Ausgabe 12/ 2017

Eigenartiges geschieht in diesem Land. Da präsentiert die Flugplatz Dübendorf AG (FDAG) Mitte November das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs, welches dereinst dem Flugplatz Dübendorf ein Gesicht verleihen soll (siehe Seite 28). Ein Rückblick: Am 3. September 2014 entschied der Bundesrat, den Militärflugplatz Dübendorf künftig als «ziviles Flugfeld mit Bundesbasis» zu nutzen, und ernannte die Flugplatz Dübendorf AG als Betreiberin. Gestützt auf eine Rahmenvereinbarung mit dem Bund wurde die FDAG beauftragt, den zivilen Flugplatz nach den konzeptionellen Vorgaben des Bundes zu planen, zu erstellen und basierend auf einer Betriebsbewilligung und einem Baurechtsvertrag über 30 Jahre zu betreiben. Soweit so gut, könnte man meinen. Doch wenige Tage nach der Präsentation baten die drei Anrainergemeinden Dübendorf, Volketswil und Wangen bei Brüttisellen ihre Stimmberechtigten an die Urne, um ein Alternativkonzept gutzuheissen, welches die drei Gemeinden als Betreiber eines «Historischen Flugplatzes mit Werkflügen» vorsieht. «Zum Schutz der Bevölkerung soll es von einer Auslagerung von Teilen der Businessflüge des Flughafens Kloten nach Dübendorf sowie von einer Ausweitung der Betriebszeiten absehen», heisst es aus den drei Gemeinden. Abgestimmt wurde über einen interkommunalen Vertrag zur Zusammenarbeit und Gründung einer Aktiengesellschaft einschliesslich einer entsprechenden Finanzierungsvorlage zur Deckung des Aktienkapitals und des jährlich anfallenden Defizits. Alle drei Gemeinden stimmten der Vorlage zu und damit einem einmaligen Kostenanteil von zwei Millionen Franken am Aktienkapital sowie jährlich wiederkehrenden Kosten am Betriebsdefizit von 1,3 Millionen Franken. Über dreissig Jahre summieren sich so rund 40 Millionen, welche die Einwohner über die Steuern zu berappen hätten. Hätten. Denn der Bund wird sich von der Konsultativabstimmung nicht beeindrucken lassen, will er weiterhin als ein verlässlicher Partner gelten. Und ein verlässlicher Partner ändert seine Meinung nicht wie ein Windsack auf dem Flugplatz, welcher sich nach der gerade herrschenden Brise ausrichtet. Das wäre ja noch eigenartiger…

Jürg Wyss
Chefredaktor
AeroRevue

Beratung, Verkauf und Datenanlieferung

Effingerhof AG
Verlag «AeroRevue»
Rolf René Veil
Storchengasse 15
CH-5201 Brugg
Telefon 056 460 77 20
aerorevue@effingerhof.ch

 

 

Redaktion

c/o Swiss Aviation Media
Jürg Wyss
Zurzacherstrasse 64
Postfach
CH-5200 Brugg
Telefon 056 442 92 44
aerorevue@aeroclub.ch

 

 

Herausgeber

Aero-Club der Schweiz
«AeroRevue»
Yves Burkhardt
Lidostrasse 5
CH-6006 Luzern
Telefon 041 375 01 01
info@aeroclub.ch