucher. Damit istund bleibt das Verkehrshaus ein Publikumsmagnet und gemäss eigenen Angaben das meistbesuchte Museum der Schweiz. Dass das Museum annähernd so viele Besucher wie im Jubiläumsjahr 2009 verzeichnete, wird unter anderem den attraktiven Sonderausstellungen und einer Vielzahl damit verbundener Events rund um das Jubiläum «100 Jahre Luftfahrt in der Schweiz» zugeschrieben.

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Attraktives Programman den IBT’11

Flughafen Bern-Belp 7. Internationale Belpmoostage 2011

Am Wochenende vom 18. und 19. Juni 2011 finden auf dem Flughafen Bern-Belp die Internationalen Belpmoostage IBT’11 statt. Die Schweizer Luftwaffe ist mit der Patrouille Suisse, dem PC-7 TEAM und dem Super Puma Display vertreten. Nachwuchsförderung live Die Internationalen Belpmoostage (IBT) sind seit 1982 in unregelmässigen Abständen das Schaufenster für Luftfahrtberufe und für die rasante Entwicklung der Fliegerei. Die Schweizer Luftwaffe nutzt im kommenden Juni diese Plattform zur Nachwuchswerbung vor grossem Publikum: Die einzelnen Teams führen vor, was ein Jungpilot oder eine Jungpilotin später erreichen kann. Die Auftritte der Luftwaffe sind eingebettet in eine attraktive Flugschau, in welcher nostalgisch-harmonische mit extrem dynamischen Phasen abwechseln. Die Patrouille Suisse war letztmals 2008 während der Euro 08, das PC-7 TEAM 2004 an den IBT’04 in Bern-Belp.

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«iRega» – neue Notfall-App der Rega

Die Rega lanciert mit «iRega» eine kostenlose iPhone-Applikation, die bei einer Alarmierung auch gleich die Standortangaben des Anrufers übermittelt. So kann bei Notfällen im In- und Ausland wertvolle Zeit gespart werden.

Mehr Vereinsmitglieder Erreicht ein Alarmdie Rega, fragt die Einsatzzentrale als Erstes nach dem Standort des Anrufers. Diese Ortung ist aber oft nicht auf Anhieb möglich und es müssen weitere Abklärungen getroffen werden. Dadurch verstreichen allenfalls wichtige Minuten. Die neue Applikation «iRega» für das iPhone bietet hier Hilfestellung, unterstützt den Alarmvorgang und kann bei Notfällen in der Schweiz und im Ausland genutzt werden. Zwei Fingerklicks genügen, um Alarm auszulösen.

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Der Ausflug dauerte nur 37 Sekunden

Unfall einer Piper PA-28-180 Cherokee in Müllwis (TG)

Der 24. August 2009 versprach ein heisser Sommertag zu werden. Das realisierte auch ein damals 23-jähriger Pilot, der für den Nachmittag dieses Tages einen Passagierflug geplant hatte. Noch zuhause, wo ihm ein Auszug aus dem «owner’s handbook» der vonihmreserviertenMaschine, einer Piper PA-28-180 Cherokee, zur Verfügung stand, überprüfte er, ob ein Start mit der voraussichtlichen Startmasse ab der Graspiste in Lommis möglich sei. Der Pilot kam zum Schluss, dass die zur Verfügung stehende Startund Startrollstrecke ausreichend sei. Im Verlaufe des Nachmittags holte der Pilot seine Passagiere mit dem Auto ab und fuhr mit ihnen zum Flugplatz Lommis, wo sie umetwa 15.30 Uhr ankamen.

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Flugwetterzum Jahresbeginn

33. Ballonfestival in Château-d’OEx Vom 22. bis 30. Januar sorgten über 80 Balloncrews aus der ganzen Welt für ein buntes Farbspektakel am Himmel über Château-d’OEx (Bild oben). Rund 700 Passagiere wurden an 600 Fahrten bei bestemWetter über dasWaadtländer Paysd’Enhaut transportiert. Während neun Tagen strömten mehrere zehntausend Besucher in das nebelfreie Tal. Das nächste Internationale Ballonfestival ist für die Zeit vom21. bis 29. Januar 2012 geplant.

