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Ausgabe 7 /2012

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Der Bundesrat hat entschieden. Der Flugplatz Raron verbleibt im Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL), obwohl die Gemeindebehörden von Raron ihn daraus entfernen wollten. Das Weiterbestehen des Flugplatzes ist gesichert und der Weg frei für die Umwandlung in ein ziviles Flugfeld. Sukkurs erhielt der Bundesrat vom Kanton Wallis, welcher ebenso wenig Zweifel offen liess, dass der Oberwalliser Flugplatz seine Berechtigung hat. Die Reaktion der Gemeinde Raron auf den bundesrätlichen Beschluss fiel geharnischt aus. Dies erstaunt angesichts der wirtschaftlichen Interessen, welche Vertreter der Gemeindebehörden mit dem Bau eines Wassersportzentrums und der damit verbundenen Aufhebung des Flugplatzes verfolgten, nicht. Das Beispiel Raron zeigt im Kleinen, was sich im Umfeld des Flugplatzes Dübendorf derzeit im Grossen abspielt. Flugplätze sind Landreserven – und bebaubares Land wird in der Schweiz immer knapper und damit begehrter. Die Ansiedelung von Unternehmen und damit die Schaffung neuer Arbeitsplätze, die Erstellung von Wohnraum für die wachsende Bevölkerung werden angesichts dieser Entwicklung für Städte und Kommunen zunehmend schwieriger – und lassen Begehrlichkeiten aufkommen. Von der wirtschaftlichen Prosperität einer Region hängt der Wohlstand der Bevölkerung ab. Und nicht zuletzt daran werden politische Behörden gemessen. Es geht also um handfeste Interessen, um die Attraktivität einer Region und um Geld – viel Geld. Der zentral gelegene Aargauer Flugplatz Birrfeld kennt derlei Sorgen nicht. Er ist mit der Region fest verwurzelt und geniesst bei Bevölkerung, Politik und Wirtschaft Rückhalt. Weise Entscheide in den vergangenen 75 Jahren und die ständigen Bemühungen der Flugplatzeigner um ein Miteinander erweisen sich heute als wertvoll und tragen Früchte. Der Fluplatz Birrfeld bedankt sich dafür auf seine Weise und schenkt der Bevölkerung zu seinem 75. Geburtstag im Rahmen eines Pistenfestes Ende August die grösste Airshow des Jahres in der Schweiz. Eine grosszügige Geste in der Tat, denn ausser Parkplatzgebühren fallen für die Besucherinnen und Besucher keine Eintrittskosten an. Zehntausende werden ins Birrfeld pilgern und dabei demonstriert erhalten, welche Bedeutung die Luftfahrt in der Schweiz heute geniesst – und dass die Basis dafür mit der Ausbildung von Piloten auf den Flugplätzen gelegt wird. Im Birrfeld, in Raron und überall in der Schweiz.

Jürg Wyss
Chefredaktor
AeroRevue


Pilatus über Jahre hinweg ausgelastet

Pilatus Flugzeugwerke Indien und Saudi-Arabien bestellen 130 Pilatus Schulflugzeuge

Im Mai jagten sich die positiven Meldungen aus dem Hause Pilatus: Am 24. Mai gab Pilatus in Stans bekannt, dass der lange erwartete Vertrag über die Lieferung von 75 PC-7-Mk-II-Schulflugzeugen inklusive Simulator und Logistikunterstützung für die indische Luftwaffe unterzeichnet sei. Nur einen Tag später eine weitere Erfolgsmeldung: Saudi-Arabien hat sich für den Kauf von 55 PC-21-Systemen entschieden. Die beiden Aufträge sichern die Auslastung des Flugzeugwerkes bis ins Jahr 2015. Indische Luftwaffe hat massives Ausbildungsproblem Die Bestellung aus Indien im Wert von 500 Millionen Franken ist mengenmässig der grösste Auftrag, den Pilatus je erhalten hat. Die neuen PC-7 Mk II ersetzen die in Indien von HAL konstruierten Basis- Trainer HPT-32, die seit Beginn des Einsatzes bei der indischen Luftwaffe Probleme verursachten. 32 Piloten starben, ehe die indische Luftwaffe im Juli 2009 die Stilllegung der Flugzeuge beschloss. Die Folge war ein massives Problem in der Pilotenausbildung. Der PC-7 Mk II setzte sich in einem Evaluationsverfahren gegen den koreanischen KT-1 und den amerikanischen T-6C durch. Bereits früh waren der brasilianische EMB-314 Super Tucano, der deutsche Grob 120TP und der italienische Finmeccanica M-311 Jettrainer ausgeschieden.

