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Ausgabe 9 /2011

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Die Französin Dorine Bourneton war 16 Jahre alt, als das Kleinflugzeug, in welchem sie als Passagierin mitflog, in schlechtem Wetter an einem Berg zerschellte. Sie überlebte als Einzige, war jedoch von diesem Moment an querschnittgelähmt. Kein Schlusszeichen in der Biografie der jungen Frau, die schon als kleines Mädchen Pilotin werden wollte, sondern vielmehr ein Doppelpunkt. Denn hier erst beginnt die eigentliche Geschichte. Drei Jahre nach dem Absturz besiegte Dorines Leidenschaft für das Fliegen ihre Angst davor. Sie liess sich ein Flugzeug behindertengerecht umbauen und erlangte 1996 ihren Flugschein. Unzählige administrative Hürden und Vorurteile später wurde sie sogar Fluglehrerin, hat ein Buch über ihre Behinderung geschrieben («Frei über den Wolken»), und ihre Geschichte wurde verfilmt. Seit 2007 hat Dorine Bourneton noch eine weitere Aufgabe. Sie ist Schirmherrin von Handiflight – dem internationalen Treffen körperbehinderter Piloten in Gruyère. Die Geschichte von Handiflight beginnt ebenfalls mit einer jungen Frau, der Schweizerin Sarah Ramseier. Inspiriert von Dorines Buch, das sie bereits als 11-Jährige verschlungen hatte, beschloss Sarah, ihr Maturaprojekt diesem Thema zu widmen. Im selben Zeitraum erlebte sie mit, dass ein anderer Rollstuhlfahrer, Martin Cotting, die Segelflugausbildung begann und 2006 die Lizenz erhielt – als erster Paraplegiker in der Schweiz, welcher seine gesamte Ausbildung auf einem handgesteuerten Segelflugzeug absolviert hatte. Sarah Ramseier initialisierte 2007 ein erstes Treffen für körperbehinderte Piloten auf dem Flugplatz Gruyère, unterstützt von ihrem Vater und den lokalen Piloten. Dorine Bourneton sollte die Patenschaft übernehmen – Heisslufballon-Pionier Brian Jones den Ehrenvorsitz. Damit war Handiflight aus der Taufe gehoben. Im Juli dieses Jahres hat das vierte Treffen stattgefunden. Körperbehinderte Piloten aus Europa, den USA, Kanada, Neuseeland, Südafrika und Australien fanden sich in Gruyère ein, begleitet von prominenten Gästen und unter anderem unterstützt von Breitling. Mehr dazu auf Seite 9. «Wenn ich schon nicht gehen kann, fliege ich halt»: dies Dorine Bournetons wegweisende Devise. Ihre Geschichte richtet den Fokus auf einen elementaren Aspekt – auch im Leben von nichtbehinderten Menschen: «Es spielt keine Rolle, welche Grenzen und Beschränkungen uns auferlegt sind. Wesentlich ist, was wir mit dem anfangen, was wir haben, und dass wir uns durch Einschränkungen nicht entmutigen lassen.»

Patricia Andrighetto
Redaktorin
AeroRevue


General Aviation und Berufe der Luftfahrt im Fokus

Flugplatz Birrfeld 3. Swiss AeroExpo erfolgreich abgeschlossen

In der Zeit vom 12. bis 14. August war der Flugplatz Birrfeld erneut Schauplatz der Swiss AeroExpo, der Messe für die Allgemeine Luftfahrt. Mehrere tausend Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über Neuheiten in der Aviatik, über Berufsbilder der Luftfahrt oderimRahmenvon Fachvorträgen über luftfahrtrelevante Themen informieren zu lassen.

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AeCSbeantragt IFR-Flüge auch im Luftraum «GOLF»

Luftraumgestaltung AeCS will Praxisänderung herbeiführen

Es ist davon auszugehen, dass während der nächsten Jahre verschiedene zusätzliche IFRAnflüge im Raum Mittelland/Voralpen entstehen werden. Dank der GPS-Technologie wird es möglich sein, ohne teure Installationen am Boden An- und Wegflüge nach Instrumentenflugregeln durchzuführen. Diese sogenannten CHIPS-Anflüge (siehe Kasten) müssten nach der heute in der Schweiz gültigen Gesetzgebung mit einem Luftraum der Klasse «DELTA» geschützt werden.

