Special - Beruf Pilot

Ja, man erinnert sich ein Leben lang an sie, an jene Momente, die sich tief in das Gedächtnis eines Piloten einbrennen. Etwa wenn man spürt, wie das Flugzeug auf die ersten eigenen, noch zaghaften Steuerbewegungen reagiert. Oder das überwältigende Erlebnis des ersten Alleinfluges. Sie lösen einmalige und unvergleichliche Gefühle aus. Unvergesslich auch der erste Navigationsflug, allein im Cockpit, auf sich selber angewiesen, ohne Fluglehrer an der Seite. Fragen Sie einen Piloten, was ihm die Fliegerei bietet. Er wird viel zu erzählen wissen: Erlebnisse, Geschichten, Momente, die exakt jene Faszination ausdrücken, wovon viele Menschen träumen. Abheben, die Erde verlassen, den Himmel erobern, die Welt von oben betrachten, losgelöst von allem Irdischen. Das ist Fliegen.

Doch Fliegen ist mehr. Fliegen fordert auch heraus. Piloten, egal auf welcher Stufe, müssen entscheiden und verantworten. Verlangt sind Konsequenz und Flexibilität, Disziplin und Zuverlässigkeit, Grenzen zu erkennen und Fähigkeiten und Kenntnisse auch unter erschwerten Bedingungen und in Notfällen richtig anzuwenden. Heroismus, Furchtlosigkeit, Kühnheit, Wagemut hingegen haben beim Fliegen keinen Platz. Notwendig sind eine richtige Einstellung und das Streben nach optimaler Leistung zu jeder Zeit. Einen guten Piloten zeichnet aus, dass er mögliche Gefahren durch Voraussicht und ständiges Aufrechterhalten des Situationsbewusstseins antizipiert. Er plant voraus, berücksichtigt mögliche Gefahren und setzt Prioritäten. «Good airmanship» zeichnet einen Piloten aus.

Fliegen vermittelt Freude und Befriedigung. Technik und Natur lassen sich im Einklang erleben. Weiterführende Ausbildungen wie Kunstflug, Gletscherflug, Navigationsflüge ins Ausland oder gar Instrumentenflug bieten Privatpiloten neue Herausforderungen, erweitern den Horizont. Segelflugpiloten wiederum erfahren sportliche, mentale Herausforderungen. Mit der Natur und ohne Motorenhilfe möglichst schnell oder möglichst lange zu fliegen, bedeutet Höchstleistungen zu erbringen.

In der Freizeit zu fliegen ist das eine. Wer mehr will, macht sich das Fliegen zum Beruf. Die Anforderungen im heutigen wirtschaftlichen Umfeld und bedingt durch die technologischen Fortschritte in der Flugzeugführung haben sich im Vergleich zu früher verändert. Geblieben ist die Tatsache, dass die spannende Aufgabe für Generalisten mit hoher Sozialkompetenz nach wie vor Abwechslung und unzählige Herausforderungen bietet. Nein, einen Sonderstatus geniessen Piloten in der heutigen Zeit kaum mehr. Was sie indes leisten, verdient nach wie vor Anerkennung. Vor allem aber haben wohl alle Piloten eines gemeinsam: Sie fliegen fürs Leben gern. Ihr Privileg ist es, diese Leidenschaft Tag für Tag im Beruf erleben zu können.

Fliegen, ob in der Freizeit oder als Beruf, muss kein lebenslanger Traum bleiben. Ihn Realität werden zu lassen bedingt ein hohes persönliches Engagement. Und wenn anfangs die Realität auch fern schien: Tausende haben es geschafft. Ihr erster Schritt nach vorne, ins Cockpit eines Flugzeugs, begann mit dem Glauben an sich selbst und der persönlichen Überzeugung: Ich kann es schaffen! Davon zeugen auch die Pilotenporträts in dieser Sonderausgabe. Sie stehen stellvertretend für zahlreiche Beispiele spannender und faszinierender Pilotenkarrieren. Ihnen ist eines gemeinsam: Sie wollen fliegen, einfach nur fliegen. Der Entscheid zur Ausbildung zum Piloten hat es ihnen möglich gemacht.

Jürg Wyss
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