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ILA 2012 findet wie geplant statt

Berlin Verschiebung der Flughafeneröffnung tangiert ILA nicht

Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA 2012 findet wie geplant vom 11. bis 16. September 2012 auf dem neuen Veranstaltungsgelände Berlin ExpoCenter Airport statt. Dieses rund 250 000 Quadratmeter grosse Areal liegt direkt neben dem neuen Hauptstadtflughafen BER. Gemäss Angaben der Flughafengesellschaft wird die BER-Eröffnung nun am 17. März 2013 erfolgen. Obwohl dieser Eröffnungstermin nach dem Durchführungszeitraum der ILA 2012 liegt, wird die Berlin Air Show in gewohnter Weise mit allen luftfahrttechnischen Elementen stattfinden. Stefan Grave, ILA-Direktor der Messe Berlin GmbH, informiert: «Um den Messebetrieb der ILA zu gewährleisten, werden wir als Veranstalter bei den zuständigen Behörden temporäre Flugbetriebsflächen sowie zusätzlich ein Flugbeschränkungsgebiet beantragen.»

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Die Zukunft auf Stippvisite

Swiss Avro-Flotte wird durch Flugzeuge der CSeries von Bombardier ersetzt

Am 11. März 2009 gab Swiss bekannt, dass sie ab dem Jahr 2014 ihre Avro-Flotte durch Flugzeuge der CSeries von Bombardier ersetzen werde. Als Vorbote war im Mai dieses Jahres ein massstabgetreues Modell des neuen Triebwerkes Pratt & Whitney PW1000G in Zürich zu Gast. Ökonomischer und ökologischer Die Swiss erwartet von der Ablösung ihrer Avro RJ100 durch die völlig neu konstruierten Bombardier CS100 eine verbesserte Wirtschaftlichkeit durch einen um bis zu einem Viertel geringeren Treibstoffverbrauch. Gleichzeitig wird die Umweltverträglichkeit massiv verbessert: 10 bis 15 Dezibel weniger Lärm und 90 000 Tonnen weniger CO2-Ausstoss pro Jahr. Neben der deutlichen Gewichtsreduktion der neuen Flugzeuge durch Verwendung leichterer Materialien wie Aluminiumlegierungen und Kohlefaser- Verbundstoffe ist das Kernstück dieser Verbesserungen das völlig neue Triebwerk. Anhand eines aufgeschnittenen Funktionsmodells in reduziertem Massstab erklärte Peter Koch, Projektleiter CSeries bei Swiss, die Unterschiede zu den heute verwendeten Aggregaten. Wesentlichstes Merkmal ist das zwischen Niederdruckturbine und Fan eingesetzte Untersetzungsgetriebe. Damit werden diese beiden Bauteile entkoppelt, und der vergrösserte Fan kann langsamer, die Niederdruckturbine dagegen schneller laufen. Beide Module erreichen damit ihre optimale Leistung, wodurch die oben erwähnten Verbrauchs- und Lärmwerte erzielt werden.

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Drei kleine Spatzen im Motorraum

Am Freitag, 11. Mai 2012, unternahm Delio Schwarz, Miteigentümer einer Piper Warrior auf dem Flugplatz Birrfeld, mit Freunden einen Flug nach Locarno. Hin- und Rückreise verliefen ohne besondere Vorkommnisse. Tags darauf erhielt Schwarz jedoch einen Anruf eines Flugplatzmitarbeiters. Aus dem Flugzeug, welches auf einem Standplatz im Freien steht, wurde ein Piepsen wahrgenommen. Die Vermutung wurde geäussert, dass sich im Motorraum ein Vogelnest befinden könnte. Beim Outside Check vor einem weiteren geplanten Flug am 13. Mai 2012 galt daher ein spezielles Augenmerk dem Motorraum. Beim Öffnen der Motorhaube stellte der Pilot das Geräusch ebenfalls fest. Er öffnete den Filter – und entdeckte ein Vogelnest mit drei frisch geschlüpften Jungvögeln. «Möglicherweise sind die Vögel erst am Samstag oder Sonntag geschlüpft und haben am Freitag die Reise ins Tessin – auf einer Höhe von 9000 ft und bei Temperaturen von drei Grad – in der schützenden Eierschale überstanden haben», vermutet Delio Schwarz. «Ich war sehr erstaunt, da ich am Freitag beim Flug ins Tessin keinerlei Probleme mit dem Motor feststellen konnte. Trotz des Vogelnestes, welches den Luftfilter ziemlich verstopfte, gab der Motor jederzeit volle Leistung ab.»