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Weshalb fliegen eigentlich keine UL über der Schweiz?

Die Schweiz kennt als eines der ganz wenigen Länder weltweit ein Verbot für Flugzeuge mit einer Flächenbelastung von weniger als 20 kg/m2. Dies ist immer wieder ein Diskussionsthema, und immer wieder wurde und wird dessen Aufhebung gefordert. Doch nur wenige erinnern sich, wie es überhaupt zu diesem Verbot kam.

Alles begann am 23. November 1948, als das Ehepaar Gertrude Sugden Rogallo und Francis Melvin Rogallo in den USA einen auf einem Segel basierenden Flugapparat unter der Bezeichnung «Flexible Kite» zum Patent anmeldete. Francis Rogallo arbeitete damals bei der NACA mit Fallschirmen, und dabei war ihm die Idee eines Fluggeräts mit einer gänzlich flexiblen Tragfläche gekommen, die nur aus einem Stück Stoff bestehen würde. Das Patent wurde am 20. März 1951 erteilt. Allerdings blieb das Echo vorerst gering, lediglich eine Spielzeugfabrik stellte eine kleine Anzahl Kinderdrachen her. Nach der Überführung der NACA in die NASA wurde Francis Rogallo Leiter eines Forschungsprogramms zur Entwicklung einer flexiblen und faltbaren Tragfläche, die als steuerbares Rückkehrsystem der Gemini- und später der Apollo-Kapseln dienen sollte. Hier konnte Rogallo weiter an seiner Idee arbeiten. Die NASA entschied sich dann aber doch für den konventionellen Rundkappenfallschirm, worauf sich Francis Rogallo frustriert vorzeitig pensionieren liess.

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«Zephyr» – Vorläufer einer neuen Generation von Drohnen

Jetzt hat die Fédération Aéronautique Internationale FAI die im Juli 2010 erflogenen Leistungen von Zephyr als Weltrekorde bestätigt: Mit 336 Stunden, 22 Minuten und 8 Sekunden und einer Höhe von über 21 Kilometern war das Solarflugzeug länger als jedes andere Flugzeug in der Luft und setzte einen neuen Höhenrekord in der Kategorie der unbemannten Flugzeuge in der Gewichtsklasse 50 bis 500 Kilogramm.

Die Vision wird nächstens Wirklichkeit. Bald einmal werden, nicht wahrnehmbar, hoch über der Erdoberfläche unbemannte Flugzeuge monatelang kreisen, die Erde beobachten, Daten sammeln und weiterleiten, Befehle übermitteln. Was heute teure Satelliten erledigen, werden künftig kleine Solardrohnen zu einem Bruchteil der Kosten erledigen.

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Die Schweizer Twins vonConvair

Nachdem die Swissair 1946 mit der DC-4 ihr erstes Langstreckenflugzeug übernommen hatte, war es Zeit, die veraltete Flotte von DC-3 auf den Europastrecken zu ersetzen. Die Wahl fiel auf die zweimotorige Convair CV-240. Das Flugzeug mit Druckkabine und 40 Plätzen flog rund doppelt so schnell wie sein Vorgänger.

Im Geschäftsbericht der Swissair für das Jahr 1947 ist nachzulesen: «Für die notwendige Modernisierung unseres Flugzeugparkes wurden im Berichtsjahr vier neue Convair-Flugzeuge bestellt. Die Lieferung wird aber leider mit einer Verspätung von ungefähr acht Monaten gegenüber dem Kaufvertrag…erfolgen.» Der Bericht erschien im Hinblick auf die Generalversammlung vom 7. Juli 1948. Eine gute Woche vorher hatte sich ein junger Glarner Ingenieur im Hauptsitz seines neuen Arbeitgebers in Dübendorf gemeldet – ein Hauptsitz in Auflösung, war doch die Swissair mitten im Dislozieren nach Kloten. Armin Baltensweiler hatte im Eidg. Flugzeugwerk in Emmen am revolutionären Kampfflugzeugprojekt N-20 gearbeitet.

