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Ausgabe 12 /2012

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Diese Motion von Nationalrat Christian Wasserfallen hat es in sich (siehe Beitrag Seite 4). Gemeinsam mit 15 weiteren Parlamentariern hat er den Bundesrat auf den Missstand der Überregulierung in der Luftfahrt aufmerksam gemacht und ihn beauftragt, künftig auf Rechtsakte und Massnahmen zu verzichten, welche sich negativ auf die Wirtschaftlichkeit des Luftfahrtstandortes Schweiz auswirken oder keinen effektiven und verhältnismässigen Sicherheitsgewinn erzielen. In seiner Stellungnahme wiegelt der Bundesrat ab. Er sagt, die Wirkungsabschätzung erfolge «äusserst sorgfältig», indem die betroffenen Anspruchsgruppen frühzeitig in praktisch alle Regulierungsvorhaben einbezogen werden (sog. Stakeholder Involvement). Insofern werde die in der Motion verlangte Überprüfung im Rahmen der regulatorischen Tätigkeit laufend vorgenommen. Und der Bundesrat verweist auf die internationale Einbindung: Die Schweiz habe als Mitglied der ICAO und der EASA deren Regelungen anzuwenden. Aussagen, die sattsam bekannt sind. Sie haben den Missstand der Überregulierung nicht verhindert, ja erst möglich gemacht. Doch der Bundesrat hat das Problem erkannt. Er gesteht in seiner Stellungnahme die Überregulierung ein. Und er räumt auch ein, dass nicht in jedem Fall ein Sicherheitsgewinn resultiert habe. Gleichzeitig setzt sich das Bundesamt für Zivilluftfahrt gegenüber der EASA dezidiert für eine Hinterfragung der Regulierungspraxis ein. Das braucht Courage – und die Rückendeckung durch die Regierung. Mit seiner Aufforderung an die Easa für ein massvolles Vorgehen bei neuen Regelungen hat BAZL-Direktor Peter Müller einen bemerkenswerten ersten Schritt getan und damit international von anderen Ländern Anerkennung geerntet. So bleibt die Hoffnung, dass der «Winkelried-Akt» gegen die Überregulierung die Bresche freischlägt für ein rasches Umdenken. Der Bundesrat beantragt dem Erstrat zwar die Ablehnung der Motion Wasserfallen. Doch der Mahnfinger der Politik ist erhoben. Allein dieser Tatsache wegen verdienen die Urheber der politischen Intervention Anerkennung – und solide Mehrheiten für die Abstimmung.

Jürg Wyss
Chefredaktor
AeroRevue


Bundesrat räumt Überregulierung ein

Antwort des Bundesrates auf eine Motion von Nationalrat Christian Wasserfallen

In seiner Antwort auf eine Motion von Nationalrat Christian Wasserfallen, unter anderem mitunterzeichnet von AeCS-Präsident Thomas Hurter, räumt der Bundesrat ein, dass auf europäischer Ebene in den letzten Jahren eine grosse Anzahl neuer Verordnungen verabschiedet wurden, die der betroffenen Luftfahrtindustrie Schwierigkeiten bereitet haben, und ohne dass in jedem Fall ein unmittelbarer Sicherheitsgewinn erkennbar war. «Vor allem im Bereich der Allgemeinen Luftfahrt (Leicht- und Freizeitaviatik) besteht eine Überregulierung. Das BAZL setzt sich deshalb in internationalen Gremien konsequent für eine Verschlankung des Regelwerks und einen langsameren Regulierungsrhythmus ein», schreibt der Bundesrat wörtlich. Das BAZL habe zudem «in jüngerer Zeit wiederholt klargemacht, dass Vorgaben der ICAO, die lediglich Empfehlungscharakter haben, nur dann ins innerstaatliche Recht überführt werden, wenn der Sicherheitsgewinn ausgewiesen und die damit verbundenen Massnahmen verhältnismässig sind». Die Motion Wasserfallens beauftragt den Bundesrat, eine systematische Überprüfung der Rechtssetzung und der Rechtsanwendung im Bereich der Luftfahrt einzuleiten mit dem Ziel, auf Rechtsakte und Massnahmen der Verwaltung zu verzichten, die sich negativ auf die Wirtschaftlichkeit des Luftfahrtstandortes Schweiz auswirken oder keinen effektiven und verhältnismässigen Sicherheitsgewinn erzielen.