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Wertungen in drei Klassen trotz Wetterpech

Segelflug Schweizer Meisterschaft 2012 im Birrfeld

Frühling 2012 – was bleibt in der Erinnerung der Segelflieger haften? Sicher nicht tolles Streckenflugwetter, sondern nur vereinzelte herausragende Tage. Leider setzte sich dieser meteorologische Trend auch während der neun Tage dauernden Schweizer Meisterschaft der Segelflieger im Birrfeld fort. Immerhin kam es in der Standard- und in der Offenen Klasse zu drei, in der Gemischten Klasse zu vier Wertungen. Gemischte 18-m-Klasse mit hoher Leistungsdichte Der Entscheid der Wettbewerbsleitung unter Führung des OK-Präsidenten Matthias Jauslin und des Konkurrenzleiters Richard Hächler, die 15-m- und die 18-m-Klasse zusammenzulegen, hatte sich als richtig erwiesen. Unter den 18 Piloten in der indexierten gemischten 18-m- Klasse kam es zu aussergewöhnlich spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen. Am ersten Wettbewerbstag hatte Meteo Schweiz für den Nachmittag ein kleines, aber fliegbares Wetterfenster in Aussicht gestellt. Ab Mittag schwanden die Hoffnungen, eine erste Aufgabe für alle Klassen durchführen zu können. Die Gemischte 18-m-Klasse wurde neutralisiert. Aber ganz aufgeben wollte die Konkurrenzleitung noch nicht und schrieb eine kleine AAT (Assigned Area Task) mit 105 Kilometern Minimallänge aus. Erste Schauer am Bözberg zwangen die Offene Klasse wieder auf den Boden, der Tag wurde neutralisiert.

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Stefan Zeberli wird zum vierten Mal Schweizer Meister

Sitterdorf Offene Schweizer Meisterschaft der Heissluftballone

Vom 16. bis 20. Mai 2012 wurde im Raum Bischofszell/Sitterdorf (TG) die offene Schweizer Meisterschaft der Heissluftballone mit starker ausländischer Beteiligung ausgetragen. Der Nachwuchs nahm die Gelegenheit wahr, sich an diesem internationalen Feld zu messen – mit erfreulichem Ergebnis. Der international renommierte Wettbewerbsleiter Claude Weber aus Luxemburg hat mit seiner kreativen Aufgabenstellung für einen fairen und spannenden Wettkampf gesorgt. Ein Greenhorn übernimmt die Führung Fünf Uhr morgens: Im Proberaum der Stadtmusik Bischofszell, der zum Briefingraum für die Schweizer Meisterschaft umfunktioniert wurde, sitzen 33 Ballonteams eng gedrängt. Startnummer eins trägt das Team von Stefan Zeberli. An ihm, dem Titelverteidiger, dreifachen Schweizer Meister und dem Sieger der letzten beiden Europameisterschaften wollen sich alle messen. Unter den Konkurrenten sind der amtierende deutsche Meister, der österreichische Staatsmeister, der luxemburgische Meister, ein Grossteil der deutschen Nationalmannschaft und die vollständige Schweizer Heissluftballon Nationalmannschaft. Bereits mit der ersten Aufgaben – einem Fly-in – werden

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Hauch von Abenteuer und Nostalgie

Passend zum Jubiläum «101 Jahre Seehotel Pilatus Hergiswil» gewährten die Organisatoren des diesjährigen Wasserflugzeug-Treffens Hergiswil mit einem attraktiven Begleitprogramm Einblick in verschiedene Zeitepochen.

Acht Wasserflugzeuge aus der Schweiz, England, Deutschland und Spanien gaben sich vom 8. bis 10. Juni in der idyllischen Hergiswilerbucht ein Stelldichein. Der grosse Zuschaueraufmarsch am frei zugänglichen und familienfreundlichen Begegnungsfest beim Seehotel Pilatus in Hergiswil honorierte die Anstrengungen der Organisatoren und bewies eindrücklich das ungebrochene Interesse an der Wasserfliegerei. Vielfältige Aktivitäten in der Hergiswilerbucht Neben Mitfluggelegenheiten (mehr als 100 Passagiere erfreuten sich an einem Rundflug) wurden Passagierfahrten mit dem Dampfboot «Uranus», mit Oldtimer Patrouillenbooten P-41 der Schweizer Armee und mit dem Unterseeboot «Nemo» angeboten. Zudem bestand die Möglichkeit eines Besuches des Festungsmuseums Fürigen. Der Blick auf die Aktivitäten in der idyllisch gelegenen Hergiswilerbucht mit landenden und startenden Wasserflugzeugen – dazwischen nostalgische Boote, Modellschiffe und Kursschiffe mit staunenden Passagieren – und eine attraktive Ausstellung des Schiffsmodellbau- Clubs Luzern sowie auf Hochglanz polierte Oldtimerautos liessen die Herzen der Zuschauer höher schlagen und machten gleichzeitig deutlich, dass mit Rücksicht und Toleranz vieles möglich ist.

