Ausgabe 11/ 2016

Drohnen sind derzeit das grosse Thema. Man spricht über sie, liest von ihnen, liebt sie, fürchtet sie. Sie sind Fluch und Segen zugleich, stellen Chance und Gefahr dar. Fakt ist: Drohnen erobern unseren Alltag – und den Luftraum. Der Markt für diese fliegenden Objekte wächst atemberaubend schnell. Fachleute gehen schon heute von einem Milliardengeschäft aus. Bei der Entwicklung solcher Flugroboter nimmt die Schweiz eine führende Rolle ein, wie die Fernsehsendung «Einstein» kürzlich aufzeigte. Beispiel «Sensefly SA»: Das Spin off der ETH Lausanne beschäftigt heute rund 100 Mitarbeiter. Deren Drohnen fliegen weite Gebiete ab und vermessen autonom Landschaften. Die ETH Zürich wiederum betreibt ein Förderungsprogramm. Wird daraus in der Schweiz das künftige «Silicon Valley» für Drohnen entstehen? Im Drohnenentwicklungszentrum der ETH Lausanne arbeiten ganze Teams an der Drohne von morgen. In Afrika wird ein Drohnentransport-Netzwerk geplant. Drohnen sollen dereinst lebensrettende Medikamente transportieren – in einem Bruchteil der Zeit gegenüber dem Landweg. Schon bald soll mit dem Bau des ersten Drohnenflughafens in Ruanda begonnen werden. Ein Segen für Menschen auf der Schattenseite des Lebens. Zurück in die Schweiz. Neulich nachzulesen in einem Versicherungsblog: «... Dieser öffentliche Grillplatz zieht immer wieder Drohnenflieger an. Heute wollten wir dort bei Sonnenuntergang picknicken. Nun waren dort auch drei Drohnenflieger. Mein Sohn wurde von einer Drohne am Ohr gestreift und verletzt, sodass er einen Riss im Ohr hatte und blutete. Nun zu meiner Frage: Ist es überhaupt erlaubt, an öffentlichen Grillplätzen zu fliegen?» Chance und Gefahr. Aufgrund des Tempos der Entwicklung scheint die EU in Zugzwang zu geraten (siehe AeroFax Seite 13). Und genau da lauert die Gefahr: Hektik, die in Überregulierung mündet. Sie könnte den Segen der Drohnen zum Fluch werden lassen. Gut zu wissen, dass der Aero-Club der Schweiz und der Modellflugverband die Entwicklung nicht nur aufmerksam verfolgen, sondern auch handeln.

Jürg Wyss
Chefredaktor
AeroRevue

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Ausgabe 10/ 2016

24 bunte Striche auf dem Bildschirm, die sich langsam Richtung Süden über die Landkarte des europäischen Kontinents bewegen: Klingt unspektakulär, war aber während gut 58 Stunden Spannung pur. Der Live-Tracker des diesjährigen Gordon Bennett Cups, der Gasballon-Weltmeisterschaft, brauchte Nerven und kostete auch die Daheimgebliebenen die eine oder andere Stunde Schlaf. Das Kopf-an-Kopf Rennen, das sich die drei am Ende verbliebenen Gasballon-Teams – wovon zwei aus der Schweiz – geliefert haben, war ganz grosses Kino. Deutlich romantischere Worte für diese Art des Luftsports hat der Autor und Filmemacher Wolf Gaudlitz gefunden: «Das Ballonfahren ist ein wundersames Abenteuer zwischen Himmel und Erde. Man ist, man fährt in einem Raum, der viele Fenster, aber keine Tür hat, und was man wahrnimmt, erscheint deutlich dreidimensional, jedoch so malerisch entrückt, als sei es gar nicht diese Welt, durch die man sich bewegt.» Er beschreibt hier eine Ballonfahrt mit Wilhelm Eimers, einem der erfolgreichsten Gasballonfahrern der Welt. Eimers Weltrekord mit 92 Stunden Fahrzeit am Stück von 1995 ist noch immer ungebrochen. 26 Mal hat er am legendären Gordon Bennett-Rennen teilgenommen; mehrmals hat er es gewonnen, letztmals 2014. Dies war auch der Grund, weshalb 2016 ab dem deutschen Gladbeck gestartet wurde. Das Heimatland der Gewinner ist jeweils der Austragungsort des übernächsten Rennens. Will heissen: Mindestens die nächsten zwei Jahre heben die Gordon Bennett-Teilnehmer ab einem Platz in der Schweiz ab. Nach 2015 hat das Schweizer Team um Kurt Frieden und Pascal Witprächtiger auch in diesem Jahr die grösste Entfernung zum Startpunkt erreicht (Beitrag ab Seite 32). Doch nicht nur die längste, sondern gleich auch noch die zweitlängste Spur haben Schweizer Teams gezogen. Gold und Silber für die «Ballonfahrernation Schweiz». Grandios! Stichwort «Spuren hinterlassen»: Genau dazu – in Form von verbreiteten Informationen – ist jeder einzelne Pilot angehalten. Im weiteren Sinn kann es im Zusammenhang mit jedem Flug um ein Wettrennen gehen: jenes gegen die Zeit. Dann nämlich, wenn etwas schiefgelaufen ist. Wie man den Mitarbeitenden der Search and Rescue (SAR)-Dienste das Leben leichter macht und dabei unter Umständen sein eigenes rettet, lesen Sie ab Seite 18 in dieser Ausgabe. Allzeit guten Flug!