Seite 4


«Wichtig sind gute Rahmenbedingungen»

Bern-Belp 5. Schweizerischer Luftfahrtkongress

Im Rahmen des 5. Schweizerischen Luftfahrtkongresses bekannte sich Verkehrsministerin Doris Leuthard zu einer funktionstüchtigen Schweizer Luftfahrt als volkswirtschaftlich wichtigem Pfeiler. Die Magistratin ortete Erklärungsbedarf in der Aviatik und verwies auf eine neue Studie, die das limitierte Wachstumspotenzial an den Landesflughäfen aufzeigt.

Seite 6


Israelische Aufklärungsdrohnen im Test

Emmen Elbit Hermes 900 und IAI Heron im Test

Wer behauptet, dass die Zukunft der Luftfahrt den unbemannten Maschinen gehört, wird längst nicht mehr als Utopist abgetan. Dies gilt insbesondere für die militärische Seite der Medaille. Die Erfahrungen mit sogenannten Drohnen, vor allem in Afghanistan und in Pakistan, beflügeln die Fantasien von Luftwaffenchefs weltweit. Auch die Schweizer Armee preist ihre Drohnen und präzisiert nun ihre Zukunftsplanungen auf diesem Gebiet. Gegenwärtig wird das Aufklärungsdrohnensystem 95 (ADS 95) eingesetzt, welches in den nächsten Jahren ans Ende seiner Nutzungsdauer gelangt. Von ursprünglich elf potenziellen Systemen von neun verschiedenen Firmen bleiben die beiden israelischen Hersteller Israel Aerospace Industries LTD (IAI) und Elbit Systems (Elbit) im Rennen.

Seite 7


Gummiseilstarts an historischem Ort

Grenchen «80 Jahre Grenchner Segelflug»

Ein Jahr nach der Gründung des Flugplatzes Grenchen (LSZG) im Jahr 1931 wurde die Segelfluggruppe Grenchen aus der Taufe gehoben, aus der sich später die Segelund Motorfluggruppe und wiederum daraus die Flugschule Grenchen entwickelte. Die ersten Starts wurden vom Eichholzhügel aus durchgeführte einer Erhebung am Rande der Stadt, auf der vor 2000 Jahren eine römische Villa gestanden hatte.

Seite 8


Super Connie HB-RSC fliegt wieder

Die Super Connie ist wieder flügge: Am 5. November konnte der historische Airliner nach einer fast halbjährigen Zwangspause vom süddeutschen Flughafen Lahr aus starten und wenig später am Flughafen Zürich-Kloten landen. Dort wird in den nächsten Wochen die anstehende Winterwartung der Maschine vorgenommen. Die Super Connie, die seit Juni wegen Motorschadens im badischen Lahr stand, kann somit 2013 wohl wieder regulär in die Luft gehen.

Seite 9


WEF 2013 – Hinweise zur Luftraumbenützung

In der Zeit vom 22. bis 27. Januar 2013 findet in Davos das Weltwirtschaftsforum WEF statt. Vor und während dieser Zeit wird der Luftraum in der Region Davos für den Flugverkehr stark eingeschränkt und von der Luftwaffe permanent überwacht. Die Beschränkungen umfassen die folgenden Zeiten:
• 21. Januar 2013 (7 Uhr UTC bis 17 Uhr UTC) für Training
• 22. Januar (ab 7 Uhr UTC) bis 27. Januar 2012 (bis 17 Uhr UTC).
Zur Info: Die Uhrzeiten sind auf den Plakaten des BAZL und der Luftwaffe sowie im Internet in LT und nicht in UTC publiziert.

Seite 10


Aktive Schweizer Pilotinnen

Womenpilots Immer mehr Mitglieder und ein attraktives Jahresprogramm

Die Schweizerische Pilotinnen Vereinigung hat sich auch in diesem Jahr auf erfreuliche Weise weiterentwickelt. Die Mitgliederzahl ist in kurzer Zeit um das Doppelte auf rund 80 Personen gewachsen. Das Interesse nimmt zu; dies nicht zuletzt dank dem vielfältigen Programm, welches der Verein jedes Jahr im In- und Ausland anbietet.
Attraktives Programm für das kommende Jahr
Die Flugsaison 2012 hinterlässt viele unvergessliche Erlebnisse wie beispielsweise den Besuch bei Solarimpulse in Payerne, das europäische Pilotinnen-Treffen in Österreich oder die Fly-in nach Düsseldorf, Orange und Bex.

