Ausgabe 07+08/2009

Wer punkto Sicherheit zu den besten Ländern Europas gehören will, muss etwas dafür tun. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt hat sich diesem übergeordneten Ziel des UVEK unterzuordnen beziehungsweise dafür zu sorgen, dass es erreicht wird. Messgrössen sind unter anderem die Ergebnisse internationaler Audits, zum Beispiel durch die ICAO, denen sich das Amt regelmässig stellen muss. Mängel im Sicherheitssystem sind da unerwünscht. Das BAZL will keine Findings, lautet die Vorgabe klipp und klar. Naheliegend, dass unter diesem Aspekt die Regulierungsvorgaben von EASA und ICAO rigoros umgesetzt werden. Das Ziel, die «Klassenbesten» Europas zu werden, schlägt denn auch durch – bis hinunter zu den Ramp Controls. Um es vorwegzunehmen: Wer sich seriös auf einen Flug vorbereitet, alle Bordpapiere und Lizenzen bei sich trägt, der braucht sich vor einer Kontrolle nicht zu fürchten. Dass diese mit Augenmass, Rücksicht, wo angezeigt, Verständnis und von einem angenehmen Umgang geprägt sind, davon konnte ich mich bei der Begleitung der Inspektoren überzeugen (Bericht Seite 22). Und doch bleiben Fragen offen: Wird die Leichtaviatik ob so viel betriebenem und teurem Aufwand wirklich sicherer oder dient das Ganze, wie es Kurt Oswald, Vorstandsmitglied des Segelflugverbandes der Schweiz, formulierte, mehr der Rechtssicherheit des BAZL als der Flugsicherheit? Doch nun zeichnet sich auf europäischer Ebene ein Sinneswandel ab. Das EU-Parlament spricht in einer Resolution vom Februar dieses Jahres der allgemeinen Luftfahrt und speziell der Leichtaviatik, dies im Gegensatz zum luftfahrtpolitischen Bericht des Bundesrates, einen hohen Stellenwert zu und erklärt diesen Zweig der Aviatik als entsprechend zu behandeln und zu fördern – und nicht unnötig einzuschränken. Doch genau dies tut das BAZL nach Auffassung der meisten Player im System Luftfahrt. Das Amt freilich sieht es anders. Und so ist einmal mehr die Politik gefordert, dafür zu sorgen, dass in der Schweiz für die allgemeine Luftfahrt künftig andere Massstäbe angewendet werden; diejenigen des EUParlaments und seiner Gremien. Eine Kurskorrektur ist dringend vonnöten. Sie würde nicht zu Lasten der Sicherheit gehen.

Jürg Wyss
Chefredaktor
AeroRevue

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Ausgabe 06/ 2009

Der Frühling hat Einkehr gehalten; dafür gibt es klare InBadeferien auf den Malediven oder ein Städtetripp nach Paris? Skifahren in Colorado oder Safari in Kenia? Die Erde hat einiges zu bieten – und wer sich einen groben Überblick über selbige verschaffen möchte, schaut sich die Sache am besten vorerst in Ruhe von oben an. Ab 95000 US-Dollar und mit einer einwandfreien physischen Verfassung ist man mit von der Partie, um einen Augenschein vomblauen Planeten aus der Sternenperspektive zu nehmen. Soviel kostet nämlich ein Flug mit dem Raumfahrtvehikel Lynx– entwickelt durch Xcor Aerospace. Lynx wird voraussichtlich im Jahr 2011 die ersten Weltraumtouristen ins All befördern. Flüge können aber bereits heute gebucht werden – auch in der Schweiz. Noch Fragen? Ab Seite 16 gibts die dazugehörigen Antworten.

In den Weltraum zu fliegen ist hingegen noch lange nicht dasselbe, wie auf den Mond geschossen zu werden. Wer anderen auf die Nerven geht – bewusst oder unbewusst – riskiert zuweilen derlei Verwünschungen. Wobei die Frage, wer nun wen auf den Erdtrabanten zu entsenden gedenkt, natürlich stets eine Frage des Standpunktes ist. Wer sich am Wochenende in seinem Garten zur Erholung einfindet, um die Seele von den Alltagssorgen zu befreien, um dann festzustellen, dass die gesuchte Ruhe durch unliebsame Geräuschkulissen (beispielsweise Fluglärm) torpediert wird, setzt in der Folge häufig alles daran, um mit allen Mitteln seine Lebensqualität zu verteidigen. Dies wiederum kann zur Folge haben, dass sich das als Störfaktor empfundene Subjekt (beispielsweise der Pilot mit seinem Flugzeug) seinerseits in Souveränität und Agilität eingeschränkt fühlt, was selten freudige Emotionen auslöst. Eine Situation, die Konfliktpotenzial in sich birgt – wie ab Seite 30 in dieser Ausgabe nachzulesen ist. Bleiben drei Einsichten: erstens braucht es sowohl für die Malediven als auch für die Reise zum Mond unbestritten ein Luftfahrzeug, zweitens ist das Leben zu kurz, um sich mit schlechten Gefühlen herumzuschlagen, die man nicht selber ändern könnte, und drittens wird der Besuch des Weltalls (womit der Mond eingeschlossen ist) als menschliches Schlüsselerlebnis gewertet – und ein solches braucht es zuweilen, um überhaupt zu irgendwelchen Einsichten zu gelangen.

