Ausgabe 02/ 2016

Der Auftakt in das neue Jahr darf aus aviatischer Sicht als fulminant bezeichnet werden. Das Lauberhorn rennen, inmitten der ungemein eindrücklichen Kulisse der Berner Oberländer Majestäten, wurde Schauplatz einer vielbejubelten, ja Begeisterung auslösenden Formations-Vorführung eines Swiss-A321 gemeinsam mit der Patrouille Suisse. Es war eine Demonstration von Schweizer Präzision, Professionalität – und Emotionen in Rot und Weiss. Der erfolgreichen Durchführung indes ging eine intensive, Monate dauernde Vorbereitung voraus. Ausbildung, Training und nochmals Training. Nichts wurde dem Zufall überlassen. Mit akribischer Gründlichkeit, unter den wachenden Augen der Behörden, wurde alles bis ins Detail geplant, geprüft und genehmigt. Und in den Cockpits sassen Schweizer Piloten. Ein Event, der nicht minder Begeisterung auslöste, war der Überflug der ersten Boeing 777-300ER der Swiss von Everett nach Zürich. Beiden Anlässen ist gemein: Sie wurden geschickt inszeniert und damit zu einem eigentlichen Medienspektakel, deren Protagonisten, auch vorne in den Cockpits, für eine kurze Zeit zu Medienstars. Das tut einer Berufsgattung, deren Ansehen in der Vergangenheit einige Kratzer im Lack abbekam, nur gut. Für die Schweizer Luftfahrt sind Anlässe dieser Art beste Werbung und sie vermögen für eine Zeit lang alltägliche «Probleme» vergessen lassen. Dasselbe gilt für eine andere Veranstaltung, diesmal aus dem Bereich des Luftsports. Die World Air Games, welche unter dem Patronat der FAI anfangs Dezember in Dubai durchgeführt wurden, strapazierten zwar im Vorfeld oftmals die Nerven derjenigen, welche in irgendeiner Form mit der Organisation im modernen Wüstenstaat zu tun hatten. Doch am Schluss dominierten die spektakulären Wettbewerbe mit Bildern, welche die Schönheit des Luftsports vor der exotisch anmutenden Kulisse eindrücklich einfingen. Und es zählen nur noch die Erlebnisse der Athleten – und die erfreulichen Leistungen und Resultate einiger Schweizer Teilnehmer. So attraktiv kann Luftfahrt sein.

Jürg Wyss
Chefredaktor
AeroRevue

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Ausgabe 12/ 2015

Zwischen 250 und 300 Luftraumverletzungen meldet Skyguide pro Jahr. 2015, soviel steht fest, wird als negativer Ausreisser in die Statistik eingehen: Per 21. November mussten bereits 335 «Airspace In fringements» verzeichnet werden, wovon 27 mit einem hohen und 180 immerhin noch mit einem mittleren Risikopoten zial; verursacht durch Vertreter der General Aviation. Als Hauptgründe der untersuchten Luftraumverletzungen gaben die Piloten Unachtsamkeit, mangelnde Luftraumkenntnisse, mangelhafte Flugvorbereitung oder Kommunikationsprobleme an. Manche sind sich wohl auch schlicht der potenziellen Gefahr für sich selber und für andere zu wenig bewusst, die von unbewilligten Einflügen in kontrollierte Lufträume ausgehen – und auch nicht des rechtlichen Nachspiels, das eine derartige «Grenzüberschreitung» nach sich ziehen kann. Jede Luftraumverletzung ist eine zu viel – gerade weil sich diese ohne weiteres vermeiden lassen. Wird ein Flug gründlich vorbereitet, bewusst und ohne Ablenkung durchgeführt und bei Unsicherheiten rechtzeitig die Flugsicherung kontaktiert, sind wesentliche Faktoren, die zu einer Luftraumverletzung führen können, bereits ausgeschaltet. Wird dazu noch beherzigt, dass der Luftraum sowohl lateral als auch vertikal nicht bis an die Grenzen ausgeflogen werden sollte und das QNH immer korrekt eingestellt sein muss, rücken Luftraumverletzungen bereits in weite Ferne. «Eine gute Information bedeutet nicht nur einen Schritt weiter zu kommen, sondern schon den halben Weg hinter sich haben.» Viele wertvolle Informationen erhalten Luftraumbenützer unter anderem im Rahmen von zahlreichen Aktivitäten des AeCS und seiner Sparten, beispielsweise in Form von Seminaren und Weiterbildungen, mit Dokumentationen und Mitteilungen. Kompetente Anlaufstellen sind ferner Flugschulen – und Check-Flüge eine gute Gelegenheit für gezieltes Training. Auch das BAZL und Skyguide informieren offensiv und stellen umfassendes Info- Material zur Verfügung. Viele nützliche Informationen zum Thema «Luftraum» finden sich schliesslich regelmässig in der AeroRevue; unter anderem auch in der vorliegenden Ausgabe. Die zweite Hälfte der «Wegstrecke » liegt nun bei jedem Einzelnen: Das Nützen der Informationen, die buchstäblich am Pistenrand liegen und nur eingesammelt zu werden brauchen. Dies gebietet das hohe Mass an Verantwortung, die jeder Luftraumbenützer trägt.