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Die Branche jagt Rekorde

Le Bourget (F) Paris Air Show

Die diesjährige Paris Air Show im französischen Le Bourget wartete mit einigen Premieren wie der Boeing 747-8 oder dem Solar Impulse auf. Insgesamt waren in Le Bourget rund 100 Flugzeuge zu sehen. Im Schweizer Pavillon zeigten 15 Firmen ihre Produkte.

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Über 1000 Sphair-Kursteilnehmer in vier Jahrzehnten

Biel-Kappelen 40 Jahre Swissboogie

Seit 40 Jahren führt Swissboogie in Biel-Kappelen Fallschirm- Kurse für Sphair (ehemals Fliegerischen Vorschulung, FVS) durch. Swissboogie-Chef Henri Schurch gehörte selber zu den ersten zivilen Fallschirmspringern, die in Umschulungskursen zu Fallschirmgrenadieren ausgebildet wurden, wie diese Truppe damals hiess. Bald wurden die militärische Fallschirmspringer zu einer regulären Einheit, sodass auch der Nachwuchs gesichert werden musste. Seit 1971 existieren aus diesem Grund nicht nur FVS- beziehungsweise Sphair-Kurse für angehende Piloten, sondern auch für Fallschirmspringer.

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Würdige Feier in Dübendorf

Jubiläum 75 Jahre Fliegerabwehr

Am 25. Juni herrschte aufdemFlugplatz Dübendorf Kaiserwetter. Wo sonst an Wochenenden nur Rega-Helis oder Ju-52 aufsteigen, war es an diesem denkwürdigen Tag fast so wie früher. Tower und Radar waren in Betrieb, die Pistenbeleuchtung eingeschaltet. Grund: Die Fliegerabwehr (Flab) feierte ihr 75-jähriges Bestehen.

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In der Luft spielt das Fahrgestell keine Rolle

Flugplatz Gruyères 4. Internationales Treffen körperbehinderter Piloten

Vom 17. bis 24. Juli 2011 fand auf dem Flugplatz Gruyères das 4. Internationale Treffen körperbehinderter Piloten statt. Neben Teilnehmern aus ganz Europa waren auch Piloten aus Australien, Neuseeland, Südafrika, den USA und Kanada angereist. Trotz der misslichen Witterung fanden sich 40 Motor- und Segelflugpiloten in Gruyéres ein.

Die Piloten nutzten das Treffen insbesondere dazu, um Erfahrungen austauschen, die nationalen gesetzlichen Bestimmungen zu vergleichen und vor allem um zahlreiche freundschaftliche Bande zu knüpfen. Am Freitag fand zudem ein Workshop mit Stéphane Desprez, Generalsekretär der FAI, dem Ehrenvorsitzenden von Handiflight, Brian Jones, Dorine Bourneton, der Schirmherrin von Handiflight, und Vertretern jedes Landes statt.

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Flugplatz statt Schulzimmer

Emmen Berufskunde einmal anders

250 Oberstufenschülerinnen und -schüler waren kürzlich eingeladen, den FlugplatzEmmen zu besichtigen, das Flugprogrammder Patrouille Suisse und des PC 7-Team zu geniessen und Flugzeuge hautnahe zu erleben. Flugplatzkommandant Peter Rohrer begrüsste die Schülerschar persönlich und freute sich, nach langem Unterbruch diese Besuchstradition wieder fortsetzen zu können. Die Emmer Schuldirektorin Susanne Truttmann erwähnte, dass seit der letzten Veranstaltung dieser Art, die gerade auch bezüglich Berufswahl sehr wertvoll sei, 17 Jahre verstrichen seien.

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80 Jahre Flughafen Grenchen

Grenchen Das Jubiläumsjahr wird gefeiert

Im Jahr 1910 sahen viele Schweizerinnen und Schweizer zum ersten Mal ein FlugzeugamHimmel.21Jahre späterwurdeder Regionalverband Grenchen des Aero-Club der Schweiz aus der Taufe gehoben. Gleichzeitig begann am Jurasüdfuss der Flugbetrieb mit einem einzigen Motorflugzeug. Acht Jahrzehnte später gehört Grenchen zu den bekanntesten Flughäfen der Schweiz, dessen Geburtstag im laufenden Jubiläumsjahr mit facettenreichen Anlässen gefeiert wird. Ein Höhepunkt wird das Fly-in der Oldtimerflugzeuge (AAA-Treffen) am 3. September sein. Weitere Informationen zum Jubiläum: www.airport-grenchen.ch