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Airshow und Happening am Birrfelder Pistenfest

In der Zeit um 1937 haben Luftfahrtpioniere den Beginn einer beispiellosen Entwicklung des Flugplatzes Birrfeld eingeläutet. 75 Jahre danach lässt der Regionalverband Aargau des Aero-Club der Schweiz vom 24. bis 26. August 2012 mit dem Jubiläumsanlass «Pistenfest » jene Pionierzeit neu aufleben. Eine grosse Airshow am Samstag und ein Familienerlebnistag stehen im Zentrum des Jubiläumswochenendes.

Auf dem Flugplatz Birrfeld steigt das Festfieber langsam an. Denn vom 24. bis 26. August 2012 wird der Flugplatz zum Festplatz – für Aviatikliebhaber und für die Bevölkerung der weiteren Region rund um das Birrfeld. Anlass bildet das 75-jährige Bestehen des Flugplatzes. Grund genug, dieses Jubiläum ausgiebig zu zelebrieren. Eine attraktive Airshow am Samstag und ein Volksfest am Sonntag stehen im Zentrum der Aktivitäten. «Unser Ziel ist es, die Öffentlichkeit auf die Geschichte des Flugplatzes Birrfeld mit dessen Bedeutung für die Entwicklung der Leichtaviatik aufmerksam zu machen und gleichzeitig die Bevölkerung der Region zu einem Volksfest auf den Flugplatz einzuladen», hält Max Riner, Präsident des Regionalverbandes Aargau des Aero-Club der Schweiz und Initiant des Projekte fest. Aus diesem Grunde wird der Eintritt für die Besucher frei sein – trotz überaus attraktivem Programm. Erhoben wird einzig eine Parkgebühr: am Freitag und Sonntag je 10 Franken und am Samstag 20 Franken. Die Organisatoren empfehlen indes, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benützen. Am Freitag wird die Jubiläumsfeier mit Festbetrieb im Zentrum stehen. Der Samstag ist ganz der Aviatik gewidmet, während am Sonntag der Flugplatz der Bevölkerung für eine Familienerlebniswelt offen steht.

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Tante Ju goes America

Am 18. Mai ist in Dübendorf die HB-HOT, eine der letzten acht noch flugfähigen Ju 52, zu einem spektakulären Flug in die USA aufgebrochen. Das abenteuerliche Unternehmen des bald 75 Jahre alten Oldtimers dauert mehrere Wochen.

Sie gehört zu den unangefochtenen Stars am Schweizer Himmel: die Ju 52. Ihre Langsamkeit, die tiefe Flughöhe und das charakteristische sonore Brummen machen sie leicht erkennbar. Von den insgesamt 5000 Maschinen existieren heute weltweit nur noch acht flugfähige Exemplare – vier davon in der Schweiz. Rund hundert ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten diese auf dem Flugplatz Dübendorf in Schuss.

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Erster Blick in die aviatische Zukunft

Das 4. Internationale Flugmeeting in Dübendorf im Sommer 1937 war mehr als ein Wettstreit unter den europäischen Nationen. Es öffnete den Blick in die aviatische Zukunft: Stromlinienförmige Eindecker mit Einziehfahrwerk statt klobige Doppeldecker mit Spanndrähten wiesen den Weg. Und das zehntägige Treffen wurde zum Triumph für Deutschland und seine Messerschmitt Me 109.

Es war das aviatische Ereignis im Jahre 1937: «Europas grösste int. Flugveranstaltung – 8 Internationale Konkurrenzen – 14 Staaten – 300 Teilnehmer – Attraktionen – Demonstrationen» war in den Annoncen im Vorfeld des Grossanlasses zu lesen. Und die Besucher (75 000 waren es allein am ersten Sonntag, dem 25. Juli) wurden nicht enttäuscht. Das italienische Kunstflugteam mit zehn Fiat CR.32, das französische Pendant mit sechs Morane MS-225, die Sechserformation Dewoitine D.510 der französischen Luftwaffe oder das Schweizer Fünferteam mit dem erst wenige Monate vorher bei den Schweizer Fliegertruppen eingeführten EKW C-35: sie alle begeisterten die vielen Besucher vor den Toren Zürichs. Rund 160 Flugzeuge waren zu bewundern; eine solche aviatische Grossveranstaltung hatte es bisher in der Schweiz noch nie gegeben.