Patricia Andrighetto
Redaktorin
AeroRevue

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Ausgabe 09/ 2016

Weit über eine halbe Million neue Piloten in den nächsten 20 Jahren: Von diesem weltweiten Bedarf geht der amerikanische Flugzeughersteller Boeing in seiner aktuellen Prognose aus. Konsultiert man auch noch die Global Market Forecast von Airbus, bleibt kein Zweifel: Der kommerzielle Luftverkehr wird wachsen. Enorm wachsen! So geht Airbus davon aus, dass bis zum Jahr 2035 weltweit rund 33 000 neue, kommerziell eingesetzte Flugzeuge benötigt werden, wovon 20 000 allein für die Verdoppelung der heutigen Flotte. Fantastische – und wohl auch nicht gänzlich von Uneigennutz befreite – Zahlen, die nüchtern und mit Bezug zur Realität zu geniessen sind. Auf dem Boden ebendieser scheint aber auch die Jugend angekommen zu sein, wenn es um die Verwirklichung von Träumen geht. So nimmt die junge Generation gerade den Beruf des Piloten differenzierter wahr. Streiks, Groundings und wirtschaftliche Tiefflüge haben Distanz zur Glanz-und-Gloria-Ära von einst geschaffen. Und auch wenn der Traum vom Fliegen für die Ewigkeit gemacht zu sein scheint, lautet heute die Frage eher: Wer will und kann es sich noch leisten, selber zu fliegen? Veränderte Bedingungen und Ansprüche mögen dazu beitragen, dass viele junge Berufsleute ihren persönlichen Traum vom Fliegen ökonomisch interessanteren Optionen opfern. «Die Leere im Cockpit», titelte kürzlich die Süddeutsche Zeitung in einem Artikel über den sich akzentuierenden Pilotenmangel. Noch ist die Situation in Europa, wo es oft noch mehr Anwärter als Arbeitsplätze gibt, nicht gleich dramatisch wie beispielsweise in den USA. Aber auch hierzulande macht sich der fehlende fliegerische Nachwuchs bemerkbar. Die jungen Leute, die heute an der Basis, in den Fluggruppen und Vereinen fehlen, werden morgen auch im kommerziellen Flugbetrieb durch Abwesenheit glänzen. Was dafür getan wird, um Junge wieder vermehrt für die Luftfahrt zu begeistern? Eine ganze Menge! Blättern Sie, liebe Leserin, lieber Leser, durch diese Ausgabe und Sie werden feststellen, mit wieviel Herzblut und auf welch attraktive und überzeugende Weise der Aero-Club mit seinen Sparten, aber auch Fluggruppen, Flugschulen, die Pro Aero, Sphair, Swiss und weitere Organisationen sich für fliegerischen Nachwuchs einsetzen. In diesem Sinne: «Kinder, lernt fliegen! Der Himmel steht Euch offen!»

Patricia Andrighetto
Redaktorin

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Ausgabe 07 + 08/ 2016

«Von der Sonne geblendet», wie «Der Bund» einst titelte – oder genialer Pionier mit einer Jahrhundert-Vision? Liegen dem gigantischen Solar Impulse-Projekt mit Hauptinitiator Bertrand Piccard private Motive zu Grunde, wie Skeptiker ihm unterstellen – oder können die 17 000 Solarzellen, die Solar Impulse in den vergangenen Monaten über Kontinente und Meere getragen haben, tatsächlich Trägermasse für eine bessere Zukunft sein? Erklärtes Ziel des Projekts ist es, die Menschen für die Notwendigkeit des Energiesparens und der Nutzung und Förderung von erneuerbaren Energien zu sensibilisieren. Nach der Überquerung des Atlantiks mit Si 2 (Seite 5; Stand bei Redaktionsschluss) wurde die Gründung eines Internationalen Komitees für saubere Technologien angekündigt, um diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen. Ob man sich für das Projekt Solar Impulse erwärmen kann oder nicht: Es regt in jedem Fall zu Reflexionen an, die über das Projekt hinausgehen. Unter anderem darüber, ob der eingeschlagene Weg zur Energiewende ausreichend kritisch hinterfragt wird und es zu Entwicklungen kommt, die nicht nur gut, weil nicht in allen Teilen konsequent zu Ende gedacht, sind. Oder ob «Öko» heutzutage einfach «in» ist, weil es einem modernen Lifestyle entspricht, und nicht, weil man eine existenzielle Notwendigkeit darin ortet. Vor diesem Hintergrund macht sich die Hoffnung breit, dass im Zusammenhang mit dem «Sonnenflugzeug» tatsächlich übergeordnete Ziele eine Rolle spielen, die dereinst auch greifen. Oder wie Piccard es einmal formulierte: «Primär will ich die Geisteshaltung der Menschen ändern. (...) Wir sind gefangen in unseren Gewohnheiten. Dabei müssten wir öfters aus unserer Bequemlichkeit ausbrechen. In dieser ist das Leben zwar schön, aber nutzlos.» Wie nützlich, zukunftsweisend und intelligent es sein kann, aus Gewohnheiten auszubrechen, davon zeugt auch eine andere Idee «born in Switzerland»; ohne Showprogramm und Starbesetzung – aber nicht weniger vielversprechend (Seite 22). Scheinwerfer an – mit Energiesparlampen natürlich – für «smartflyer», das spannende und innovative Projekt für eine nächste Generation von General Aviation-Flugzeugen.

Patricia Andrighetto
Redaktorin
AeroRevue

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