Ausgabe 04/ 2017

Dem Aero-Club der Schweiz geht es grundsätzlich gut. Dies förderte die Delegiertenversammlung 2017 zutage. Dank dem strengen Kostencontrolling durch den Generalsekretär Yves Burkhardt und seinem Team sowie aufgrund willkommener Einnahmen aus Drittgeschäften steht der AeCS finanziell gesund da. Und: Der Dachverband für die Leichtaviatik und den Luftsport hat in der Schweizer Luftfahrt Gewicht und wird von allen Anspruchsgruppen ernst genommen. Dies ist einer kompetenten Führung des Verbands auf Stufe der letzten Zentralpräsidenten sowie des Generalsekretärs in den vergangenen Jahren zu verdanken, aber auch den Aktivitäten auf der Ebene der Sparten und Regionen. Diese Tatsache verdient Respekt und Anerkennung. Dem neugewählten Präsidenten Matthias Jauslin ist zu wünschen, dass er den Aero-Club der Schweiz in den kommenden Jahren weiterentwickeln kann. Dem passionierten Segelflieger ist der Umgang mit verschiedenen Elementen bekannt. Er weiss, was es braucht, um an Höhe zu gewinnen und diese dann in Distanz umzuwandeln. Der sympathische Aargauer Unternehmer und Politiker ist sich sportliche Höchtsleistungen gewohnt. Und hier schliesst sich ein Kreis. Denn einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zum derzeitigen Erfolg des AeCS liefert der Luftsport. Die herausragenden Leistungen der Modellflieger, Fallschirmspringer, Ballonfahrer und Co. im letzten Jahr zeigen einmal mehr auf: In der dritten Dimension können die Schweizer an Europa- und Weltmeisterschaften nicht nur mit halten, ja sie dominieren in einigen Disziplinen das sportliche Geschehen und gelten nicht selten als «team to beat». Eine erfreuliche Tatsache, nicht nur für die Sportler, die ihre Leidenschaft quasi als Hobby unter persönlichen Entbehrungen und ohne finanziellen Sukkurs, wie ihn etwa Spitzensportler von Publikumssportarten erhalten, ausüben. Wenn die Ballonfahrer aus der Schweiz, wie in den letzten beiden Jahren geschehen, das Gordon Bennett Race dominieren, zeitigt dies Auswirkungen: Die kommenden beiden Austragungen des ältesten und härtesten Ballon rennens der Welt werden in der Schweiz stattfinden. Die Blicke der «Ballonwelt» richten sich auf unser Land. Und die Schweizer Gas ballonteams werden einmal mehr «à battre» sein.