Seite 10


Die Meister im Segelkunstflug gekürt

Flugplatz Bex Segelkunstflug-Schweizer-Meisterschaft 2012

Zehn Piloten, fünf Punktrichter und zahlreiche Helfer hatten sich am 11. September 2012 auf dem Flugplatz Bex zum Eröffnungsbriefing der Segelkunstflug- Schweizer-Meisterschaft eingefunden. Je fünf Piloten hatten sich dieses Jahr in der Advanced-Klasse und in einem speziell für die Wettbewerbseinsteiger konzipierten Espoirs-Wettbewerb eingeschrieben.

Seite 11


Böen – Erscheinungsformen und Tücken

Die optimale Flugtaktik und -geschwindigkeit bei Böen

Wer kennt sie nicht, die unangenehmen Böen, welche so stark sein können, dass sie ein Flugzeug regelrecht aus der Flugbahn werfen? Heftige Böen können in verschiedenen Situationen auftreten. Zum Beispiel innerhalb und ausserhalb von Gewittern oder an topographisch bedingten Ablösekanten, wie etwa am Jungfraujoch bei Föhn oder am Gemmipass bei Bise. Böen können sogar bei stahlblauem Himmel auftreten, wo sie auf den Wetterkarten denn auch mit CAT (clear air turbulence) bezeichnet sind; und sie treten überall dort auf, wo verschiedenartige Luftmassen aufeinander treffen. Doch was ist zu tun, damit Böen nur unangenehm bleiben und nicht gefährlich werden?

Seite 15


Das Ende einer Ära nach 45 Erdumrundungen im PC-12

Im Dezember 1995 war es, als Roger Engel seinen ersten Ferry-Flug mit einem PC-12 in die USA ins Logbuch eingetragen hat. 17 Jahre und 4000 Flugstunden später landete er zum letzten Mal im Auftrag von Pilatus in Übersee. Nach 200 Ferry-Flügen hat er hinter diese Ära einen Schlusspunkt gesetzt. Fliegen wird der passionierte Pilot aber weiterhin.

«Eigentlich wollte ich schon nach dem 100. Ferry-Flug aufhören», sinniert Roger Engel. «Irgendwie wurden es dann aber doch mehr.» – Doppelt so viele, um genau zu sein. 200 Mal hat der heute 64-jährige Pilot für den Flugzeughersteller Pilatus PC-12 Maschinen in die USA ausgeliefert. 4000 Flugstunden war er allein für diese Aufträge in der Luft und hat dabei eine Strecke zurückgelegt, die etwa 45 Erdumrundungen entspricht. Mitte Oktober, auf zwei Monate genau 17 Jahre nach dem ersten Ferry-Flug, ist er zum letzten Mal mit einem PC-12 in den Staaten gelandet. Überführungsflüge wird er in Zukunft keine mehr durchführen. Aber der Luftfahrt kehrt der passionierte Pilot trotzdem nicht den Rücken.

Seite 16


Herz und Hirn des Flughafens Zürich

Durchschnittlich 67 000 Passagiere benützen täglich den Flughafen Zürich. Mehr als 760 Flugbewegungen werden im selben Zeitraum gezählt. Dies erfordert eine durchdachte Zusammenarbeit aller be teiligten Akteure. Seit zehn Jahren bietet das Airport Steering einen Rahmen für diese Kooperationen, währenddessen die Airport Authority die Sicherheit im Tagesbetrieb gewährleistet. Das Porträt von zwei wichtigen Schlüsselstellen am Flughafen Zürich.