Patricia Andrighetto
Redaktorin AeroRevue

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Ausgabe 5/2009

Der Frühling hat Einkehr gehalten; dafür gibt es klare Indizien. Diese sind allerdings nicht einzig biologischer bzw. meteorologischer Natur. Dass nebst dem «textilen Liberalismus» und der mitteleuropäischen Heiterkeit auch das Organ von privaten wie öffentlich-rechtlichen Vereinigungen – die Generalversammlung – aus dem Winterschlaf erwacht ist und zur jährlichen Besammlung bittet, ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Lenz seiner naturgegebenen Pflicht, Erdschollen und Menschenherzen zu erwärmen, Schuldigkeit getan hat.

Dass es indessen Pflicht und Schuldigkeit eines jeden Mitgliedes etwelcher Verbände, Vereine und Clubs wäre, an erwähnter GV teilzunehmen, wird gefliessentlich übersehen; ebenso, dass diese weit mehr Belang hat als das leidigliche Absolvieren einer Pflichtübung. Nämlich: Mitspracherecht zu haben und die Geschicke aktiv mitbestimmen zu können. Dies die demokratische Alternative zur Faust im Sack oder – im schlimmsten Fall – zum Austritt aus einem Verband, dessen Mitglied man ja dereinst nicht grundlos geworden ist.
Ein weiteres Pro für das Erscheinen an einer GV ist das Informations- Updating. Es ist gut zu wissen, ob der entrichtete Mitglieder- Obulus am Ende des Jahres die Farbe schwarz oder rot – und aus welchem Grund – trägt. Und es unterstützt die Sinnfindung bezüglich der finanziellen Verpflichtung einer Mitgliedschaft, persönlich zu erfahren, dass engagierte Leute sich das ganze Jahr über unermüdlich für die Interessen jedes einzelnen Mitgliedes einsetzen, mit Innovationen das Verbandsgeschehen vitalisieren, mit Weitsicht, der notwendigen Beharrlichkeit und der nötigen Diplomatie die Geschicke leiten und und das Ganze mit einemattraktiven Jahresprogrammgarnieren. Für alle jene, die ihren Mitglieder-Status als Aktive/r in einer der Sparten des Aero-Club in Zukunft nicht nur mit den Pflichten, sondern auch mit allen Rechten wahrnehmen, daher aus persönlichem Interesse an der nächsten GV erscheinen werden und auf diese Weise auch dem Engagement der dem Verband vorstehenden Männer und Frauen Dank und Wertschätzung zollen: Ein Vorgeschmack – als Entschädigung für das diesjährig Verpasste – kann auszugsweise in dieser Ausgabe nachgelesen werden.

Patricia Andrighetto
Redaktorin AeroRevue

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Ausgabe 4/2009

Was auf der Strasse gang und gäbe ist, hält nun auch auf dem Flugplatz Einzug: Das BAZL führt Flugzeug- und Ausweiskontrollen neu auch auf kleineren Flugplätzen durch. Entspricht der technische Zustand eines Flugzeuges den Vorschriften? Sind die Papiere aktuell und nachgeführt? Sind die Ausweise des Piloten gültig und auf Mann? Als Aufsichtsbehörde ist das BAZL nicht nur legitimiert dazu, sondern das Amt entspricht damit einer EASA-Verordnung. Mit andern Worten: Das BAZL erfüllt seine Pflicht.

Doch sind diese Kontrollen nötig? Die Gewährleistung der Rechte und Freiheiten erfolgt durch Spielregeln, durch Verhaltensnormen, welche zum Beispiel in Regeln, Geboten und Verboten, Gesetzen und Vorschriften festgehalten werden. Ihre Einhaltung heisst Disziplin. Kontrollen wiederum sind Massnahmen, die ergriffen werden, um unerwünschte Verhaltensweisen zu unterbinden. So hat eine Studie ergeben, dass das Wissen um die Möglichkeit unerwarteter Kontrollen die Zahl von Übertretungen vermindert. Wer sich beobachtet oder kontrolliert fühlt, benimmt sich demnach disziplinierter und wo Kontrollen fehlen oder vermindert werden, steigt die Zahl der Übertretungen an. Nicht so in der Luftfahrt. Deren Akteure, insbesondere Unterhaltspersonal und Piloten, zeichnen sich durch Verantwortungsgefühl, Disziplin, Selbstkontrolle und Eigenverantwortung aus. Darauf werden sie in der Ausbildung getrimmt. Im eigenen Interesse halten sie sich an Gesetze und Vorschriften, im Wissen, dass das Fliegen keine Disziplinlosigkeiten erträgt. Prüfintervalle von Flugzeugen wurden zudem bereits verkürzt. Mit den Rampkontrollen auf kleineren Flugplätzen aber geht die Bevormundung in der Leichtaviatik weiter – zu Lasten der Eigenverantwortung. Das ist eine ungute Entwicklung.

Jürg Wyss
Chefredaktor AeroRevue

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