Jürg Wyss
Chefredaktor
AeroRevue

Continue Reading

Ausgabe 03/ 2017

Der Kolibri ist ein veritables Flugwunder. Er ist absoluter Rekordhalter für den schnellsten Flügelschlag unter den Vögeln, bringt er es doch auf bis zu 90 Schläge pro Sekunde. Bemerkenswert ist aber vor allem seine enorme Wendigkeit: Der Kolibri kann auf der Stelle, aber auch vor-, rück- und seitwärts fliegen. Bezogen auf ihre Körpergrösse sind Kolibris die wohl schnellsten Wirbeltiere der Welt. So erreichen die etwa zehn Zentimeter grossen Annakolibris Geschwindigkeiten von 385 Körperlängen pro Sekunde, bei Beschleunigungswerten von etwa dem Zehnfachen der Erdbeschleunigung. Zum Vergleich: die MiG-25 erreicht das rund 40-fache ihrer Gesamtlänge. Es heisst, dass sich bei spielsweise Engelbert Zaschka, einer der ersten deutschen Helikopterpioniere, vom Kolibri habe inspirieren lassen. Aber auch die Ent wickler moderner Technik nehmen sich die Mini-Vögel zum Vorbild. Der «Nano Hummingbird», eine vom Pentagon in Auftrag gegebene Drohne, verdankt sich dem lebenden Vorbild. Auch wenn der jeweilige Auftrieb komplett unterschiedlich erzeugt wird: Die Ähnlichkeiten zwischen Kolibri und Heli sind bestechend – und einzigartig sind sie beide. Gerade seine fliegerischen Möglichkeiten machen den Heli zu einem «omni potenten Alleskönner», der weder aus der Arbeits-noch aus der Rettungsfliegerei, der Logistik dem Transport oder dem Tourismus mehr wegzudenken ist und sowohl im zivilen als auch im staatlichen bzw. militärischen Bereich seinen unangefochtenen Platz eingenommen hat. Dem Helikopter sind in dieser Ausgabe gleich mehrere Beiträge gewidmet. Eine verdiente Plattform für einen Schwerarbeiter, der den Löwenanteil seiner immensen Leistungen bescheiden im Hintergrund erbringt. Prominenter tritt die Rega in Erscheinung. Ihr Leistungsausweis bedarf zwar keiner Erklärung; der künftigen Entwick lung in der Rettungsfliegerei hingegen ist verdienterweise die Coverstory gewidmet. «Menschen können zum Mond fliegen, doch wenn ein neugeborenes Kind von Samedan dringend ins Universitätsspital Zürich muss, so ist dies je nach Wetter nicht möglich.» Eine bemerkenswerte Aussage von Heinz Leibundgut, Chefpilot der Rega-Helikopterflotte, – und ein Um stand, der wohl bald der Vergangenheit angehört. Am Horizont zeichnet sich ab, dass mit dem Bau der «Luftbrücke» Low Flight Network, aber auch dank dem Innovationsgeist der Rega ein lebensfeindlicher Graben ge schlossen werden kann.

Patricia Andrighetto 
Redaktorin 
AeroRevue

Continue Reading

Ausgabe 02/ 2017

Mit dem Hinschied des 102-jährigen Hans Giger ist einer der letzten Schweizer von uns gegangen, der den Zweiten Weltkrieg als Erwachsener miterlebt hat – hautnah als Zeitzeuge. Denn Giger war Militärpilot und flog während jener Zeit Einsätze, um den schweizerischen Luftraum gegen fremde Eindringlinge zu verteidigen. Aus Anlass seines hundertsten Geburtstags hat das Schweizer Fernsehen mit der Sendung «Reporter» eine Dokumentation über Hans Giger mit dem Titel «Der 100-jährige Pilot» ausgestrahlt. Dieses von Fritz Muri einfühlsam erstellte Porträt ging mir damals – und auch heute noch – unter die Haut. Im Januar 1936, also vor 81 Jahren, wurde Giger, der schon als Bauernbub Pilot werden wollte, in die Pilotenschule nach Dübendorf aufgeboten. In der Folge hat er wohl sein halbes Leben im Cockpit verbracht. So war Giger auch der erste «Werkspilot» der Luftwaffe. Giger hat damals als Militärpilot Weltgeschichte erlebt. Etwa im Juni 1940. Damals kam es insbesondere über dem Jura innerhalb kurzer Zeit zu mehr als 200 Grenzverletzungen durch deutsche Bomber und Jagdflugzeuge. Die Schweizer Luftwaffe war in aktive Kampfhandlungen involviert und schoss elf deutsche Flugzeuge ab. Berlin geriet darob in helle Aufruhr. Die Einsätze forderten bei der Schweizer Luftwaffe ebenfalls Opfer. Im Dezember letzten Jahres hat die Schweizer Luftwaffe elf Aspiranten zu Berufsmilitärpiloten brevetiert. Auch dies ist für die Betroffenen wohl ein unvergesslicher Moment, der unter die Haut geht. Im Kern wissen diese jungen Männer, dass sie in einem Ernstfall, wie damals Hans Giger, das Gelernte anwenden und den Luftraum verteidigen müssen. Dafür werden sie ausgebildet. Damals besassen Wörter wie Wehrbereitschaft und Landesverteidigung zwar eine andere Bedeutung; die Bedrohung war real, Luftkämpfe der Ernstfall. Den neu brevetierten Piloten wünscht niemand den Ernstfall. Hans Giger aber hatte ihn erlebt.