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Einstieg in den Wettbewerbs-Kunstflug

Swiss Aerobatic Association (SAA) Loop-In 2011 in Langenthal

Viele Piloten absolvieren nach der Privatpilotenlizenz die Zusatzausbildung für den Kunstflug. Nebst der Beherrschung des Flugzeuges in aussergewöhnlichen Fluglagen ist diese Ausbildung auch das Ticket zum Wettbewerbs-Kunstflug. Wie läuft so ein Wettbewerb ab, was ist die «Box», wie stellt man ein Flugprogramm, eine Sequenz zusammen? Worauf achten die Punktrichter? Viele Fragen tauchen auf. Beim jährlichen Loop-In der Swiss Aerobatic Association (SAA) werden diese beantwortet. Wichtige Infos für zukünftige Wettbewerbspiloten Am23. Juni fand im Clublokal auf dem Flugplatz Langenthal der Theorieblock des Loop-In 2011 statt. Der erfahrene Wettkampfpilot Markus Rüesch und der Internationale Punktrichter Peter Huber vermittelten wichtige Informationen zum erfolgreichen Einstieg in den Wettbewerbs-Kunstflug. In verschiedenen Präsentationen wurde der Ablauf eines typischen Wettkampfes aufgezeigt, die verschiedenen wichtigen Punkte dargestellt. Details wurden behandelt, wie zum Beispiel das korrekte Anwinken am Anfang der Kunstflug-Programme. Besonderes Gewicht wurde auf die Sicherheitsaspekte gelegt. Minimalflughöhen und Vorbereitung sind dabei wichtige Faktoren.

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Jet World Masters 2013 finden in Meiringen statt

9. Jet World Masters, Dayton (Ohio/USA) Erfolg für die Schweiz – in der Luft und am Boden

Am6. August 2011 sind in Dayton (Ohio/USA) auf dem Gelände des National US Air Force Museums die 9. Jet World Masters für massstäblich verkleinerte turbinengetriebene Jets zu Ende gegangen. In diesem Rahmen erfolgte auch der Entscheid, die Organisation der Jet World Masters 2013 der Schweiz zu übertragen. Gute Resultate der Schweizer Piloten Das Schweizer Team – mit zahlreich angereisten Supportern – belegte an den diesjährigen Jet World Masters in Dayton einen sehr guten vierten Mannschaftsrang. Das beste Einzelresultat für die Schweiz erzielte Raimund Wehrle mit seiner L-39 Albatros in den Farben des Breitling Jet Teams (Rang 9), gefolgt von Roger Thoma (14.) mit seiner Patrouille-Suisse-Hunter, Martin Sannwald (16.) mit seiner BAe Hawk sowie Vater Reto Senn (18.) vor Sohn Adrian (20.), beide mit einer F-86 Sabre.

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Himmel frei für die Protagonisten der Lüfte

Zigermeet Mollis und 60 Jahre Hawker Hunter

Bereits zum dritten Mal nach 2009 und 2010 organisierte der Hunterverein Molliseinekleine,aberfeineFlugshowaufdemFlugplatz Mollis.Rund10 000 Flugbegeisterte liessen sich vom angekündigten schlechten Wetter nicht abhalten, auf den Flugplatz zu pilgern. Speziell gefeiert wurde in diesem Rahmen der 60. Geburtstag des Hawker Hunters. Der legendäre Hunter, der bis Ende 1994 als Jagdbomber in der Schweizer Luftwaffe im Einsatz stand, flog bis 1994 in verschiedenen Staffeln ab Mollis. Anlässlich der Auflösung der Fliegerstaffel 20 und der Fliegerkompanie 19 erhielt der Hunter J-4015 im Herbst 1994 einen speziellen Anstrich, der an einen Wagen der New-Yorker U-Bahn erinnert, und den Namen «Graffity-Hunter». Entgegen der meteorologischen Prognose war die Show geprägt von ausgesprochenem Wetterglück. Die angesagten Regenfälle blieben aus und die Himmelsbühne war frei für eine bunte Mischung aus F/A-18, Patrouille Suisse, Super Puma und dem PC-7 TEAM der Luftwaffe. Abgerundet wurde das Programm von der Super Connie, den P3 Flyern, Grumman Avenger und natürlich dem «Geburtstagskind», dem Hawker Hunter. Überflüge mit dem «Tiger-Hunter» und einer F/A-18 sowie in Formation mit der Patrouille Suisse oder einem PC-7 mit Skirennfahrer Carlo Janka als Passagier bildeten weitere Highlights. Der im Vorfeld angekündigte Hunter «Miss Demeanour» musste kurzfristig aufgrund eines Tanklecks die Teilnahme absagen. Auch die A-10 Thunderbolt der US Air Force war nicht auf Platz

