Ausgabe 5/2009

Der Frühling hat Einkehr gehalten; dafür gibt es klare Indizien. Diese sind allerdings nicht einzig biologischer bzw. meteorologischer Natur. Dass nebst dem «textilen Liberalismus» und der mitteleuropäischen Heiterkeit auch das Organ von privaten wie öffentlich-rechtlichen Vereinigungen – die Generalversammlung – aus dem Winterschlaf erwacht ist und zur jährlichen Besammlung bittet, ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Lenz seiner naturgegebenen Pflicht, Erdschollen und Menschenherzen zu erwärmen, Schuldigkeit getan hat.

Dass es indessen Pflicht und Schuldigkeit eines jeden Mitgliedes etwelcher Verbände, Vereine und Clubs wäre, an erwähnter GV teilzunehmen, wird gefliessentlich übersehen; ebenso, dass diese weit mehr Belang hat als das leidigliche Absolvieren einer Pflichtübung. Nämlich: Mitspracherecht zu haben und die Geschicke aktiv mitbestimmen zu können. Dies die demokratische Alternative zur Faust im Sack oder – im schlimmsten Fall – zum Austritt aus einem Verband, dessen Mitglied man ja dereinst nicht grundlos geworden ist.
Ein weiteres Pro für das Erscheinen an einer GV ist das Informations- Updating. Es ist gut zu wissen, ob der entrichtete Mitglieder- Obulus am Ende des Jahres die Farbe schwarz oder rot – und aus welchem Grund – trägt. Und es unterstützt die Sinnfindung bezüglich der finanziellen Verpflichtung einer Mitgliedschaft, persönlich zu erfahren, dass engagierte Leute sich das ganze Jahr über unermüdlich für die Interessen jedes einzelnen Mitgliedes einsetzen, mit Innovationen das Verbandsgeschehen vitalisieren, mit Weitsicht, der notwendigen Beharrlichkeit und der nötigen Diplomatie die Geschicke leiten und und das Ganze mit einemattraktiven Jahresprogrammgarnieren. Für alle jene, die ihren Mitglieder-Status als Aktive/r in einer der Sparten des Aero-Club in Zukunft nicht nur mit den Pflichten, sondern auch mit allen Rechten wahrnehmen, daher aus persönlichem Interesse an der nächsten GV erscheinen werden und auf diese Weise auch dem Engagement der dem Verband vorstehenden Männer und Frauen Dank und Wertschätzung zollen: Ein Vorgeschmack – als Entschädigung für das diesjährig Verpasste – kann auszugsweise in dieser Ausgabe nachgelesen werden.

Patricia Andrighetto
Redaktorin AeroRevue

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Ausgabe 4/2009

Was auf der Strasse gang und gäbe ist, hält nun auch auf dem Flugplatz Einzug: Das BAZL führt Flugzeug- und Ausweiskontrollen neu auch auf kleineren Flugplätzen durch. Entspricht der technische Zustand eines Flugzeuges den Vorschriften? Sind die Papiere aktuell und nachgeführt? Sind die Ausweise des Piloten gültig und auf Mann? Als Aufsichtsbehörde ist das BAZL nicht nur legitimiert dazu, sondern das Amt entspricht damit einer EASA-Verordnung. Mit andern Worten: Das BAZL erfüllt seine Pflicht.

Doch sind diese Kontrollen nötig? Die Gewährleistung der Rechte und Freiheiten erfolgt durch Spielregeln, durch Verhaltensnormen, welche zum Beispiel in Regeln, Geboten und Verboten, Gesetzen und Vorschriften festgehalten werden. Ihre Einhaltung heisst Disziplin. Kontrollen wiederum sind Massnahmen, die ergriffen werden, um unerwünschte Verhaltensweisen zu unterbinden. So hat eine Studie ergeben, dass das Wissen um die Möglichkeit unerwarteter Kontrollen die Zahl von Übertretungen vermindert. Wer sich beobachtet oder kontrolliert fühlt, benimmt sich demnach disziplinierter und wo Kontrollen fehlen oder vermindert werden, steigt die Zahl der Übertretungen an. Nicht so in der Luftfahrt. Deren Akteure, insbesondere Unterhaltspersonal und Piloten, zeichnen sich durch Verantwortungsgefühl, Disziplin, Selbstkontrolle und Eigenverantwortung aus. Darauf werden sie in der Ausbildung getrimmt. Im eigenen Interesse halten sie sich an Gesetze und Vorschriften, im Wissen, dass das Fliegen keine Disziplinlosigkeiten erträgt. Prüfintervalle von Flugzeugen wurden zudem bereits verkürzt. Mit den Rampkontrollen auf kleineren Flugplätzen aber geht die Bevormundung in der Leichtaviatik weiter – zu Lasten der Eigenverantwortung. Das ist eine ungute Entwicklung.