Jürg Wyss
Chefredaktor
AeroRevue

Continue Reading

Ausgabe 12/ 2016

Einleitend ein kurzer Dialog zwischen Tower und Cockpit: 
Pilot: Tower,request permission to enter zone XY. 
Tower: Negative! 
Pilot: Did you say negative? 
Tower: Affirmative. 
Pilot: Understood affirmative. I will call you leaving the zone. 
Das Positive vorab: Der Pilot hat sich überhaupt via Funk gemeldet. Häufig sind gerade VFR-Piloten eher zurückhaltend, wenn es darum geht, die ATC zu kontaktieren. Nebst mangelhafter Flugvorbereitung, Ablenkung und Unachtsamkeit einer der Hauptgründe für Luftraumverletzungen. Und davon hat Skyguide im vergangenen Jahr sage und schreibe 359 registriert! Gegenüber 2014 eine Zunahme von über 50 Prozent. Allein im Gebiet des Flughafens Zürich sind 117 Mal Flugzeuge unerlaubt in den kontrollierten Luftraum eingedrungen. Dass allerdings schon eine kleine Unaufmerksamkeit zu einer Luftraumverletzung führen kann, hängt unmittelbar mit einer anderen Tatsache zusammen. «Es herrscht Dichtestress am Schweizer Himmel», ist Verkehrsministerin Doris Leuthard überzeugt – und beauftragte das BAZL mit der Neugestaltung der Strukturen des Schweizer Luftraums. Ein «Jahrhundertprojekt» nannte sie das Unterfangen anlässlich des diesjährigen Luftfahrtkongresses (Beitrag ab Seite 14). Das Flickwerk über den Wolken samt seiner Symptombekämpfung soll einem «clean sheet approach» Platz machen. «Wir werden versuchen, den verschiedenen Interessenten den optimalen Raum zu bieten», bekräftigt die Magistratin. Allerdings liege es an den einzelnen Nutzern, von maximalen Forderungen abzusehen. «Sie müssen allenfalls geographisch mehr Flexibilität zeigen.» Man ahnt, was dies für die General Aviation bedeuten könnte, auf deren Konto rund 70 Prozent der Flugbewegungen im Schweizer Luftraum gehen. Die Position des Aero-Clubs ist klar: Generalsekretär Yves Burkhardt begrüsst zwar grundsätzlich den eingeschlagenen Weg; «einseitige, ausschliesslich zu unseren Lasten gehende Luftraumanpassungen werden wir aber nicht akzeptieren.» Sagts, und verweist einmal mehr auf die Bedeutung der Allgemeinen Luftfahrt; immerhin ist das Cockpit eines Kleinflugzeugs die Basis praktisch jeder Pilotenlaufbahn. «Ein weiterer Schwund an initial ausgebildeten Piloten würde die gesamte kommerzielle Airline-Branche vor grösste Probleme stellen.» Intelligente Lösungen sind gefragt – solche, die das Antasten des eigenen Lebensnervs per se ausschliessen.

Patricia Andrighetto
Redaktorin
AeroRevue

Continue Reading

Beratung, Verkauf und Datenanlieferung

Effingermedien AG
Verlag «AeroRevue»
Storchengasse 15
CH-5201 Brugg
Telefon 056 442 92 44
aerorevue@effingermedien.ch

 

 

Redaktion

c/o Swiss Aviation Media
Jürg Wyss
Zurzacherstrasse 64
Postfach
CH-5200 Brugg
Telefon 056 442 92 44
aerorevue@aeroclub.ch

 

 

Herausgeber

Aero-Club der Schweiz
«AeroRevue»
Yves Burkhardt
Lidostrasse 5
CH-6006 Luzern
Telefon 041 375 01 01
info@aeroclub.ch