Ausgabe 10/2010

Vom Rest der Aviatik-Schweiz fast unbemerkt kämpft ein Flugplatz im Oberwallis ums Überleben. Der ehemalige Militärflugplatz Raron soll nach dem Willen der Gemeindebehörden stillgelegt werden und einem Wassersport-Zentrum samt künstlichem Wettkampfsee weichen. Das Flugfeld diene vorwiegend zur Ausübung der Freizeitfliegerei, und das Interesse am Flugfeld Raron beschränke sich damit praktisch auf die Fluggruppe Oberwallis mit ihren 80 bis 100 Mitgliedern. Doch diese, und nicht nur sie, wehrt sich mit Händen und Füssen gegen das Ansinnen der Gemeinde – und mit einer Petition. So werden aus einigen wenigen plötzlich Tausende, welche sich auf diese Weise für den Erhalt eines Flugplatzes einsetzen, der nicht nur für die Oberwalliser Piloten von Bedeutung ist. Auch Sie können mithelfen, eine Welle der Solidarität auszulösen und das Oberwallis mit Sympathie für den Flugplatz zu überfluten. Auf der Seite 5 erfahren Sie mehr darüber. Und noch etwas Erfreuliches in eigener Sache: Die Aero- Revue wächst. Im Einklang mit der steigenden Zahl der AeCSMitglieder, dem Verkauf der AeroRevue an den Kiosken und den zusätzlichen Abonnenten übertraf die verkaufte Auflage – und diese ist als Benchmark für die Werbebranche von Bedeutung – erstmals die Grenze von 23000 Exemplaren. Und ebenso nimmt die Leserzahl kontinuierlich zu: Gemäss der zwei Mal jährlich durchgeführten MACH-Basic-Leserschaftsstudie, an welcher die AeroRevue als einzige Aviatik-Fachzeitschrift der Schweiz teilnimmt, wird mittlerweile jede Ausgabe von durchschnittlich 49000 Personen gelesen. Dieses Ergebnis bestärkt uns, den eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, aber auch den Inserenten mit jeder Ausgabe einen vielfältigen Themenmix aus der Luftfahrt und dem AeCS ins Haus zu liefern – im Wissen, von fast 100000 Augen aufmerksam und kritisch begutachtet zu werden.

Jürg Wyss 
Chefredaktor 
AeroRevue

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Ausgabe 9/2010

«Jeder Mensch lebt nur eine bestimmte Zahl von Herzschlägen lang. Ich habe nicht die Absicht, auch nur ein paar davon zu verschenken, um wie ein Blöder herumzurennen ...», sagt einer, dessen Schritte in die Geschichte eingegangen sind: Neil Armstrong. Wernher von Braun, der bei der Raumfahrtbehörde NASA für die Entwicklung der Saturn-V-Rakete verantwortlich war, bezeichnete damals die Mondlandung als «Triumph des menschlichen Geistes». Seither sind mehr als vier Jahrzehnte vergangen. Das Streben nach «weiter», «höher», «grösser», «schneller» ist ungebrochen. Die Frage der Grenzen stellt sich oft erst im Zusammenhang mit dem Versuch, sie zu überwinden. So hat etwa nach Meinung von Fachleuten der konventionelle Flugzeugbau mit dem Airbus A380 seine Grenzen erreicht. Für diesen Typ ist schon jetzt die Flügelfläche eines halben Eishockeyfelds (rund 850 Quadratmeter) notwendig, um die 560 Tonnen Startgewicht zum Abheben zu bringen. Viel mehr geht nicht. Ein Porträt des Megaliners, der wohl als Schnittstelle zwischen Grenzen und neuen Möglichkeiten betrachtet werden kann, ab Seite 32. Demgegenüber der ultimative Kontrast: Zwei Westschweizer umrunden in 51 Tagen den Globus – mit zwei 750 kg leichten Ecolight- Flugzeugen (ab Seite 24). Ein Ausloten der Möglichkeiten in komplett unterschiedlichen Dimensionen. Gefragt nach seiner nächsten grossen Herausforderung antwortete einer der Piloten pragmatisch: «Eine Familie gründen.» Und Kerstin Felser, eine der weltweit ersten weiblichen A380-Piloten, hat unlängst die Strecke München–Venedig zurückgelegt – zu Fuss. Um zur Erkenntnis zu gelangen, dass das Leben nur ein paar Herzschläge lang dauert und es am Ende entscheidend ist, sich auf das Wesentliche zu besinnen, bedarf es nicht vorgängig einer Mondlandung. Dazu reicht vielleicht auch ein Blick auf Seite 38 in dieser Ausgabe. Das Herz einer geachteten und geschätzten Aeronautikerin, einer Grande Dame der Lüfte, Regula Hug-Messner, hat nach einem bewegten Leben zu schlagen aufgehört. Zahlreichen Schülern hat sie das Ballonfahren sorgfältig beigebracht – und dabei stets besonderen Wert auf die Sicherheit gelegt. Möglicherweise ist es auch ein Triumph des menschlichen Geistes, das Streben nach Höhenflügen mit einem grenzenorientierten Verantwortungsbewusstsein zu verbinden – eine Kombination, die in der Luftfahrt landläufig auch als «Safety» bekannt ist. Mehr dazu ab Seite 14.