Patricia Andrighetto
Redaktorin
AeroRevue

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Ausgabe 11/ 2015

Die Fallschirm-Schweizermeisterschaften 2015 stehen als Synonym für mustergültiges Engagement. Als sich abzeichnete, dass der nationale Wettkampf aller Fallschirm-Disziplinen ausserhalb der kritischen Ostschweizer Lufträume über die Bühne gehen musste, legte die organisierende Fallschirmgruppe Sittertal eine aussergewöhnliche Kreativität an den Tag. Die Suche nach einem geeigneten Gelände endete im toggenburgischen Ebnat-Kappel. Freilich: Einen Flugplatz gibt es dort keinen. Darin sah man kein Problem, sondern fand Lösungen. Anfang August machte sich ein Lastwagenkonvoi mit Containern, Duschkabinen, Baumaterial und Tank zisterne auf den Weg nach Ebnat-Kappel. Zahlreiche freiwillige Helfer und Mitglieder der FGS hämmerten, zimmerten, bauten Festzelte auf, fuhren Verpflegung herbei, walzten und kennzeichneten die Piste, stellten Zielmatten auf und richteten den Sprungdienst ein. Drei Pilatus PC-6 Porter standen vollgetankt auf dem Gelände. Kurz: Wo kein Flugplatz war, wurde einer aus dem Boden gestampft. Die Fallschirmspringer – die sich im übrigen in Rekordzahlen für die Schweizermeisterschaft angemeldet hatten – wurden in Ebnat-Kappel mit offenen Armen willkommen geheissen: Gemeinde, Landbewirtschafter und die lokal ansässigen Firmen unterstützten das Vorhaben, wo immer sie konnten. Die begeisterte Bevölkerung fand sich zahlreich auf dem Wettkampfgelände ein und eine ortsansässige Bäckerei kreierte spezielle Lebkuchen. Lesen Sie die Geschichte dieser ungewöhnlichen Schweizermeisterschaft ab Seite 18. Überdurchschnittlichen Aufwand nicht gescheut hat auch der 20-jährige Robin Zemp: Über 1000 Stunden hat der junge Luzerner in seine Matura-Arbeit investiert – und eine App zur Anwendung im Cockpit entwickelt. Seine Motivation hat sich gelohnt: Die Arbeit wurde als eine der 30 besten des Kantons Luzerns ausgezeichnet und zum Wettbewerb «Schweizer Jugend forscht» zugelassen. Wir stellen sie auf Seite 16 vor. Jemand sagte einmal: «Die Welt lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht.» Zu dieser Sorte Mensch gehört auch der abtretende Kommandant der Patrouille Suisse, Oberstlt Daniel Hösli. Die Dankesbotschaft in Anerkennung seiner überdurchschnittlichen Verdienste – aufgemalt auf eines der schönsten Verkehrsflugzeuge der Welt – war ebenso aussergewöhnlich, wie seine Persönlichkeit es ist. Wie fliegende Dankbarkeit aussieht? Schauen Sie nach – auf Seite 30. Viel Freude mit der neuen AeroRevue!

Patricia Andrighetto
Redaktorin
AeroRevue

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Ausgabe 10/ 2015

Für die Schweiz lief es am diesjährigen Coupe aéronautique Gordon Bennett rund: Zwei der drei Podestplätze an der Siegerehrung waren von Schweizer Teams besetzt. 75 Stunden und 24 Minuten nach dem Start am 28. August im französischen Pau stand fest: Die Schweiz ist Weltmeister. Die beiden Ballonpiloten Kurt Frieden und Pascal Witprächtiger haben zum zweiten Mal nach 2010 den Siegerpokal nach Hause geholt; das Westschweizer Team SUI 2 (Nicolas Tièche/Laurent Sciboz) ist nach einem spannungsgeladenen Rennen glorios auf Platz drei gelandet. Das Gordon Bennett Race ist nicht nur das älteste Gasballon- Rennen der Welt, sondern gilt auch als das härteste. Die Regeln des vom Zeitungsverleger James Gordon Bennett 1906 initiierten Wettfahrens sind einfach: Es gewinnt die Mannschaft, die bei der Landung die grösste Entfernung zum Startpunkt erreicht hat. Im Fall des siegreichen Teams SUI 1 waren dies 2080,8 Kilometer. Die Zeit spielt dabei keine Rolle – mindestens nicht für die Wertung. Für die Teams, die mehrere Tage auf engstem Raum verbringen, ist es hingegen entscheidend, wie sie sich organisieren. Wer auf knapp zwei Quadratmetern zu zweit bis zu 92 Stunden in der Luft ist (wie das deutsche Siegerteam von 1995 mit dem bis heute ungeschlagenen Zeitrekord), muss nicht nur vom Gasballonfahren, sondern auch von Teamwork jede Menge verstehen. Lust auf eine kleine Reise? Steigen Sie in den Korb ein und erleben Sie ab Seite 18 die Fahrt quer über Europa hautnah mit. Etwas weniger rund läuft es derzeit andernorts. Mitten in den Sommerferien – und ausschliesslich in französischer Sprache – hat das BAZL über die geplante Revision seiner Gebührenverordnung per 1. Januar 2016 informiert. Nimmt man die Anpassungen im Entwurf der revidierten Gebührenverordnung unter die Lupe, zeigt sich das wahre Ausmass der Gebührenerhöhungen. Einzelne Maximalgebühren sollen um mehrere hundert Prozent angehoben werden. Untragbar, lautet das Verdikt der Branche. Der AeCS spricht in seiner Vernehmlassungsantwort Klartext (Seite 22). Klartext spricht auch Martin Stucki, CEO von Marenco Swisshelicopter AG. Mit seiner Meinung über Regulationen und Regulator hält er nicht zurück: «Eine der grössten Herausforderungen der Zukunft wird es sein, Überregulierung zu stoppen und abzubauen », ist er überzeugt. Was Stucki sonst noch denkt – und wie weit seine Innovation SKYe SH09 fortgeschritten ist – lesen Sie ab Seite 6. Wir wünschen Ihnen viel Freude mit der neuen Ausgabe!

Patricia Andrighetto
Redaktorin
AeroRevue

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