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Von hochfliegenden Plänen und zerflossenen Träumen

Es war die Zeit der aufkommenden Motorfliegerei und der Anfang der Flugplatzgründungen: Wie an anderen Orten wurde 1911 auch auf dem noch unüberbauten Breitfeld in St. Gallen ein erstes Flugmeeting veranstaltet. Die grossen Pläne für den anfänglichen Start- und Landeplatz scheiterten jedoch an der Realität.

D ie Stadt St.Gallen zeichnete sich nach der vorletzten Jahrhundertwende durch eine prosperierende Stickereiindustrie aus – einhergehend mit einer verbreiteten Fortschrittsund Technikgläubigkeit. Die Aviatik stiess entsprechend früh auf Interesse. Im August 1911 ging auf dem St.Galler Breitfeld denn auch das erste «Schau-Fliegen» über die Bühne und erfreute sich eines beachtlichen Publikumsaufmarsches. In der Folge diente das Areal als einfacher Start- und Landeplatz. Die St. Galler Zivilfliegerei sollte sich dank dieser neuen Basis entwickeln. Eröffnung der Fluglinie St. Gallen–Zürich–Basel 1924 wurde das Gelände planiert, eine Graspiste von 400 Metern Länge entstand. Der Flugplatz geriet unter die Aufsicht des Eidg. Militärdepartementes, die Graspiste wurde vor allem als Waffenbeziehungsweise Exerzierplatz genutzt. Der Stadt St.Gallen war es immerhin vertraglich gestattet, «auf Zusehen hin das Breitfeld als Landungs- und Startplatz für fahrplanmässige Flüge und für Zubringerflüge von Verkehrsflugzeugen zu verwenden ». Fallweise erhielten auch «Sport- und andere Privatflieger sowie Flüge zu industriellen Zwecken» seitens der Instanzen eine Bewilligung. Über 6000 Personen waren zugegen, als im August 1927 die Fluglinie St. Gallen–Zürich–Basel eröffnet wurde

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Im Gedenken an den Piloten Nr. 15

Anlässlich des 100. Todestages des Luftfahrtpioniers Henri Cobioni wird in Moutier, Tavannes und Le Locle eine Wanderausstellung gezeigt. Sie wird durch ein geschichtliches Werk ergänzt, das die rasante, aber kurze Karriere dieser aussergewöhnlichen Persönlichkeit nachzeichnet.

Nicht nur Mechanik und Motorräder gehören zu den Interessen von Jean-Claude Chevalier; er begeistert sich als Historiker auch für Geschichte. Als er 2009 im «Musée du Tour Automatique et d’Histoire» in Moutier ein Foto von Henri Cobioni und seinem Motorrad sah, das Anfang des Jahrhunderts in der Werkstatt Balmer aufgenommen worden war, macht er die Bekanntschaft einer Persönlichkeit, die dieselben Leidenschaften verfolgte wie er – jedoch ein Jahrhundert zuvor.

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Partnerschaften und Premieren

Das traditionelle internationale Frühjahrstreffen der Geschäftsluftfahrt, die EBACE, hat das Fachpublikum wiederum zahlreich nach Genf gelockt. Die Erholung des Marktes lässt aber noch auf sich warten.

Zur zwölften Ausgabe der europäischen Messe der Business- Luftfahrt reisten rund 12 600 Besucher nach Genf. Wenngleich 2012 nicht als Rekordjahr in die Geschichte der EBACE eingehen wird, verzeichnet die Veranstaltung dennoch einen regen Zulauf. Doch die angespannte wirtschaftliche Lage in Europa ist auch in diesem Segment spürbar, und die Mitteilungen von Rekordverkäufen von Flugzeugen, die auf früheren Ausgaben der Messe an der Tagesordnung waren, scheinen der Vergangenheit anzugehören. So bestätigte Pilatus- CEO Oskar Schwenk, dass die beiden Rekordjahre, welche die Firma aus Stans mit dem PC-12 in den Jahren 2010 und 2011 verzeichnen konnte, im laufenden Jahr keine Fortsetzung finden. Die Krise traf die Business-Luftfahrt jedoch auf uneinheitliche Weise: Die Einstiegsmodelle und das mittlere Segment wurden härter getroffen als die Oberklasse.

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