Patricia Andrighetto 
Redaktorin 
AeroRevue

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Ausgabe 7 + 8/2010

Alltagsstress im Ruhestand, Identitätskrisen in der Geriatrieabteilung des Lebens, gebrochene «Flügel» und vergessene Träume im Altersheim von morgen – verpackt in ein charmantes, witziges und geistreiches Schauspiel – laden ein zu einer unvergesslichen Reise in die Zukunft bzw. zu einem (Aus)Flug nach Bex. Im Westen des Landes zieht derzeit ein Open-Air-Spektakel der besonderen Art in seinen Bann. Karl’s kühne Gassenschau, zwischenzeitlich von über einer halben Million Besuchern mit Präsenz und Begeisterung belohnt, gastiert mit «Silo8» in St-Triphon. Was das mit der Fliegerei zu tun hat? Einiges. Markus Heller etwa, seines Zeichens Mitbegründer und technischer Leiter der «Kühnen», ist passionierter Pilot. Seine Leidenschaft ist seine Mission: Kultur und Aviatik miteinander verbinden. Eine Kombination mit Seltenheitswert – in dieser Ausgabe der AeroRevue jedoch ein fester Bestandteil. Aero-Club-Mitglieder werden dabei mit einer speziellen Vergünstigung beschenkt (Seite 47). Aber das ist nur die Spitze des Eisberges. Der Schweizer Aviatik steht der Chancen-Sommer schlechthin bevor. Die Chance, wie Phoenix der (Vulkan)Asche zu entwachsen. Das angeschlagene Image aufgrund von Pleiten, Pech und Groundings endgültig abzustreifen und sich wieder dort zu positionieren, wo sie hingehört: statt in rote Bilanzen und negative Schlagzeilen zurück in die Herzen und Köpfe der Menschen, bewundert und geachtet. Und die «Eroberungsstrategie»? «100 Jahre Luftfahrt in der Schweiz» mit unzähligen Veranstaltungen landauf, landab, die ersten gemeinsamen Luftsportmeisterschaften der Sparten, das Jahres- Highlight «Flugmeeting Emmen», die zweite Auflage der Swiss AeroExpo (Special in der Mitte dieser Ausgabe) – und nicht zuletzt jeder einzelne Akteur der Luftfahrt als rücksichtsvoller und eigenverantwortlich agierender Repräsentant der Schweizer Aviatik. Zeichnen wir ein neues Bild an den Himmel und geben der Luftfahrt zurück, was sie erst lebendig macht und vergessen geglaubte Träume weckt: starke Flügel und damit eine Identität, frei von «schwingenbrechenden Krücken» und «überregulierenden Gehhilfen». Vorlage dazu gefällig? Man sieht sich – Treffpunkt Silo8.

Patricia Andrighetto 
Redaktorin 
AeroRevue

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Ausgabe 6/2010

«Die Fliegerei ist eine Plage, unter der viele Leute in der Schweiz wegen dem Lärm leiden. Die Fliegerei ist ausserdem eine Plage für unser Klima, weil sie viel zur Klimaerwärmung beiträgt.» Dass die Luftfahrt einmal mehr durch stets dieselbe grüne Nationalrätin verbal «zusammengefaltet» wird, löst bei manch einem passionierten Aviatiker Betrübnis aus. Doch es folgt umgehend die Erhellung: Liesse sich diese diffuse Aussage gegebenenfalls durch Zahlen und Fakten präzisieren? Man möchte ja nicht ungerne wissen, wie viel denn nun wirklich «viel» ist. Schlagen wir also die Bücher auf – und werden alsbald fündig. Verschiedenen Studien und Statistiken ist etwa Folgendes zu entnehmen: Die Luftfahrt hat einen Anteil von zwölf Prozent an den CO2-Emissionen aller Verkehrsmittel - verglichen mit einem 76-prozentigen Anteil des Strassenverkehrs. Der europäische Luftverkehr produziert 0,5 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Der internationale Flugverkehr generiert zwei Prozent der globalen anthropogenen CO2-Emissionen. Die Zahl der weltweit von Fluglärm betroffenen Personen ging zwischen 1998 und 2004 um rund 35 Prozent zurück. Die Lärmentwicklung bei Luftfahrzeugen neuester Generation ist um 20 Dezibel geringer als jene vergleichbarer Modelle vor 40 Jahren. Man rechnet damit, dass bis 2020 eine weitere Lärmminderung um 50 Prozent möglich sein wird. Die Maschinen der nächsten Generation (Airbus A380 und Boeing 787) verbrauchen weniger als drei Liter Treibstoff pro 100 Passagierkilometer und sind damit effizienter als jeder auf dem Markt verfügbare moderne Kleinwagen. Dies ein kleiner Auszug aus einer langen Liste. Der Erhellung folgt die Erleuchtung: Die Luftfahrt wird immer grüner! Vier Seiten in dieser Ausgabe der AeroRevue (28 bis 31) sind dieser Tatsache und weiteren Fakten gewidmet. Ob sich besagte grüne Seele jedoch wirklich darüber zu freuen vermag, ist fraglich. Die häufige Abwesenheit von Sachlichkeit in der Argumentation lässt vermuten, dass es oftmals weniger um das Anliegen als solches geht als vielmehr um die sorgfältige Pflege eines Feindbildes. Passt dieses, weil längst überholt, nicht mehr ins selbstgestrickte Weltbild, ersetzen zuweilen persönliche Animositäten selbstkritische Einsichten.

Patricia Andrighetto
Redaktorin 
AeroRevue

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