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Sion Airshow International

Vom 16. bis 18. September 2011 wird der Flugplatz Sitten zum Schauplatz der grössten Airshow der Schweiz in diesem Jahr. Die «Breitling Sion Airshow» verspricht nationale und internationale fliegerische Leckerbissen, welche eingefleischten Fans ein Schnalzen entlocken. Drei Tage Wallis – drei Tage Flugspektakel vom Feinsten: eine Vorschau.

Die einzigartige Umgebung im Herzen der Alpen sorgt für eine Arena der Superlative. Die Berge verleihen dem Meeting einen aussergewöhnlichen Charakter: Die Flugzeuge verschmelzen mit dem Hintergrund und wirken umso spektakulärer, als sie plötzlich auftauchen und die Zuschauer überraschen. Und was am Himmel über Sitten zu bestaunen sein wird, macht den grössten Anlass der Schweiz in diesem Jahr zu einem unvergesslichen Spektakel. Kein Zweifel: Auf dem Flugplatz Sitten werden vom 16. bis 18. September 2011 die Herzen der Fliegerfans höher schlagen. Dafür sorgt das Programm in der Luft und am Boden: Ein Höhepunkt jagt den andern. Während drei Tagen von morgens 9 Uhr bis abends 17.30 Uhr präsentieren die Organisa- Vom 16. bis 18. September 2011 wird der Flugplatz Sitten zum Schauplatz der grössten Airshow der Schweiz in diesem Jahr. Die «Breitling Sion Airshow» verspricht nationale und internationale fliegerische Leckerbissen, welche eingefleischten Fans ein Schnalzen entlocken. Drei Tage Wallis – drei Tage Flugspektakel vom Feinsten: eine Vorschau. Text: Jürg Wyss Breitling Sion Airshow | Cover Story AeroRevue 9/2011 | 19 toren einen Querschnitt von allen Facetten, welche die Luftfahrt zu bieten hat.

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Saanen ist in guten Händen

Nach über zehn Jahren ist das Umnutzungsverfahren vom Militärflugplatz Saanen zum zivilen Flugplatz abgeschlossen und der Kaufvertrag vollzogen. Der Flugplatz Saanen gehört nun der Flugplatzgenossenschaft Gstaad-Saanenland. Ende Juni fand die Schlüsselübergabe statt.

«Es ist Zeit zu feiern …». Mit diesen Worten eröffnete Benno Lüthi, Präsident der Flugplatzgenossenschaft Gstaad-Saanenland Ende Juni die Generalversammlung im Gstaad Palace. Nur wenige Stunden zuvor wurde auf dem Flugplatz Saanen Geschichte geschrieben: Das Bundesamt für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hat der Flugplatzgenossenschaft die Schlüssel zum Flugplatz übergeben. Damit geht die Ära Militärflugplatz Saanen, aber auch ein langjährigesUmnutzungsverfahren zu Ende. «Seit 1946 wird in Saanen zivil geflogen, es hat aber mehr als zehn Jahre gebraucht, um zu beweisen, dass zivil geflogen werden kann», so Lüthi.

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Schulflugzeug der Helden der Battle of Britain: D.H.82 Tiger Moth

Das erfolgreiche «Flugzeug für jedermann» aus den dreissiger Jahren entwickelte sich zum erfolgreichsten Flugzeugmuster von De Havilland. Dank der Wahl als Schulflugzeug der Royal Air Force wurden Tausende von Tiger Moth gebaut, von denen zahlreiche bis heute zivil fliegen. Die drei einzigen in der Schweiz noch eingetragenen Maschinen wurden auf drei verschiedenen Kontinenten gebaut.