Jürg Wyss
Chefredaktor AeroRevue

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Ausgabe 3/2009

«Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. » Hielte der Lyriker Bertolt Brecht diese Ausgabe der AeroRevue in seinen Händen, er würde mit Freude feststellen, dass sein Zitat auf den folgenden Seiten auf eindrückliche Weise eine zentrale Bedeutung im Denken und Handeln der verschiedenen portraitierten Menschen und Unternehmen innehat. Wie ein roter Faden zieht sich die Tatsache, dass es keine unrealistischen Ziele, sondern nur unrealistische Fristen gibt, durch die einzelnen Geschichten. Eine junge Frau, die seit ihrem vierten Lebensjahr beharrlich das Ziel verfolgt, als Astronautin ins Weltall zu reisen; ein Modellflugzeugbauer, der Jahre seines Lebens investiert, umnoch grössere und authentischere Modelle unter seinen Händen entstehen zu lassen und sich soeben erneut in seinen Werkraumzurückgezogen hat – gemeinsam mit den Bauplänen für eine Ka 6 im Massstab 1:1,3; ein Fallschirmteam, das sämtliche Zeit, Energie und Mittel einsetzt,umStück für Stück den Himmel zu erobern; ein Schweizer Luftfahrtunternehmen, das expandiert – mitten in der Krise; und generell die Leichtaviatik, dieumAkzeptanz und Existenz auf den Grossflughäfen kämpft.

Männer und Frauen, die sich durch die Eigenschaft auszeichnen, konsequent und unbeirrt auf ein bestimmtes Ziel hinzuarbeiten, dafür alles geben und zu Gunsten einer Vision klare Prioritäten setzen, sind in einer Zeit der proklamierten Omnipotenz und Interaktionen nach dem «Lust- und-Laune-Prinzip» keine Selbstverständlichkeit mehr.

Viele Menschen scheitern im Leben nicht etwa, weil es ihnen an Fähigkeiten oder Intelligenz mangelt, sondern weil sie ihre ganze Kraft nie auf ein einziges Ziel konzentriert haben (Elmer Wheeler). Zwölf vernichtende private, geschäftliche und politische Niederlagen musste der aus einfachsten Verhältnissen stammende Abraham Lincoln während 30 Jahren einstecken, ehe er 1860 einer der bedeutendsten Präsidenten der Vereinigten Staaten wurde. Oder anders gefragt: Wie vieles hält man für unmöglich, bevor es ausgeführt ist?

Patricia Andrighetto

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Ausgabe 2/2009

 Im Zeitraum von 1908 bis 1910 fanden in der Schweiz zahlreiche aviatische Premieren statt. Insbesondere im Jahr 1910 haben verschiedene historische Flugereignisse die aviatische Entwicklung hierzulande massgeblich geprägt, was den Aero-Club der Schweiz ein Jahrhundert später – 2010 – veranlassen wird, mit der lancierten Aktion «100 Jahre Luftfahrt in der Schweiz» diese Ereignisse mit landesweiten Veranstaltungen und Aktivitäten zu würdigen. Der Aero-Club Genf indessen feiert seinen 100. Geburtstag bereits im laufenden Jahr. Ziel des 1909 gegründeten Clubs war es damals, alle Luftfahrer in der Schweiz zu unterstützen, Flugplätze zu eröffnen, Wettbewerbspreise zu vergeben, Rekorde aufzustellen und die Schaffung einer nationalen Militärluftfahrt zu fördern. Darüber hinaus hat die schweizerische Luftfahrt Genfer Pionieren wie etwa den Gebrüdern Dufaux, Audemars, Taddéoli, Liwentaal, Durafour oder auch Marcel Weber viel zu verdanken. Eine Reihe von attraktiven Veranstaltungen sind für das laufende Jahr geplant. Lesen Sie mehr dazu ab Seite 22 dieser Ausgabe.

Im Übrigen wird sich die General Aviation 2009 nicht über mangelnde Dynamik im Hinblick auf Entwicklungen, Veränderungen und Neuerungen beklagen können. Es steht einiges an und bevor – voraussehbar und fest datiert, aber auch verbunden mit hypothetischen Erwartungen und Befürchtungen. Bleibe uns über allen Dingen die Aussage einer aussergewöhnlichen Frau, der Flugpionierin Ursula Bühler Hedinger – unter anderem erste Schweizer Jet-Pilotin, Linienpilotin, Gletscherflugpilotin, Fluglehrerin und während 25 Jahren Rega-Pilotin –, die am 3. Januar 2009 zu ihrem allerletzten Flug gestartet ist, von dem sie nicht mehr zurückkehren wird: «Es gibt nichts Schöneres, als über die Wolken hinauszukommen.»

Patricia Andrighetto

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