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Als die fliegerische Freiheit noch grenzenloswar

Die über hundert Jahre alte Schweizer Luftfahrt kennt zahlreiche spannende Geschichten. Viele wurden in der AeroRevue publiziert. Andere warten noch darauf, niedergeschrieben zu werden. Zum Beispiel jene von Eugène Jenni aus Biel.

Am Anfang dieser Geschichte steht ein Foto aus dem Jahre 1931, welches die Segelfluggruppe Biel auf ihre Website gestellt hat. Es zeigt einen Hängegleiter im Flug. Ein «UFO», wie der Franzose Francis Humblet alle Segelflugzeuge bezeichnet, die er nicht kennt. Da Francis UFOs nicht mag, ging schon bald der Auftrag an seinen Schweizer Kollegen Willi Schwarzenbach, dieses «unbekannte Flugobjekt» zu identifizieren.

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Gutes Zeugnis für die Piloten der General Aviation

Im März 2009 hatte das BAZL angekündigt, sogenannte Vorfeldkontrollen durchzuführen. Nach einem Jahr Erfahrung fiel die Bilanz positiv aus, und auch die Piloten konnten den Ramp Inspections positive Seiten abgewinnen (siehe auch AeroRevue 3/2010). So werfen die Inspektoren, neben der Kontrolle der Dokumente und dem technischen Zustand der Fluggeräte, auch einen Blick auf die Flugvorbereitung – mit der Folge, dass die Piloten dieser vermehrt Aufmerksamkeit schenken.

Am14. Januar 2011 trafen sich Fachleute des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL) und Vertreter der General Aviation zu einem Erfahrungsaustausch im Zusammenhang mit den Vorfeldkontrollen im vergangenen Jahr. Auch diese zweite Bilanz darf sich sehen lassen, wie das BAZL einräumte: Die positiven Erfahrungen aus dem Vorjahr hätten sich bestätigt. Gespräche mit den Beteiligten seien in praktisch allen Fällen positiv verlaufen. Das Amt sieht die Inspektionen heute auf breiter Front, mit wenigen Ausnahmen, akzeptiert. Die Beanstandungen im Bereich der Luftfahrzeugdokumente waren letztes Jahr rückläufig. Auf konstantem Niveau blieben die technischen Beanstandungen. Inspektionen wurden an insgesamt 394 Objekten durchgeführt. Überprüft wurden Motor- und Segelflugzeuge, Helikopter und Ballone. Dabei wurden 107 Beanstandungen auf Level 1 (Startverbot bis Beanstandung behoben) und 620 Beanstandungspunkte auf Level 2 (Start möglich, Behebung der Beanstandung innert definierter Frist) registriert. Es mussten auch gravierende Vorkommnisse verzeichnet werden: In einem Fall wurde beispielsweise statt Avgas Autobenzin getankt.

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Eine diversifizierte Treibstofflandschaft am Horizont

Leicht verbleites AVGAS gilt seit Jahren als Standardbenzin der Leichtaviatik. Doch der Wandel hat bereits begonnen: SwiftFuel, Jet A-1 für Dieselmotoren und bleifreies AVGAS 91 UL bringen frischen Wind in die Welt der Flugtreibstoffe für Leichtflugzeuge.

AVGAS 100 LL hat in der Luftfahrt eine lange Tradition. Der anhaltende Erfolg erstaunt nicht: Das beigemischte Tetraethyl-Blei bewirkt eine gute Klopffestigkeit, die Fehlzündungen und somit Motorenschäden verhindert. Es verfügt über eine hohe Energiedichte und bindet im Gegensatz zu leicht ethanolhaltigem Autobenzin kein Wasser. Seine weltweit standardisierte Rezeptur garantiert eine einheitliche Qualität. Doch es ist schon lange klar: Blei ist für Mensch und Umwelt toxisch. Ein Ersatz in der General Aviation wäre also durchaus zeitgemäss.

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