Welcher Standplatz wird einer verspätet ankommenden Maschine zugewiesen, damit die Umsteigewege für Anschlusspassa giere möglichst kurz sind? Welche Flugzeuge wollen enteist werden – und wo? Was ist beim Ausfall einer Skymetro-Linie zu tun? Wo müssen die Kapazitäten der Sicherheitskontrolle erhöht werden? Solche Fragen sind das «daily business» im Airport Steering, der Steuerzentrale des Flughafens Zürich. Diese gilt weltweit als vorbildlich. An 35 Arbeitsplätzen mit dutzenden von Bildschirmen arbeiten Angestellte des Flughafens Zürich, der Swissport als Handling Agent, der Swiss, der Firmen Gate Gourmet und ISS (Flugzeugreinigung und Crewtransport) sowie der Kantonspolizei Zürich.

Seite 18


«Gipfeltreffen» der Jetmodellpiloten im Haslital

In der Zeit vom 21. August bis 1. September 2013 geht auf dem Flugplatz Meiringen anspruchsvoller Modellflug in Perfektion über die Bühne. Während zehn Tagen kämpfen im Haslital die besten Modellbauer und -piloten der Welt mit ihren Jetmodellen um den international höchsten Titel in dieser Kategorie.

Nachbauten manntragender Jets bilden eine der jüngsten Disziplinen im Modellflug. Wo immer sich die technisch und fliegerisch anspruchsvollen Maschinen in die Luft erheben, lösen sie Begeisterung aus und faszinieren. Dies wird vom 21. August bis 1. September 2013 in konzentrierter Weise auf dem Militärflugplatz Meiringen der Fall sein: Die besten Modellpiloten der Welt werden sich hier versammeln, um mit ihren Jetnachbauten gegeneinander anzutreten. Unterteilt in zwei Kategorien – 13,5 und 20 Kilogramm Gewichtslimite – werden die Teilnehmer um den Titel «World Master» kämpfen. Unterstützt wird der Anlass durch den Aero-Club der Schweiz und den Schweizerischen Modellflugverband, aber auch durch den Bund, die Luftwaffe, die Region Haslital und die Standortgemeinde. Hinter der Veranstaltung steht ein hochkarätiges Patronatskomitee – unter anderem mit Bundesrat Ueli Maurer und alt Bundesrat Samuel Schmid sowie weiteren prominenten Vertretern aus Politik, Aviatik und Wirtschaft.

Seite 22


Der Druck nimmt zu

Weniger Luftraum – bedrohte Flugplätze – mehr Regulierungen: Der Druck auf die Leichtaviatik und den Luftsport ist ungebrochen. Thomas Hurter, Zentralpräsident des Aero-Club der Schweiz, Berufspilot und Nationalrat, stellt sich den Fragen der AeroRevue zur aktuellen Situation und wirft einen Blick auf die künftigen Herausforderungen des Dachverbandes.

AeroRevue: Thomas Hurter, mit welchen Herausforderungen sieht sich die General Aviation derzeit konfrontiert? Thomas Hurter: Wir stellen täglich fest, dass der Druck auf die gesamte General Aviation – auf alle, die den Luftraum in irgendeiner Weise nutzen – enorm zugenommen hat. Die Leichtaviatik befindet sich im Würgegriff der Regulierungen und Gebühren sowie unter steigendem kommerziellem Druck. Immer mehr Ressourcen und Mittel müssen für die Bearbeitung von anspruchsvollen Dossiers aufgebracht werden. Auf internationaler Ebene kämpfen wir uns durch den EU/EASA- und ICAO-Regulierungsdschungel und nehmen regelmässig an internationalen Sitzungen von Europe Airsports oder der FAI teil, wo wir unsere Interessen auch einbringen können.

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Kamera auf dem Flügel – Youtube liefert Beweise

Wer kennt sie nicht, die faszinierenden Flugaufnahmen aus allen Bereichen der Aviatik – gefilmt mit Kameras, welche nicht immer fachgerecht an Flugzeugen und Helikoptern montiert sind. Die auf diese Weise produzierten Filme finden sich häufig auf sozialen Netzwerken wie Youtube und Facebook wieder. Aber: Ist das Anbringen von Kameras am Flugzeug legal? Informationen über die Rechtsgrundlagen in der Schweiz.