Sir Geoffrey De Havilland’s Vision, «ein unkompliziert aufgebautes Flugzeug, einfach und günstig zu fliegen», zu schaffen, war mit der Moth tatsächlich wahr geworden. Nicht nur das: Das Flugzeug sollte sich auch als ausgesprochen langlebig erweisen. So fliegt die 1933 als CH-353 in der Schweiz eingetragene und erst 1964 gelöschte Gipsy Moth bis heute in Grossbritannien weiter und überstand im letzten September sogar einen Landeunfall nur leicht beschädigt. Unter diesem Gesichtspunkt ist es nur verständlich, dass auch das Militär auf den robusten Moth Doppeldecker aufmerksam wurde. Die zuständigen Entscheidungsträger der britischen RAF hatten allerdings ein paar Verbesserungswünsche. So verlangten sie, dass alle Verspannungsdrähte und Streben vor den vorderen Sitz verlegt werden mussten, um dem dort sitzenden Piloten (normalerweise der Instruktor) im Notfall den Ausstieg zu erleichtern. Um den Schwerpunkt nicht zu verschieben, erhielt der obere Flügel eine leichte Pfeilung. Das erste Exemplar der nunmehrigen Tiger Moth flog am 26. Oktober 1931 erstmals.

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Eine neue Generation von Ballonen

Der «Newton» ist mehr als ein Heissluftballon. Er ist eine progressive Entwicklung, die aus einer doppelwandigen metallbeschichteten Hülle besteht, welche eine überdurchschnittliche Reduzierung der thermischen Verluste bewirkt. Der Newton ist möglicherweise der Vorläufer einer neuen Generation von Luftschiffen, die wirtschaftlich und zugleich unvergleichbar leistungsfähig sind.

Wind, Regen, bedeckter Himmel – ich betrachte die Hülle meines Ballons Newton, die auf der dünnen, aufgeweichten Schneeschicht ausgebreitet ist. Ich bin soeben nach einem Alleinflug von 17 Stunden und 40 Minuten in der Picardie gelandet und verbuche einen doppelten Dauer-Weltrekord, aufgestellt unter sich zunehmend verschlechternden Witterungsbedingungen. Ich empfinde eine Mischung aus Glück und Erschöpfung und bedaure ein wenig, mit Treibstoff für weitere zehn Stunden schon gelandet zu sein. Gleichzeitig ist es der Moment der Vollendung von fünf Jahren Arbeit am Konzept des Eco-Ballons. Was ist das Projekt Newton? Das Projekt Newton ist eine Mischung aus Konformismus und Hightech und das Resultat von Entwicklungsarbeit der vergangenen fünf Jahre. Mit Entschlossenheit und Beharrlichkeit hat das Teamprojekt zu einem innovativen Ansatz für Verbesserungen geführt. Das Ergebnis: Eine Art des Fahrens, die mit keinem Standard vergleichbar ist. Der Newton ist ein Heissluftballon, der aus einer doppelwandigen metallbeschichteten Hülle besteht, die eine überdurchschnittliche Reduzierung der thermischen Verluste bewirkt. Er ist möglicherweise der Vorläufer einer neuen Generation von Luftschiffen.

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Odysseus fliegt seit 61 Jahren

Das Oldtimer-Segelflugzeug Spyr 5a trägt beidseitig unter der Kabinenhaube den Schriftzug «Odysseus». «Zu Recht», meint Georg Fliss, langjähriger Besitzer des Segelflugzeuges, denn der Spyr 5a hat seit seiner Entstehung auf dem Zeichenbrett eine wahre Odyssee hinter sich!

Der Spyr 5 ist ein doppelsitziges Segelflugzeug, in welchem die Piloten seitlich versetzt hintereinander sitzen. Wegen des geräumigen Cockpits wurde der Doppelsitzer auch als «fliegendes Gartenhäuschen » bezeichnet. Die mächtigen Knickflügel verleihen dem «Gartenhäuschen» ein elegantes, vogelähnliches Aussehen. 1943 erhielt der erfolgreiche Schweizer Segelflugzeugkonstrukteur August Hug vom Eidgenössischen Luftamt den Auftrag, seinen Spyr 5 nach den neusten Vorschriften berechnen zu lassen. Gleichzeitig sollte er Zeichnungen anfertigen, welche eine fabrikationsmässige Herstellung des Segelflugzeuges ermöglichten. Die Berechnungen des von Hug beauftragten Ingenieurs Hans Farner umfassten 100 Seiten, Hug erstellte 73 neue Werkstattzeichnungen, welche erhalten blieben.

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