Ausgabe 04/ 2016

Looping, Rolle, Immelmann: Die Figuren, die Kunstflug- Piloten mit ihren Maschinen an den Himmel zeichnen, sind wunderschön anzusehen und faszinieren durch ihre Eleganz und Anmut. An jeder Flugvorführung bildet das «Ballett am Himmel» einen nicht wegzudenkenden Bestandteil des Programms. Kunstflug ist aber auch Spitzensport. Im Rahmen von nationalen und internationalen Wettkämpfen messen sich Kunstflugpiloten und trainieren dafür hart. Die Kunstflugberechtigung ist in verschiedener Hinsicht eine wertvolle Bereicherung. Die Gründe, weshalb ein Pilot, eine Pilotin eine Kunst flug lizenz erwirbt, sind vielfältig. Die laufende Optimierung der fliegerischen Fähigkeiten ist einer davon, der Sicherheitsaspekt ein anderer; ist es doch – um nur ein Beispiel zu nennen – durchaus ein erstrebenswertes Ziel, die Maschine in jeder Fluglage kontrollieren zu können. Aus welchen Gründen der amtierende Schweizer Meister im Motorkunstflug, Isidor von Arx, sich seinerzeit für eine Kunstflugausbildung entschieden hat, lesen Sie im spannenden Porträt ab Seite 28. Doch die Begeisterung für den Kunstflug teilen leider nicht alle. Die Zahl der Lärmklagen, die 2015 allein beim BAZL wegen Kunstflug eingegangen sind, hat sich gegenüber 2014 verdoppelt (siehe Beitrag auf Seite 36). In der dichtbevölkerten Schweiz scheint die Lärmempfindlichkeit der Menschen zu steigen und die Toleranz gegenüber nicht selbst verursachtem Lärm zu sinken. Bereits vor einigen Jahren hat die Swiss Aerobatic Association (SAA) auf diese Entwicklung reagiert und ein Gentlemen’s Agreement aufgesetzt. Dieses umfasst konkrete Punkte, die das Konfliktpotenzial so gering wie möglich halten sollen und legt Kunstflug piloten dezidiert rücksichtsvolles Verhalten nahe. Mit dem Beherzigen dieses Kodex trägt jeder einzelne Pilot dazu bei, dass Kunstflug auch weiter hin ohne zusätzliche gesetzliche Hürden betrieben werden kann. Die spartenübergreifende Bedeutung eines «aviatischen Knigge» ist selbstredend, das Prinzip, das für alle Luftraumbenutzer Gültigkeit hat, ein einfaches: Rücksicht ist Voraussicht und beugt dem Nachsehen vor. In diesem Sinne: Ladies und Gentlemen, allseits eine erfolgreiche und unfallfreie Flugsaison!

Patricia Andrighetto
Redaktorin
AeroRevue

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Ausgabe 03/ 2016

Es war im August 1906, als die allererste AeroRevue die Druckerei verliess. 2016 erscheint das Publikationsorgan des Aero-Clubs der Schweiz und das – mit rund 24 000 verkauften Exemplaren und einer Leserzahl pro Ausgabe von gegen 49000 – auflagenstärkste Schweizer Avatikfachmagazin bereits im 110. Jahrgang. Zwischen der Nr. 1/1906 und der Nr. 3/2016 liegen weit über 1000 Ausgaben – und über ein Jahrhundert Aviatikgeschichte in der Schweiz. Die Luftfahrt von damals und heute trennt zwar ein Quantensprung. Doch manche Dinge ändern sich nie. So wurde und wird über alle Jahrzehnte hindurch in der Redaktionsstube Mal für Mal eine AeroRevue geschaffen, die alle Anforderungen an ein hochwertiges, informatives und aktuelles Fachmagazin erfüllen will; angetrieben von der Leidenschaft für die Luftfahrt und vom Eifer, den Erwartungen sämtlicher dem AeCS angehörenden Sparten, aber auch jenen des anspruchsvollen Fachpublikums gerecht zu werden. Richten Sie Ihr Augenmerk in diesem Zusammenhang auch auf den Aerofax auf Seite 13. In der Regel auf Seite 49 und damit am Ende der Zeitschrift platziert, findet die Rubrik «Retrospektive» nichtsdestotrotz grosse Beachtung. Nach 48 Seiten Aufarbeitung von kontemporären Themen in Form von Recherchen, Interviews und Kommentaren lädt sie jeweils zu einer kleinen Zeitreise ein. Monat für Monat fasst AeroRevue-Redaktor Franz Wegmann, im übrigen auch der Autor der historischen Beiträge ab Seite 24, die analoge Ausgabe vor 50 Jahren schlagzeilenartig zusammen. Manch gegenwärtiger Sachverhalt erscheint unter den Eindrücken der Vergangenheit in einem neuen Licht, lässt Zusammenhänge erkennen und erinnert daran, dass sich zuweilen Probleme exponentiell zur wachsenden Distanz relativieren. Noch weiter zurück erinnert sich Paul E. Bez. Der 88-Jährige, der bereits seit 60 Jahren Mitglied im Aero-Club ist, erzählt ab Seite 14 in einem ersten Teil aus seinem langen Fliegerleben; authentisch und fesselnd. Manch älterer Leser wird Teile seiner eigenen Geschichte darin erkennen; junge Aviatiker erfahren auf lebendige Weise von den Ursprüngen der modernen Luftfahrt – und damit von der Basis ihrer Gegenwart. Geben wir das Schlusswort Dietrich Bonhoeffer, der einmal sagte : «Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.»