Zunehmende Meldungen durch Flugplatzleiter und Piloten via SWANS (freiwilliges Meldewesen) und verschiedene Beobachtungen des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL) machen deutlich, dass vermehrt Kameras an Flugzeugen angebracht werden, meistens an die Flugzeugstruktur. Hinweise und Tipps, wie die Kameras an Flugzeugen montiert werden können, sind im Internet problemlos zu finden. So schreibt etwa ein Pilot: «Aus meiner Erfahrung heraus kann ich schon vorab festhalten, dass die wichtigsten Utensilien Kabelschnellbinder oder Kabelbinder sowie starkes Gewebeband/Panzerband sind.» Doch: Solchen und ähnlichen Hinweisen ist mit grösster Vorsicht und Zurückhaltung zu begegnen. Das Anbringen von Kameraausrüstungen an Flugzeugen ist nämlich genehmigungs- und Einbauten bei Helikoptern sind zulassungspflichtig.

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Die bunten Kostüme der alten Tanten

Eigentlich sind sie ja Drillinge: sie haben den gleichen Jahrgang, wurden am gleichen Geburtsort flügge und sehen grundsätzlich auch alle tupfgenau gleich aus. Nur die später dazugestossene Stiefschwester hat ganz leicht andere Gesichtszüge – kein Wunder, ist sie doch ein Jahrzehnt jünger und rund 2750 Kilometer weiter südlich erstmals aufgestiegen. Ursprünglich waren alle gleichfarbig, aber im Alter begannen die drei «Damen der Lüfte» sich individueller zu kleiden.

Doch schön der Reihe nach: Die Ur-Schwestern waren bei ihrem Ausfliegen aus dem heimischen Nest alle gleich gekleidet. Ein eher düsterer dunkler Anblick war das in jenem ersten Kriegsjahr 1939. Später wurde es etwas lichter: Silber war Mode – Glitzergirls wurden sie quasi, etwas aufgepeppt mit blauen Motorhauben. Dann kam das aufmüpfige Jahr 1968: Die mittlere der drei Schwestern legte sich ein leicht cremefarbenes Kostüm zu mit graugrünen, unregelmässig schmalen Streifen. Als Filmdiva geziemt sich solches natürlich. «Agenten sterben einsam», hiess der Streifen, und er spielte im Winter; deshalb das neue Kleid. Der ersten Schwester verleidete der Silberlook auch bald – Weiss wirkte eleganter. Erstaunlich, dass solche Kleiderwechsel toleriert wurden, schliesslich standen die beiden damals noch im sonst modisch eher uniformen Militärdienst.

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«Ray» – neues Leben für einen Senkrechtstarter

Die Idee, mit einem Flugzeug senkrecht starten und landen zu können, um nicht auf Pisten angewiesen zu sein, ist alt. Zahlreiche Prototypen mit unterschiedlichen Konzepten wurden gebaut und getestet. Doch mit zwei Ausnahmen wurde keiner zur Serienreife entwickelt und eingesetzt. Nun hat ein kleines, unabhängiges Team von jungen Ingenieuren in der Schweiz die Idee des Senkrechtstarters mit einem neuen, überzeugenden Konzept wiederbelebt. In wenigen Jahren soll ein solches Flugzeug für den zivilen Markt für Flüge von Tür zu Tür zur Verfügung stehen.

Das grosse Styropor-Modell sieht ziemlich aussergewöhnlich aus: Es hat die Flügelform eines Rochens, sechs Propeller, vier davon in den Tragflächen, zwei im Leitwerk und spezielle verstellbare Lamellen auf der Flügelunterseite. In den Räumlichkeiten der Ray Research AG in Basel erläutert mir CEO David Posva, dass dies ein ziviles, fünfplätziges VTOL-Flugzeug, also geeignet für vertikalen Start und vertikale Landung, werden soll. Ich schaue ihn staunend an. «Ich erkläre dir, was damit gemeint ist, und werde dir einige Bilder dazu zeigen», sagt Posva. Ich bin gespannt. «Bereits vor sieben Jahren habe ich begonnen, mich intensiv mit der Idee eines Fluggeräts zu beschäftigen, das die Eigenschaften eines Hubschraubers, also Start und Landung ausserhalb von Pisten, mit den Vorteilen einer deutlich höheren Fluggeschwindigkeit und der grösseren Reichweite von Flächenflugzeugen verbindet», beginnt er seine Ausführungen.

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