Patricia Andrighetto
Redaktorin
AeroRevue

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Ausgabe 02/ 2016

Der Auftakt in das neue Jahr darf aus aviatischer Sicht als fulminant bezeichnet werden. Das Lauberhorn rennen, inmitten der ungemein eindrücklichen Kulisse der Berner Oberländer Majestäten, wurde Schauplatz einer vielbejubelten, ja Begeisterung auslösenden Formations-Vorführung eines Swiss-A321 gemeinsam mit der Patrouille Suisse. Es war eine Demonstration von Schweizer Präzision, Professionalität – und Emotionen in Rot und Weiss. Der erfolgreichen Durchführung indes ging eine intensive, Monate dauernde Vorbereitung voraus. Ausbildung, Training und nochmals Training. Nichts wurde dem Zufall überlassen. Mit akribischer Gründlichkeit, unter den wachenden Augen der Behörden, wurde alles bis ins Detail geplant, geprüft und genehmigt. Und in den Cockpits sassen Schweizer Piloten. Ein Event, der nicht minder Begeisterung auslöste, war der Überflug der ersten Boeing 777-300ER der Swiss von Everett nach Zürich. Beiden Anlässen ist gemein: Sie wurden geschickt inszeniert und damit zu einem eigentlichen Medienspektakel, deren Protagonisten, auch vorne in den Cockpits, für eine kurze Zeit zu Medienstars. Das tut einer Berufsgattung, deren Ansehen in der Vergangenheit einige Kratzer im Lack abbekam, nur gut. Für die Schweizer Luftfahrt sind Anlässe dieser Art beste Werbung und sie vermögen für eine Zeit lang alltägliche «Probleme» vergessen lassen. Dasselbe gilt für eine andere Veranstaltung, diesmal aus dem Bereich des Luftsports. Die World Air Games, welche unter dem Patronat der FAI anfangs Dezember in Dubai durchgeführt wurden, strapazierten zwar im Vorfeld oftmals die Nerven derjenigen, welche in irgendeiner Form mit der Organisation im modernen Wüstenstaat zu tun hatten. Doch am Schluss dominierten die spektakulären Wettbewerbe mit Bildern, welche die Schönheit des Luftsports vor der exotisch anmutenden Kulisse eindrücklich einfingen. Und es zählen nur noch die Erlebnisse der Athleten – und die erfreulichen Leistungen und Resultate einiger Schweizer Teilnehmer. So attraktiv kann Luftfahrt sein.

Jürg Wyss
Chefredaktor
AeroRevue

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Ausgabe 12/ 2015

Zwischen 250 und 300 Luftraumverletzungen meldet Skyguide pro Jahr. 2015, soviel steht fest, wird als negativer Ausreisser in die Statistik eingehen: Per 21. November mussten bereits 335 «Airspace In fringements» verzeichnet werden, wovon 27 mit einem hohen und 180 immerhin noch mit einem mittleren Risikopoten zial; verursacht durch Vertreter der General Aviation. Als Hauptgründe der untersuchten Luftraumverletzungen gaben die Piloten Unachtsamkeit, mangelnde Luftraumkenntnisse, mangelhafte Flugvorbereitung oder Kommunikationsprobleme an. Manche sind sich wohl auch schlicht der potenziellen Gefahr für sich selber und für andere zu wenig bewusst, die von unbewilligten Einflügen in kontrollierte Lufträume ausgehen – und auch nicht des rechtlichen Nachspiels, das eine derartige «Grenzüberschreitung» nach sich ziehen kann. Jede Luftraumverletzung ist eine zu viel – gerade weil sich diese ohne weiteres vermeiden lassen. Wird ein Flug gründlich vorbereitet, bewusst und ohne Ablenkung durchgeführt und bei Unsicherheiten rechtzeitig die Flugsicherung kontaktiert, sind wesentliche Faktoren, die zu einer Luftraumverletzung führen können, bereits ausgeschaltet. Wird dazu noch beherzigt, dass der Luftraum sowohl lateral als auch vertikal nicht bis an die Grenzen ausgeflogen werden sollte und das QNH immer korrekt eingestellt sein muss, rücken Luftraumverletzungen bereits in weite Ferne. «Eine gute Information bedeutet nicht nur einen Schritt weiter zu kommen, sondern schon den halben Weg hinter sich haben.» Viele wertvolle Informationen erhalten Luftraumbenützer unter anderem im Rahmen von zahlreichen Aktivitäten des AeCS und seiner Sparten, beispielsweise in Form von Seminaren und Weiterbildungen, mit Dokumentationen und Mitteilungen. Kompetente Anlaufstellen sind ferner Flugschulen – und Check-Flüge eine gute Gelegenheit für gezieltes Training. Auch das BAZL und Skyguide informieren offensiv und stellen umfassendes Info- Material zur Verfügung. Viele nützliche Informationen zum Thema «Luftraum» finden sich schliesslich regelmässig in der AeroRevue; unter anderem auch in der vorliegenden Ausgabe. Die zweite Hälfte der «Wegstrecke » liegt nun bei jedem Einzelnen: Das Nützen der Informationen, die buchstäblich am Pistenrand liegen und nur eingesammelt zu werden brauchen. Dies gebietet das hohe Mass an Verantwortung, die jeder Luftraumbenützer trägt.

Patricia Andrighetto
Redaktorin
AeroRevue

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